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ARM kauft Treasure Data: „Letztes Puzzleteil“ für durchgängige IoT-Strategy

Redakteur: Michael Eckstein

Prozessor-IP ist nicht genug: Mit der größten Cash-Übernahme der Firmengeschichte will ARM zum Big Player im explodierenden IoT-Markt werden. Das Vehikel dafür soll die „einzige echte Ende-zu-Ende-IoT-Plattform“ sein, ARM Pelion.

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Komplettsystem: ARM will mit seiner Pelion-Plattform ein durchgängiges IoT-Angebot aus einer Hand bereitstellen – vom Sensor über die Konnektivität bis hin zur Datenauswertung.
Komplettsystem: ARM will mit seiner Pelion-Plattform ein durchgängiges IoT-Angebot aus einer Hand bereitstellen – vom Sensor über die Konnektivität bis hin zur Datenauswertung.
(Bild: ARM)

Prozessor-IP-Lieferant ARM hat das Datenmanagement-Unternehmen Treasure Data gekauft. Das ursprünglich britische, jetzt zum japanischen Softbank-Konzern gehörende ARM sieht im Know-how des Datenspezialisten das fehlende Glied, das letzte Puzzleteil für seine umfassende IoT-Strategie. Längst hat ARM das Potenzial des Internet of Things (IoT) erkannt – und will nicht länger nur Lieferant von Prozessor-IP für die verwendete Hardware sein. Das ist kaum verwunderlich: Die Erfahrung zeigt, dass mit den Services letztlich mehr Geld zu verdienen ist als mit der zugrundeliegenden Hardware.

Treasure Datas Stärke ist es nach eigenen Angaben, große Mengen verstreuter Daten und Silodaten zu aggregieren, zu übersetzen und so nutzbar zu machen. Die Technologie des Unternehmens soll Daten aus beliebigen Quellen verarbeiten können – CRM, E-Commerce-Systeme, Edge, IoT-Geräte und Daten von Drittanbietern. „Das Ergebnis für den Kunden ist die Fähigkeit, aus jedem unterschiedlichen Datenmix aussagekräftige und umsetzbare Erkenntnisse abzuleiten“, erklärt Dipesh Patel, President der IoT Services Group von ARM.

„Letztes Teil im IoT Enablement Puzzle“

Nach seinen Aussagen ist „Treasure Data das letzte Teil unseres IoT Enablement Puzzles“. Und dieses Puzzleteil lässt sich ARM einiges kosten: Gegenüber EE Times bestätigte Joyce Kim, Chief Marketing Officer von ARM, „dass es sich um die größte in bar abgewickelte Übernahme unserer bisherigen Firmengeschichte handelt.“ Die zuvor in den Medien kolportierten 600 Mio. Dollar wollte Kim hingegen nicht bestätigen.

Was macht Treasure Data so wertvoll für ARM? Seine Technologie, zusammen mit der des letzten Zukaufs Stream für das Connectivity Management und kombiniert mit ARM Mbed Cloud und ARMs Expertise bezüglich der IoT-Hardwarebasis, würde etwas völlig Neues schaffen. „Wir nennen es die ARM-Pelion-IoT-Plattform“, erklärt Patel.

Pelion soll die Komplexität verringern, die dem Thema IoT anhaftet – schließlich müssen hier in der Regel Hard- und Software-Lösungen ganz unterschiedlicher Anbieter in einer Lösung zusammenspielen. Unternehmen sollen schnell in die Lage versetzt werden, schnell, sicher und nachhaltig umsetzbare Erkenntnisse aus IoT-, Unternehmens- und Fremddaten zu gewinnen, mit denen sie im besten Fall neue Umsatzpotenziale erschließen können.

Neue IoT-Plattform soll Komplexität von den Anwendern fernhalten

Dazu soll die Plattform von der nahtlosen und sicheren Verbindung über die Verwaltung von IoT-Geräten bis hin zur Aufbereitung der gesammelten Daten in beliebiger Skalierung das komplette IoT-Universum abdecken. Nach eigenen Angaben sieht ARM Pelion für den Einsatz in öffentlichen und privaten Clouds, in lokalen und hybriden Umgebungen vor. Es biete höchste Flexibilität in IoT-Systemarchitekturen. „Die Pelion IoT-Plattform bietet außerdem einheitliche Abrechnungsprozesse“ sagt Patel. Außerdem ließen sich damit Infrastrukturkosten senken, die Betriebseffizienz erhöhen und Integrationsprobleme beseitigen. Zusammengefasst würde Pelion drei Hauptaufgaben übernehmen:

  • Device Management: Sichere und konsistente Bereitstellung von IoT-Geräten, Identitäts- und Zugriffsverwaltung und Updates für jede Systemeinrichtung;
  • Connectivity Management: Unterstützung für eine Reihe von Wireless-Konnektivitätsstandards für jedes Gerät, jede Region oder jeden Anwendungsfall, einschließlich Aktivieren einer sicheren eSIM-Identifizierung;
  • Datenmanagement: Analyse von vertrauenswürdigen Daten, von einzelnen Geräten bis hin zu unternehmensweiten großen Datenimplementierungen, einschließlich Daten von Drittanbietern. Das soll horizontal über Anwendungen und Anwendungsfälle hinweg funktionieren.

Breites Ökosystem mit über 140 Technologie-Partnern

Laut ARM bietet Pelion Zugriff auf ein umfassendes Partner-Ökosystem von derzeit über 140 Partnern aus den Bereichen Chip-Technik, Mobilfunk, Mobilfunknetzbetreiber, Channel, Technologieanbieter und mehr. „Es beinhaltet einen Großteil der Technologie, die die Cloud-basierte Enterprise Customer Data Platform (CDP) von Treasure Data in die heutige marktführende Position gebracht hat“, erläutert Patel.

Treasure Data böte zudem die einzigartige Möglichkeit, große Mengen an Streaming-Web-, Mobil- und IoT-Daten zu verarbeiten. Derzeit habe das Unternehmen bereits über 300 Kunden. Die Plattform von Treasure Data würde rund zwei Millionen Ereignisse pro Sekunde verarbeiten, Hunderttausende von Abfragen und insgesamt ca. 50 Billionen Datensätze pro Tag. Diese Daten könnten in andere Enterprise Analytics-Tools integriert werden. Neben der Integration in seine Pelion IoT-Plattform will ARM die Treasure Data-Plattform auch weiterhin als eigenständiges Produkt vermarkten.

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