Raumfahrt

Arduino-Satellit macht Weltraumforschung für alle erschwinglich

| Redakteur: Franz Graser

Der Arduino-Satellit ArduSat in der Schemazeichnung. Gut zu erkennen sind die würfelförmige Struktur, der Antennen-Array sowie die Sensor-Suite auf Arduino-Basis.
Der Arduino-Satellit ArduSat in der Schemazeichnung. Gut zu erkennen sind die würfelförmige Struktur, der Antennen-Array sowie die Sensor-Suite auf Arduino-Basis. (Bild: ArduSat3.pngPeter Platzer, Wikimedia Commons / CC BY-SA 3.0)

In 23 Tagen will das amerikanische Startup-Unternehmen NanoSatisfi einen Nano-Satelliten in eine erdnahe Umlaufbahn starten. Der Satellit, der auf der Open-Source-Plattform Arduino basiert, kann von jedermann für Forschungsprojekte gemietet werden.

Wieviel kostet ein Satellit im erdnahen Orbit? 250 US-Dollar pro Woche. Wer den kosmischen Begleiter nur drei Tage lang in Anspruch nehmen will, ist schon mit 125 Dollar dabei. Das geht mit dem Satelliten ArduSat, einem Nanosatelliten, der von dem Startup NanoSatisfy aus San Francisco entwickelt wurde.

Das nötige Startkapital in Höhe von 106.000 Dollar sammelte die aufstebende Firma um den Gründer und CEO Peter Platzer über die Crowdfunding-Plattform Kickstarter. Darüber hinaus schossen sogenannte Business Angels und der russische Milliardär Dimitrij Grischin zusammen weitere 1,5 Millionen Dollar für das Projekt zu.

Der würfelförmige Satellit hat eine Kantenlänge von etwa 10 Zentimetern und wiegt 1,3 Kilogramm. Er basiert auf der quelloffenen Arduino-Architektur. Das heißt, dass die Sensoren des Satelliten über die Arduino-Plattform gesteuert und von der Erde aus angesprochen werden können. Der ArduSat verfügt über einen Beschleunigungsmesser, ein Gyroskop, eine Kamera, einen Geigerzähler,ein Infrarotthermometer,einen Lichtsensor, ein Magnetometer, ein Spektrometer, Sonnen- und Temperatursensoren.

Personen oder Einrichtungen, die den Satelliten für eine gewisse Zeit mieten, können entweder vorgefertigte Applikationen über eine Art App Store kaufen, um mit dem ArduSat Beobachtungen anzustellen. Es gibt aber auch ein freies Software-Entwicklerkit, mit dem Interessenten selbst solche Apps programmieren können, die dann auf dem Satelliten ausgeführt werden.

Auf diese Weise können zum Beispiel Schüler oder Studenten Informationen über das Magnetfeld der Erde sammeln oder die Kamera des Satelliten als Weltraumteleskop einsetzen. Nähere Informationen für Interessenten sind auf der englischsprachigen Seite der Firma Nanosatisfi zu finden.

Der Satellit wird in 23 Tagen im Rahmen eines japanischen Versorgungsfluges zur International Space Station ins All starten und dort ausgesetzt werden. Der künstliche Trabant wird die Erde dann voraussichtlich 16 Wochen lang umkreisen und dann in der Atmosphäre verglühen.

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