Apple iPhones: Nächste Generation ohne 5G-Modems von Qualcomm

| Redakteur: Michael Eckstein

Ausgefunkt: Nach jahrelangen Streitigkeiten will Apple offenbar keine Qualcomm-Modems mehr in seinen iPhones einsetzen.
Ausgefunkt: Nach jahrelangen Streitigkeiten will Apple offenbar keine Qualcomm-Modems mehr in seinen iPhones einsetzen. (Bild: Apple)

Apple will nicht länger Qualcomm-Modems in seinen iPhones verbauen. Stattdessen setzen die Kalifornier voraussichtlich auf Intel als Lieferant von 5G-Basisband-Chips.

Bis 2016 war Qualcomm Apples Exklusivlieferant für LTE-Modems. Danach verbaute der iPhone-Hersteller immer häufiger Funk-Chips von Intel. Derzeit teilen sich Qualcomm und Intel die lukrativen Aufträge etwa zu gleichen Anteilen. Jetzt sieht es danach aus, dass Apple zukünftig vollständig auf Qualcomm-Chips in seinen Smartphones verzichtet. Wundern würde das nicht: Seit Anfang 2017 haben sich beide Unternehmen immer wieder gegenseitig mit teuren Patentrechts-, Unterlassungs- und Schadensersatzklagen überzogen.

Wie CNET nun berichtet, hat Qualcomms Finanzchef George Davis während einer Telefonschalte mit Analysten zur Bekanntgabe der aktuellen Geschäftszahlen gesagt, dass er davon ausgeht, dass Apple in der nächsten iPhone-Generation „ausschließlich Modems eines unserer Wettbewerber“ einsetzen wird. Cristiano Amon, Chef von Qualcomms Chip-Sparte, ergänzte demnach noch, dass man Apple zwar jetzt als Kunden verloren habe, dies aber nicht so bleiben müsse. Für Qualcomm, das gerade den Übernahmeversuch von NXP gestoppt hat, wäre der Verlust von Apple als Großabnehmer von Basisband-Chips ein schwerer Schlag. Auch würde es seine Position in noch laufenden Gerichtsprozessen schwächen.

5G: In Zukunft geht Apple wahrscheinlich mit Intel

Auf welchen Lieferanten Apple zukünftig setzen wird, ist bislang offen. Das ist besonders vor dem Hintergrund interessant, da 5G bereits seine Schatten voraus wirft. Voraussichtlich ab 2020 wird in etlichen Ländern der neue Mobilfunkstandard eingeführt. Als wichtiger Technologieführer muss Apple zeitnah ein Produkt auf dem Markt haben, dass die neue Technologie beherrscht.

Die Wahrscheinlichkeit ist jedoch hoch, dass Apple in Zukunft auf Intel setzt. Schon heute sind etliche iPhone-Modelle mit Intel-Funk-Chips ausgerüstet. Und bereits Anfang 2018 hatten die Marktanalysten von KGI Securities vorausgesagt, dass zukünftige iPhone-Modelle exklusiv mit Intel-Modems bestückt sein werden. Die Auguren sind bekannt für ihre genauen Prognosen bezüglich des iPhone-Herstellers.

Hat Apple Intel Qualcomm-Know-how weitergereicht?

Intel hatte 2011 „Wireless Solutions 1“, das Mobilfunkgeschäft von Infineon Technologies, übernommen. Das US-Magazin Ars Technica hatte zudem berichtet, dass Intel gemeinsam mit Apple an 5G-Modems arbeitet. Pikanterweise wirft Qualcomm in einer der zahlreichen Klagen Apple vor, geheimes Fachwissen an Intel durchgestochen zu haben.

Bislang gilt Qualcomm als technologischer Marktführer für Modem-Chips. Erst vor kurzem hat das Unternehmen hochintegrierte HF- und Antennen-Chips für den Millimeterwellenlängenbereich (mmWave) vorgestellt, die für von 5G genutzte Frequenzspektren abdecken.

Apples iPhones demnächst langsamer als Android-Smartphones?

Schon gibt es erste Berichte, dass zukünftige iPhones mit Intel-Chips langsamer sein werden als die Qualcomm-basierte Android-Konkurrenz. Für die Praxis sind solche Überlegungen belanglos, da der Auf- und Ausbau der 5G-Infrastruktur einige Jahre dauern wird. Bis Endanwender tatsächlich extrem hohe Übertragungsraten nutzen können, werden noch einige Smartphones-Generationen über die Ladentheken gereicht werden.

Welche Modems dann darin werkeln, ist heute noch nicht absehbar.

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