App verhindert falsche Transfusion von Blut

| Redakteur: Hendrik Härter

Transfusion: Dank einer App soll es nahezu unmöglich werden, falsches Blut zu bekommen.
Transfusion: Dank einer App soll es nahezu unmöglich werden, falsches Blut zu bekommen. (Bild: CompuGroup Medical SE)

Eine Bluttransfusion gleicht einen Blutverlust aus. Mithilfe einer speziellen App soll es damit nahezu unmöglich werden, dass ein Patient das falsche Blutprodukt bekommt.

Bluttransfusionen sind in der Regel nötig, um einen durch Blutverlust entstandenen Mangel im Körper auszugleichen. Auch bei diversen Erkrankungen ist eine Bluttransfusion indiziert, wie bei verschiedenen Krebsarten, bei Bildungsstörungen der Blutplättchen und als präoperatives Anämiemanagement. Neben Arzt und Pflegepersonal, die eine Blutkonserve anfordern, verwalten die Labormitarbeiter die Produkte in einem Krankenhaus.

Das JBZ-Krankenhaus in Rotterdam wollte den Ablauf einer Transfusion erleichtern, um die Sicherheit des Patienten und die Geschwindigkeit der Versorgung zu verbessern. Ziel sollte es sein, die Kompatibilität von Patient und Blut in jeder Phase des Prozesses – von der Anfrage bis zur Verabreichung – zu gewährleisten. Die mobile Lösung ist Teil des CGM-Laborinformationssystems MOLIS, mit dem das Krankenhaus den gesamten Ablauf der Transfusion aufzeichnet, freigibt, steuert und Folgemaßnahmen vorschlägt. Die App fordert den Anwender auf, drei Barcodes einzuscannen: auf dem Badge des Pflegepersonals, auf dem Handgelenk des Patienten und auf dem Blutprodukt. Dank des App-basierten Prozesses wird es nahezu unmöglich, dass der Patient ein falsches Blutprodukt erhält.

Bluttransfusionen gelten in Europa als weitgehend sicher. Seit den 1980er Jahren unterliegt die Verabreichung von Blut strengen Auflagen, die die Sauberkeit der Produkte sicherstellen. „Die Digitalisierung in diesem Bereich ist ein weiterer Schritt, um die Patientenversorgung zu verbessern. Es ist eine Win-Win-Situation für die Mitarbeiter im Krankenhaus, als auch für jene im Labor: manuelle, papierbasierte Eingaben werden durch digitale Workflows ersetzt. Es bleibt mehr Zeit für die Pflege und Behandlung der Patienten“, resümiert Jan Molenaar, Projektleiter von MOLIS.

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