Executive Education

Auch der Chef muss auf die Schulbank

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Sie erwähnten auch die Vermittlung der Lehrinhalte mittels Fallszenarien als Entscheidungskriterium – was empfanden Sie daran als besonders hilfreich?

Die Case Study Methode fand ich extrem interessant: sehr effizient und in Deutschland nicht weit verbreitet. Man wird mit Haut und Haaren in die jeweilige Situation hineingezogen und profitiert unheimlich von der Diskussion mit Teilnehmern und Professoren über die beste Lösung. Teilweise saß ich wirklich mit offenen Augen und Ohren da und habe wie gebannt zugehört. Der hohe Praxisbezug dieser Methode sorgt auch für einen nachhaltigen Lern- erfolg: Ich erlebe noch heute Situationen, in denen ich mich an einen bestimmten Fall erinnert fühle und mir überlege, was wir damals erarbeitet haben und was demnach jetzt die beste Reaktion wäre.

Warum schätzen Sie die Internationalität der Business School als besonders wichtig ein?

Generell finde ich: Nachdem unsere Wirtschaft immer globaler wird, sollte sich dies auch in einem Executive Education-Programm niederschlagen. Speziell, was den Umgang mit neuen Märkten anbelangt, erwarte ich mir von einer hochwertigen Weiterbildung, dass sie mich auch auf neue Marktplayer vorbereitet. Gleichzeitig ist es aber auch sehr hilfreich, sich mit anderen Teilnehmern aus fremden Kulturen auszutauschen, um so neue Perspektiven und Sichtweisen zu erhalten.

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Executive Education lebt ja nicht nur von den Inhalten der Lehre, sondern auch viel vom Austausch und den Beziehungen der Teilnehmer untereinander. Konnten Sie bereits von Ihrem Alumni-Netzwerk profitieren?

Ich habe von dem Netzwerk sehr profitiert – wenn auch eher auf der persönlichen Ebene, da einige Freundschaften daraus entstanden sind. Würde ich mich allerdings selbstständig machen wollen, könnte ich bei den regelmäßigen Alumni-Veranstaltungen alle Menschen treffen, die ich dafür brauchen würde. Es gibt auch bereits etliche Erfolgsbeispiele von früheren Teilnehmern, die gemeinsam Unternehmen gründeten.

Wenn Sie Ihr Executive Education-Programm insgesamt einschätzen sollen: Wie lautet Ihr Fazit?

Generell habe ich von dem Programm umfassend profitiert – es hat mich sehr gut auf all das vorbereitet, was in meiner neuen Aufgabe auf mich zugekommen ist. Kurzfristig hatte ich bei der damaligen Restrukturierung – neben der bereits erwähnten Mitarbeiterführung – vor allem bei der Session zum Thema Verhandlungsführung ein schönes Aha-Erlebnis. Gerade, wenn sich das Unternehmen in einer kritischen Situation befindet, neigen viele Spitzenmanager dazu, aus einer Position der vermeintlichen Schwäche bei Verhandlungen zu schnell nachzugeben. Im Zuge des Programms habe ich gelernt, abzuwarten, wo der Schmerzpunkt des Gegenübers liegt, wie weit er sich eventuell doch noch auf mich zubewegt.

Langfristig habe ich noch heute – vier Jahre später – einige Punkte aus dem Executive Education-Programm auf meiner Agenda, die ich eines Tages angehen möchte. So bin ich etwa überzeugt, dass es in jedem Unternehmen Abläufe gibt, die optimiert werden können – und dass der entscheidende Wettbewerbsvorteil auch im kleinsten Detail des Businessmodells liegen kann. Die Konsequenz daraus: Entscheidungen viel stärker zu hinterfragen und öfter noch mal einen Schritt zurückgehen und in Ruhe alles zu überdenken. Gemessen an den oft weitreichenden finanziellen Konsequenzen, die Entscheidungen nach sich ziehen können, ist dann auch der ROI eines Executive Education-Programms schnell erreicht.

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