Intel gibt SoCs für Smartphones und Tablets auf

Atomausstieg nun auch bei Intel

| Autor: Klaus Länger

(Bild: Intel)

Seit Jahren müht sich Intel ohne Erfolg um mehr Marktanteile bei CPUs für Smartphones und Tablets. Nun zieht die Firma den Stecker und stellt die Atom-Prozessoren für diese Geräte ein.

Die Restrukturierung bei Intel mit der Entlassung von etwa 12.000 Mitarbeitern trifft nicht nur den schwächelnden Bereich der PC-Prozessoren. Bei den SoCs für Android-Tablets und Smartphones ist der Einschnitt noch härter: Der Chip-Hersteller stellt die System-on-a-Chip-Modelle Sofia und Broxton ein.

Allerdings führt Intel nur einen Teilausstieg aus der eigenen Atom-Technologie durch. Denn bei den für Windows-10-Geräte bestimmten Atom-Prozessoren der Cherry-Trail-Familie und den kommenden Apollo-Lake-Prozessoren geht es wohl weiter.

Das waren Sofia und Broxton

Sofia war der Codename für die auf dem Mobile World Congress 2015 vorgestellten Atom-Modelle der x3-Serie. Die 64-Bit-Prozessoren mit zwei oder vier Kernen waren für preisgünstige Android-Smartphones, Phablet oder Tablets bestimmt. Bei der Entwicklung des Modells x3-C3230RK kooperierte Intel mit dem chinesischen Prozessorhersteller Rockchip. Die Mali-Grafikeinheit der drei Prozessoren hatte Intel pikanterweise bei ARM lizenziert, wohl um hier Treiberproblemen aus dem Weg zu gehen. Die Herstellung der Prozessoren erfolgte nicht bei Intel selbst, sondern in einem günstigen 28-nm-Prozess bei TSMC. Einige Geräte mit x3-SoCs des chinesischen Herstellers wurden in Barcelona gezeigt. Sie waren primär für den asiatischen Markt gedacht und auch dort wohl nicht sehr erfolgreich.

Broxton sollte leistungsfähigere Smartphones und Tablets antreiben und eher mit den ARM-Prozessoren von Qualcomm konkurrieren. Die eigentlich schon für 2015 geplante Broxton-Serie basierte auf der 14-nm-Goldmont-Architektur und sollte mit einer sehr schnellen GPU aufwarten. Doch schon vor dem Start der Vorserienproduktion hat Intel die Notbremse gezogen.

Von ARM zu Atom

Mit diesen Einschnitten beendet Intel ein Projekt, das mit der Vorstellung von Android für x86-Prozessoren auf dem Intel Developer Forum 2011 begonnen hatte. Ursprünglich eingeführt wurde die Atom-Baureihe bereits 2008 für die damals neue Gattung der Netbooks. Auch die MIDs (Mobile Internet Device) arbeiteten mit Atom-Prozessoren. Mit dem Erfolg des iPhones verschwanden die kleinen Tablets mit Slider-Tastatur und Linux oder Maemo als Betriebssystem schnell in der Versenkung.

Mit Xscale gab es eine Zeit lang sogar ARM-Prozessoren von Intel. Sie wurden beispielsweise für PDAs und einige Smartphones der ersten Generation von Palm oder Blackberry sowie für einige Windows-Mobile-Geräte verwendet. 2006 verkaufte Intel die komplette Sparte an Marvell, um sich auf x86-Prozessoren zu konzentrieren.

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