AR für die Industrie 4.0: Startup Visometry gewinnt Fraunhofer Gründerpreis 2018

| Redakteur: Dr. Anna-Lena Gutberlet

Der mit 5.000 € dotierte Fraunhofer Gründerpreis 2018 wird an Visometry überreicht (v.l.): Dr. Matthias Unbescheiden (Fraunhofer IGD), Dr. Andreas Olmes (High-Tech Gründerfonds), Dr. Harald Wuest und Jens Keil (Visometry) Michael Kuschel (Fraunhofer Venture) und Markus Weitzel (Fraunhofer Venture)
Der mit 5.000 € dotierte Fraunhofer Gründerpreis 2018 wird an Visometry überreicht (v.l.): Dr. Matthias Unbescheiden (Fraunhofer IGD), Dr. Andreas Olmes (High-Tech Gründerfonds), Dr. Harald Wuest und Jens Keil (Visometry) Michael Kuschel (Fraunhofer Venture) und Markus Weitzel (Fraunhofer Venture) (Bild: Marc Müller)

Das Team von Visometry überzeugte die Jury von Fraunhofer und dem High-Tech Gründerfonds mit ihren speziellen Augmented Reality Tracking-Lösungen für die digitale Wertschöpfungskette im Rahmen der Industrie 4.0.

Visometry entwickelt auf Basis der eigenen Plattformtechnologie Computer-Vision-Lösungen für verschiedene AR-Anwendungen in Bereichen wie Produktion, Wartung & Training oder Marketing und Sales. Dabei entwickeln die Experten von Visometry auch gemeinsam mit Kunden vor Ort passgenaue Einsatzlösungen und begleiten die Integration, beispielsweise in der AR-gestützen Qualitätsanalyse.

Die spezielle Tracking-Technologie ermöglicht die präzise und verlässliche Objekterkennung und -verfolgung selbst in lichtschwachen und hochdynamischen Umgebungen. „Das ist so präzise, dass damit nicht nur klassische AR-Anwendungen umsetzbar sind, sondern auch Objekte gegeneinander verglichen und vermessen werden können, oder deren veränderter Zustand erkannt werden kann“, erklärt CEO Wuest.

Mit der VisionLib und ihrem sogenannten Model Tracking als Schlüsseltechnologie lässt sich erstmals der Einsatz von AR automatisieren und skalieren, weil CAD und 3D-Daten in der Bildverarbeitung genutzt werden und manuelle Vorverarbeitungsschritte wie beispielsweise das aufwändige Präparieren mit Markern entfallen. Davon profitiert der Industrie-AR-Markt insgesamt, weil andere Anbieter VisionLib auch als Modul in eigene Enterprise-AR-Lösungen integrieren können.

Entwickelt bei Fraunhofer – in Unternehmen erfolgreich

Visometry wurde 2017 von Dr. Harald Wuest, Timo Engelke, Jens Keil und Folker Wientapper als Spin-off des Fraunhofer-Instituts für Grafische Datenverarbeitung (IGD) gegründet. Das Team konnte den High-Tech Gründerfonds und die Fraunhofer-Gesellschaft als Seed-Investor gewinnen. Bereits im ersten Geschäftsjahr arbeitete Visometry profitabel und konnte namhafte Kunden gewinnen. Unternehmen wie BMW, Bosch, Daimler, Porsche oder Siemens setzen AR-Technologie von Visometry bereits heute erfolgreich ein.

In der Jury-Begründung würdigte Thomas Doppelberger, Leiter von Fraunhofer Venture, besonders, dass das Team von Visometry aus dem Wissensvorsprung der Fraunhofer-Forschung innerhalb kurzer Zeit eine marktreife Technologie für den weltweit auf rund 16 Milliarden US-Dollar geschätzten Markt für Enterprise AR-Lösungen entwickelt hat.

„Visometry ist ein Vorbild für den Technologietransfer vom Labor in die Praxis. Das Gründerteam verbindet die Expertise aus der Wissenschaft mit dem Pionier- und Unternehmergeist, den wir für die digitale Transformation und Zukunftssicherung des Hightech-Standortes Deutschland brauchen.“

„Fachlich waren wir schon zu Fraunhofer-Zeiten auf weltweitem Top-Niveau. Neu und auch fremd waren für uns die breiten Themen, Prozesse, Strukturen und juristische Fragen die im Company-Building dazu kamen. Wir sind froh und dankbar mit Fraunhofer Venture und dem HTGF eine gute Begleitung vor und auch nach der Ausgründung zu haben“, meint CEO Wuest.

Yann Fiebig vom High-Tech Gründerfonds fügt hinzu: „Wir sind überzeugt, dass das Unternehmen aufgrund seines Know-hows und des spannenden Marktumfeldes über ein erhebliches Wachstumspotenzial verfügt. Wir freuen uns, das Team zu unterstützen, da wir eine wachsende Chance sehen, das Potential von AR insbesondere im industriellen Umfeld zu heben.“

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