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GPUs für Smartphones Apple kündigt Verträge mit Imagination, um eigene GPUs zu entwickeln

Redakteur: Sebastian Gerstl

Die GPUs von Apples iPhone- und iPad-Linie stützt sich auf die lizensierte PowerVR-Architektur von Imagination Technologies. Doch der Smartphone-Hersteller hat angekündigt, diese Partnerschaft bis 2019 zu beenden und auf eigene Chipentwicklungen zu setzen.

Ende einer langjährigen Partnerschaft? Smartphone-Hersteller Apple hat unerwartet seine Lizenzverträge mit GPU-Hersteller Imagination Technologies gekündigt. Der Börsen des britischen IP-Lieferanten brach daraufhin um zwei Drittel seines Wertes ein.
Ende einer langjährigen Partnerschaft? Smartphone-Hersteller Apple hat unerwartet seine Lizenzverträge mit GPU-Hersteller Imagination Technologies gekündigt. Der Börsen des britischen IP-Lieferanten brach daraufhin um zwei Drittel seines Wertes ein.
(Bild: Logo-Komposit (Apple / Imagination TEchnologies))

Wie Imagination Technologies mitteilt, hat Apple das Lizenzabkommen mit dem britischen GPU-Entwickler gekündigt. In 15 bis 25 Monaten werde Apple statt lizenzierter Grafiktechnik auf eigene Chiptechnologie setzen. Für Imagination Technologies bedeutet dies den Verlust seines größten Kunden und für Apple einen gigantischen Aufwand - schlussendlich aber auch mehr Kontrolle über die eigenen Produkte.

PowerVR-Grafikeinheiten von Imagination Technologies stecken in allen iPads und iPhones der vergangenen Jahre. So steckt im aktuellen iPhone 7 eine PowerVR GT7600 GPU. Auch die Grafikeinheiten in Vorgängerreihen, wie etwa den Modellen auf Basis des Apple A9X-Chips, basieren auf einer modifizierten PowerVR-Architektur von Imagination. Apple nutzte Grafik-IPs des Unternehmens zudem bereits im ersten iPhone und ersten iPad.

Für Imagination wiegt diese Ankündigung schwer; Apple ist einer der größten Kunden des Unternehmens und laut Börsenzahlen für knapp die Hälfte des Umsatzes des britischen IP-Lieferanten verantwortlich. Demgemäß löste die Nachricht einen Kurssturz an der Börse aus, die Aktie von Imagination Technologies brach innerhalb weniger Stunden um zwei Drittel ihres Wertes ein.

Bei Imagination Technologies möchte man indes den Entschluss des Smartphone-Herstellers nicht akzeptieren: Die Entwicklung einer brandneuen GPU-Architektur von Grund auf sei viel zu aufwändig, als das Apple dies innerhalb der beabsichtigten Zeitspanne realistisch umsetzen könne, heißt es in einem Statement von Imagination. Zudem dürfte es Apple schwer fallen, innerhalb dieser kurzen Zeit eine neue Architektur zu entwickeln, ohne dabei bestehende Patente zu verletzen. Man möchte sich daher nochmal mit Apple zusammensetzen und die Lizenzvereinbarungen neu aushandeln.

Komplett unerfahren in der Chipeigenentwicklung ist Apple inzwischen nicht mehr: Apple hat angefangen mit dem A6-Chip eigene Prozessoren entwickelt. Die A10-Prozessorfamilie, genannt Hurricane, zählt zu den leistungsstärksten CPUs im Smartphone-Bereich. Auch diese nutzen allerdings einen lizensierten IP-Kern, in diesem Fall basierend auf der ARMv8-Architektur.

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