Leiterplattenfertigung AT&S schließt Standort Klagenfurt

Redakteur: Kristin Rinortner

Aufgrund der rückläufigen Marktentwicklung für einseitige Leiterplatten und fehlender Auslastungsperspektiven schließt AT&S Austria Technologie & Systemtechnik den Produktionsstandort in Klagenfurt Ende des Jahres 2013.

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Druck aus Fernost zu groß: AT&S schließt die Fertigung einseitiger Leiterplatten am Standort Klagenfurt
Druck aus Fernost zu groß: AT&S schließt die Fertigung einseitiger Leiterplatten am Standort Klagenfurt
(Bild: AT&S)

AT&S hat vor kurzem das Geschäftsjahr 2012/2013 mit einem Umsatz von etwa 542 Mio. Euro und damit 5% über dem Vorjahr abgeschlossen. Als Grund für die positive Geschäftsentwicklung nannte CEO Andreas Gerstenmeyer die deutlich verbesserte Nachfrage nach hochwertigen HDI-Leiterplatten vor allem im Bereich Mobile Devices, aber auch in der Automotive-Industrie sowie der Medizintechnik.

Andreas Gerstenmayer, AT&S: "Wir haben alles versucht, mussten aber feststellen, dass keine der offenen Alternativen zum gewünschten Erfolg geführt hat."
Andreas Gerstenmayer, AT&S: "Wir haben alles versucht, mussten aber feststellen, dass keine der offenen Alternativen zum gewünschten Erfolg geführt hat."
(Bild: AT&S)
Da die Fertigung einseitiger Leiterplatten keine Auslastungsperspektiven biete, soll Ende des Jahres der Standort Klagenfurt (Österreich) geschlossen werden. „Trotz Ausschöpfung aller uns zur Verfügung stehenden Optionen konnten wir die Auslastung in Klagenfurt nicht auf ein wirtschaftlich vertretbares Niveau bringen. Infolgedessen kann auch die Ergebnissituation nicht wesentlich und nachhaltig verbessert werden.

Wir haben bis zuletzt alles versucht, mussten aber feststellen, dass keine der offenen Alternativen zum gewünschten Erfolg geführt hat. Schlussendlich sehen wir uns mit der Tatsache konfrontiert, den Standort schließen zu müssen. Um für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine sozial verträgliche Lösung zu finden, haben wir uns in Abstimmung mit der Landesregierung, dem AMS, der AK und im Einvernehmen mit dem Betriebsrat zusammengesetzt und erarbeiten einen entsprechenden Sozialplan", erklärt Gerstenmayer.

Die AT&S Klagenfurt Leiterplatten GmbH, eine Tochtergesellschaft der AT&S Austria Technologie & Systemtechnik Aktiengesellschaft, die im Jahr 2003 rund 100 MitarbeiterInnen aus der insolventen AIK Electronics Austria übernommen hatte, produziert einseitige Leiterplatten für den europäischen Markt. Bei einseitigen Leiterplatten handelt es sich um die einfachste Technologie in der Leiterplattenindustrie.

Seit 2004 entwickelte sich der Markt für einseitige Leiterplatten allgemein rückläufig. Der globale Trend, die Verlagerung der Produktion von einfachen Leiterplatten nach Asien, hat sich seither massiv verstärkt. Die Konsequenz daraus ist, dass Großserien aufgrund des Kostendrucks ausschließlich in Asien gefertigt werden und in Europa ein immer kleiner werdendes Marktsegment für einseitige Leiterplatten erhalten blieb.

Innerhalb der AT&S-Gruppe werden einseitige Leiterplatten ausschließlich am Standort Klagenfurt produziert. Daher hat AT&S in Klagenfurt alles daran gesetzt, dem Abwärtstrend in diesem Markt mittels verschiedener Initiativen entgegenzusteuern. Im Jahr 2009 hat sich jedoch die negative Nachfragesituation durch die Wirtschaftskrise drastisch verschärft. Der Produktionsanteil für einseitige Leiterplatten in Europa lag nur mehr bei rund 5%.

Gegenüber der positiven Auslastungsperspektive an den anderen Standorten der AT&S-Gruppe zeigt der Bedarf für einseitige Leiterplatten für den Standort Klagenfurt weiter nach unten. Dies spiegelte sich dort in rückläufigen Kundenaufträgen und Umsatzverlusten wieder. Der Standort Klagenfurt wirtschaftet nicht kostendeckend.

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