Sustainable Semiconductor Technologies and Systems Apple tritt Initiative für nachhaltige Halbleiter-Technologien bei

Redakteur: Sebastian Gerstl

Mit dem Forschungsprogramm Sustainable Semiconductor Technologies and Systems (SSTS) hat sich das belgische imec-Institut der Erforschung und Förderung nachhaltigerer Halbleiterentwicklung verschrieben. Als erster öffentlicher Partner konnte zum Start des Programms mit Apple eines der weltweit wertvollsten Technologieunternehmen gewonnen werden.

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Für sauberere, nachhaltigere Halbleiterentwicklung: Das Sustainable Semiconductor Technologies and Systems (SSTS) Programm des belgischen Forschungsinstituts imec widmet sich dem Ziel, den ökologischen Fußabdruck der gesamten Halbleiter-Wertschöpfungskette zu reduzieren.
Für sauberere, nachhaltigere Halbleiterentwicklung: Das Sustainable Semiconductor Technologies and Systems (SSTS) Programm des belgischen Forschungsinstituts imec widmet sich dem Ziel, den ökologischen Fußabdruck der gesamten Halbleiter-Wertschöpfungskette zu reduzieren.
(Bild: imec)

Halbleiter sind inzwischen in nahezu alle Bereiche des Alltags vorgedrungen. Sie finden sich längst nicht nur in Computern und Telefonen, sondern in Haushaltsgeräten oder Fahrzeugen. Sie ermöglichen die Cloud-Anbindung sogenannter smarter IoT-Geräte und tragen häufig durch intelligentes Energiemanagement dazu bei, dass diese Endprodukte zu Recht mit einer höheren Nachhaltigkeit werben können. Tatsächlich hat im Laufe der Jahre hat die Einführung immer kleinerer, leistungsfähigerer und energieeffizienterer Chip-Generationen intelligente Geräte immer nachhaltiger gemacht.

Im Widerspruch dazu hat allerdings gerade die wachsende Abhängigkeit der Welt von der Halbleitertechnologie und ihren komplizierten Produktionsprozessen den ökologischen Fußabdruck der Halbleiterindustrie selbst stark vergrößert; ein Fußabdruck, der nicht nur durch einen hohen Energieverbrauch und den Einsatz von Chemikalien, knappen Materialien und hochreinem Wasser gekennzeichnet ist, sondern auch durch die Emission von Treibhausgasen wie NF3.

Ein Schneeballeffekt – unterstützt von Apple

„Viele Systemhersteller sind heute in Bezug auf ihren unternehmerischen Fußabdruck CO2-neutral und haben den Ehrgeiz geäußert, ihren gesamten CO2-Fußabdruck bis 2030 auf Netto-Null zu bringen. Sie sind sehr engagiert, um dieses Ziel zu erreichen, aber oft fehlen ihnen die Daten, um den IC-Bestandteil von Anfang bis Ende zu entschlüsseln“, erklärt Luc Van den hove, CEO von imec. Genau hier komme das belgische Forschungsinstitut ins Spiel. „Wir verfügen über diese Daten und sind bereit, die Industrie mit allen notwendigen Erkenntnissen, Werkzeugen, Instrumenten und Zahlen zu unterstützen“. Anhand konkreter und zuverlässiger Modelle und detaillierter (Kohlenstoff-)Fußabdruck-Analysen soll das Programm der Industrie helfen, ihren ökologischen Fußabdruck zu verkleinern - als Teil des globalen Kampfes gegen den Klimawandel, die Ressourcenverknappung und die Umweltverschmutzung.

Dabei ist es wichtig, möglichst viele der großen Player aus der Branche an einen Tisch zu bringen. „ Die Unternehmen erkennen, dass sie nur dann klimaneutral werden können, wenn ihre gesamte Lieferkette mitzieht. Das ist also der Schneeballeffekt, den wir heute erzeugen wollen: Ich möchte die gesamte Halbleiter-Wertschöpfungskette dazu aufrufen, nicht abseits zu stehen, sondern als Einheit zu handeln und gemeinsam mit uns den ökologischen Fußabdruck der gesamten Halbleiterindustrie zu verringern,“ ergänzt Luc Van den hove.

Als ersten gewichtigen Partner aus der Industrie konnte das imec zum Start des Programms Apple präsentieren. Das Technologieunternehmen, das aufgrund seiner Präsenz vor allem in den Smartphone-, Tablet- und Laptop-Märkten zu den drei wertvollsten Unternehmen weltweit zählt, entwickelt seine eigenen Chip-IPs und ist einer der größten Kunden des weltweit dominanten Halbleiter-Auftragsfertigers TSMC. Im Laufe der letzten drei Jahre hat das Unternehmen dabei seine Halbleiter-Entwicklungsbemühen immer stärker ins eigene Haus verlagert,

Für eine nachhaltigere, umweltfreundlichere Halbleiter-Wertschöpfungskette

Fest entschlossen, einen Beitrag zum Kampf gegen den globalen Klimawandel, die Ressourcenverknappung und die Umweltverschmutzung zu leisten, haben Fabs und Ausrüstungslieferanten in aller Welt ihre Anstrengungen verdoppelt, um eine nachhaltigere Wertschöpfungskette in der Halbleiterfertigung zu schaffen. Untersuchungen haben beispielsweise gezeigt, dass fast 75 % der CO2-Emissionen eines mobilen Geräts auf dessen Herstellung zurückzuführen sind - wobei fast die Hälfte dieser Menge auf die zugrunde liegende IC-Fertigung zurückzuführen ist. Wie das imec bemängelt, fehlt jedoch bislang ein ganzheitlicher Ansatz zur Reduzierung der Emissionen der Fertigungsindustrie.

Das ist der Grund, warum das imec sein Forschungsprogramm Sustainable Semiconductor Technologies and Systems (SSTS) ins Leben gerufen hat. „[SSTS] ist ein Programm, das sich auf unsere weithin anerkannte Fab-Expertise stützt,“ sagt van den hove. Es kombiniere die Erkenntnisse von imec in den Bereichen Infrastruktur, Technologie und Maschinenbau, um die gesamte IC-Wertschöpfungskette dabei zu unterstützen, ihren ökologischen Fußabdruck zu verringern. „Unser Ziel ist es, die Partner über die Umweltauswirkungen bestimmter Entscheidungen zu informieren, die in der Definitionsphase der Chiptechnologie getroffen werden. Diese ganzheitliche Sichtweise - bestehend aus konkreten und zuverlässigen Modellen und detaillierten (Kohlenstoff-)Fußabdruckanalysen - zeichnet unser SSTS-Programm aus."

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