Internet der Dinge

ARM will Little Data mit Big Data verknüpfen

| Redakteur: Franz Graser

So sieht Chipdesigner ARM die Zukunft: Die mbed-Plattform soll es ermöglichen, viele Vorgänge und Prozesse zu automatisieren, die derzeit noch händisch erledigt werden müssen, da es noch Medienbrüche zwischen den Geräten und dem Backend in der Cloud gibt.
So sieht Chipdesigner ARM die Zukunft: Die mbed-Plattform soll es ermöglichen, viele Vorgänge und Prozesse zu automatisieren, die derzeit noch händisch erledigt werden müssen, da es noch Medienbrüche zwischen den Geräten und dem Backend in der Cloud gibt. (Grafik: ARM)

Für das Internet der Dinge gibt es viele Visionen und Konzepte. Klar ist aber: Der Mehrwert der mit dem Netz verbundenen Geräte erschließt sich erst, wenn es eine leistungsfähige Verbindung zu den IoT-Diensten und Applikationen in der Cloud gibt. ARM entwickelt hierfür eine eigene Infrastrukturplattform.

Die Entwicklung von Applikationen für das Internet der Dinge gerät immer wieder an Hindernisse und Flaschenhälse. Je nach Anwendungsbereich der Geräte, die mit dem Netz verknüpft werden sollen, gibt es unterschiedliche Standards und Protokolle, die berücksichtigt werden müssen. Zudem beruhen die Frontend- und Backend- Techniken (hier Mikrocontroller, dort Serverfarmen) auf zum Teil ganz unterschiedlichen Hard- und Softwareplattformen, die eine Integration nicht gerade erleichtern.

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Der Embedded-Chipdesigner ARM will dies ändern. Die Mikroprozessoren und -controller von ARM sind schließlich auf der Geräteseite weit verbreitet. Daher hat der britische Chipentwickler nun eine Infrastrukturplattform angekündigt, die das Computing im Kleinen mit dem Computing im Großen verknüpfen soll. Zentraler technischer Baustein hierfür ist das Embedded-Betriebssystem mbed, das ARM im Jahr 2009 erstmals veröffentlichte.

Die Architektur des Device-Servers von ARM. Er agiert als Schaltstelle zwischen den mit dem Internet verbundenen Geräten (unten dargestellt) und den Big-Data-Anwendungen im Backend beziehungsweise in der Cloud (oben dargestellt).
Die Architektur des Device-Servers von ARM. Er agiert als Schaltstelle zwischen den mit dem Internet verbundenen Geräten (unten dargestellt) und den Big-Data-Anwendungen im Backend beziehungsweise in der Cloud (oben dargestellt). (Grafik: ARM)

Das Open-Source-System mbed wurde speziell für den Embedded-Markt und das Internet der Dinge entwickelt und soll im Oktober kommenden Jahres die dritte Auflage erleben. In den kommenden Monaten wird mbed mit zusätzlichen Diensten ergänzt – etwa einem Protokollstack, der die Kommunikation mit zahlreichen Funkstandards wie Bluetooth Low Energy, Cellulyr, Ethernet, WLAN, ZigBee IP, Zigbee NAN und 6LoWPAN ermöglicht, einer Power-Management-Software, sicheren Firmware-Funktionen oder einer gesicherten IP-Kommunikation durch Techniken wie Transport Layer Security (TLS) und Datagram Transport Layer Security (DTLS).

Das zweite zentrale Element der mbed-Plattform für das Internet der Dinge ist ein sogenannter Device-Server. Diese Middleware schaltet sich gewissermaßen als Relaisstation zwischen die einzelnen Geräte und die Big-Data-Applikationen im Backend eines Unternehmens oder in der Cloud. Das bedeutet, dass eine Big-Data-befähigte ERP-Anwendung, etwa von SAP oder Oracle, keinen direkten Zugriff auf die ARM-Geräte im Internet der Dinge benötigen würde, da der Device-Server dazwischen geschaltet wird. Little Data und Big Data werden verknüpft: Idealerweise wäre die Fragmentierung auf der Geräteseite somit für die Applikationsentwickler kein Thema mehr.

Ein nicht zu unterschätzender Vorteil der ARM-Plattform dürfte es sein, dass ARM auf der Geräteseite sehr stark vertreten ist. Schließlich sind in unzähligen Geräten Mikrocontroller der ARM-Familie Cortex-M verbaut. Darüber hinaus fasst die Infrastrukturplattform von ARM das Internet der Dinge von zwei Seiten an: Auf der Geräteseite und einmal mit dem Device-Server von der Backend-Seite.

Darüber hinaus hat ARM schon einige namhafte Partner im Boot, darunter die Embedded-Hardwarespezialisten wie Atmel, Feescale, NXP, Renesas oder STMicroelectronics, aber auch den Mainframe- und Middleware-Hersteller IBM sowie mit Salesforce einen prominenten Applikationsanbieter.

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