Arm gründet IoT-Plattform Pelion in eigenes Unternehmen aus

Redakteur: Sebastian Gerstl

Vor zwei Jahren hatte Arm unter dem damaligen Eigentümer Softbank die Pelion-Plattform als eine durchgängige Prozessor-zu-Cloud-Lösung aufgebaut. Nun wird die IoT-Plattform in ein eigenes Unternehmen ausgegründet. Hintergrund ist die anstehende Übernahme durch Nvidia.

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Gemanagte End-to-End-Lösungen und Multiband-Konnektivität für IoT-Plattformen in verschiedenen SIM-Formaten: Arm gründet vor dem Hintergrund der anstehenden Arm-Übernahme seine IoT-Lösung Pelion in ein eigenständiges Unternehmen aus.
Gemanagte End-to-End-Lösungen und Multiband-Konnektivität für IoT-Plattformen in verschiedenen SIM-Formaten: Arm gründet vor dem Hintergrund der anstehenden Arm-Übernahme seine IoT-Lösung Pelion in ein eigenständiges Unternehmen aus.
(Bild: Pelion)

Im August 2018 kaufte Arm das auf Cloud-Lösungen spezialisierte Unternehmen Treasure Data ein – seinerzeit die teuerste Akquise, die Arm aus eigenen Mitteln finanziert hatte. Mit dem eingekauften Know-how startete das Unternehmen Umgehend die Pelion IoT Plattform, ein durchgängiges IoT-Angebot aus einer Hand – vom Sensor über die Konnektivität bis hin zur Datenauswertung. Dies alles war im Rahmen der Strategie des damals neuen Eigners Softbank, der das Unternehmen stärker im IoT-Markt etablieren wollte. Entsprechend versprach Arm mit Pelion, eine „nahtlose und sicheren Verbindung über die Verwaltung von IoT-Geräten bis hin zur Aufbereitung der gesammelten Daten in beliebiger Skalierung das komplette IoT-Universum“ schaffen zu wollen. Gleichzeitig sollte Pelion innerhalb des Unternehmens als IoT-Inkubator für neue Ideen dienen.

Nun hat Arm angekündigt, das Pelion-Geschäft als eigenständiges Unternehmen ausgründen zu wollen. Hintergrund ist die anstehende, 40 Mrd. US-$ schwere Übernahme durch den amerikanischen GPU-Spezialisten Nvidia. Bis auf weiteres soll Pelion allerdings vorerst als 100%-ige Tochterfirma von Arm verbleiben.

Eine End-to-End-Plattform für durchgängige IoT-Lösungen

„Mit Schlüsseltrends wie 5G und Edge-KI, die verteilte Intelligenz ermöglichen, tritt Pelion in seine nächste Wachstumsphase als eine agilere, fokussierte Organisation ein, die darauf ausgerichtet ist, unseren Kunden zu helfen, das transformative Potenzial des IoT auszuschöpfen", sagt Hima Mukkamala, Senior Vice President der Pelion IoT Plattform bei arm und fortan CEO des eigenständigen Unternehmens Pelion. „Dies ist ein aufregender Meilenstein für das Unternehmen, der ein Team mit einem tiefen Erbe an Geräte-, Sicherheits- und Netzwerkexpertise zusammenbringt. Wir werden mit unserem etablierten Kundenstamm und unserem ausgereiften Partnernetzwerk zusammenarbeiten, während wir unsere Mission fortsetzen, den gesamten Weg der Geräte zu vereinfachen und eine robuste, sichere Grundlage für IoT-Innovationen zu schaffen".

Das fortan eigenständige Pelion soll weiterhin eine Verwaltungsplattform zur Unterstützung von Geräten im Internet der Dinge (IoT) unter Verwendung von ARM-Hardware-Designs und eingebetteter Software bereitstellen. Zudem bietet das Unternehmen Das Unternehmen bietet eine kostenlose IoT 50MByte Multi-Format SIM-Karte an, die 60 Tage lang kostenlose Konnektivität bietet, um ein IoT-Projekt aufzubauen, zu verbinden, zu testen und auf den Markt zu bringen.

Dabei sollen 4G LTE/3G/CAT-M-Netze in ganz Nordamerika sowie eine globale Abdeckung verwendet werden. Allerdings bleibe man hinsichtlich Betriebssystem- Netzwerk oder Anwendungslösungen agnostisch und arbeite mit diversen Hardware- und Geräteherstellern, unabhängigen Softwareanbietern (ISVs), Mobilfunknetzbetreibern und Plattformanbietern zusammen, um diese auf der eigenen IoT-Plattform zusammenzubringen.

Laut Schätzungen der Marktanalysten von Gartner soll der Markt für IoT-Plattformen für Unternehmen zwischen 2019 und 2024 um 31 Prozent wachsen. Connectivity-Plattformen kämen in diesem Segment eine besondere Bedeutung zu. Zahlreiche Unternehmen benötigen Hilfe bei der Bewältigung der Komplexität der Bereitstellung von Geräten in großem Maßstab, vom Design der Geräte bis hin zum Anschluss, zur Sicherung und Überwachung dieser Bereitstellungen während des gesamten Gerätelebenszyklus. Dieses Segment soll Pelion direkt ansprechen.

Ende einer glücklos verlaufenen IoT-Strategie

Pelion bietet ein durchgängiges Device Lifecycle Management für IoT-Geräte: von der Konzipierung über Umsetzung bis hin zum Betrieb. Der Großteil der Lösungen baut dabei auf das hauseigene Ökosystem auf Basis des ARM mbed-OS auf.
Pelion bietet ein durchgängiges Device Lifecycle Management für IoT-Geräte: von der Konzipierung über Umsetzung bis hin zum Betrieb. Der Großteil der Lösungen baut dabei auf das hauseigene Ökosystem auf Basis des ARM mbed-OS auf.
(Bild: Pelion)

Bereits im Juli diesen Jahres hatte Arm Schritte unternommen, die Geschäftsbereiche 'IoT Platform' und 'Treasure Data' aus dem eigenen Unternehmen herauszutrennen und an die janapnische Muttergesellschaft Softbank zu übertragen. Damals kursierten bereits Gerüchte, dass der japanische Mutterkonzern die Prozessorschmiede für einen möglichen Verkauf vorbereiten möchte.

Zwar werden im IoT-Markt immer mehr Geräte auf Basis von Arm-Prozessorkernen ausgeliefert, dennoch verlief die IoT-Sparte für das britische Unternehmen in den letzten beiden Jahren eher glücklos. Unter der Ägide von Softbank hatte Arm neben Treasure Data sich auch das Tech-Startup Stream Technologies einverleibt, um mit diesen zusammengeführten Technologien Pelion aufzubauen und eine in erster Linie von Softbank angestrebte IoT-Strategie verfolgen zu können. Pelion entstand als eine Kombination der von Treasure Data und Stream Technologies bezogenen Technologien mit dem hauseigenen mbed-Betriebssystem.

Nvidia möchte Rechenzentren und KI, Softbank behält das IoT-Geschäft

Nvidia, der künftige Eigner von Arm, möchte sich mit der Akquise der Prozessorschmiede in erster Linie auf sein Geschäft in Rechenzentren, Supercomputing und Künstlicher Intelligenz konzentrieren. Softbank – ein japanischer Mischkonzern, der überwiegend in Telekommunikation und Robotik aktiv ist, in den letzten Jahren aber verstärkt in Tech-Startups investiert hat – zeigt sich hingegen weiter am IoT-Markt interessiert. Wahrscheinlich ist, dass das japanische Dachunternehmen auf diese Weise die aus Arm herausgelösten Teile des IoT-Geschäfts weiter im Konzern behalten möchte.

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