Alltagshelfer App macht iPhone zum Hörgerät

Redakteur: David Franz

Forscher der University of Essex haben eine App vorgestellt, die ein iPhone zur Hörhilfe macht. Basis dafür ist ein Algorithmus, der besser das natürliche Hören im Ohr widerspiegeln soll. Dadurch verspricht das Projekt "BioAid" eine bessere Feineinstellung, als sie bei derzeit handelsüblichen Hörgeräten möglich ist.

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"BioAid" verspricht präzisere Feineinstellungen als sie bei derzeit handelsüblichen Hörgeräten möglich ist.
"BioAid" verspricht präzisere Feineinstellungen als sie bei derzeit handelsüblichen Hörgeräten möglich ist.
(Bild: essex.ac.uk)

Die App "BioAid" soll insbesondere schwerhörigen Nutzern helfen, die sich aus verschiedenen Gründen noch kein klassisches Hörgerät tragen wollen. Ihr Feedback wiederum soll den Wissenschaftlern helfen, langfristig eine neue Generation wirklich einfach nutzbarer Hörhilfen zu ermöglichen.

Die Verwendung eines Smartphones anstelle eines echten Hörgeräts ist dem Team zufolge kein Problem. "Die Soundqualität, die das Handy liefert, ist sehr hoch und die meisten Ohrhörer können das auch wiedergeben", erklärt Projektleiter Ray Meddis gegenüber dem Nachrichtenportal pressetext.

Wichtig ist vor allem die Wahl passender Kopfhörer, die möglichst ein Inline-Mikrofon haben sollten. "Das ist beim iPhone ohnehin Standard", meint der Psychologieprofessor. Das macht das Smartphone als Hörhile praktischer.

Genauere Einstellungen als Trumpf

Während herkömmliche Hörgeräte oft nur einfache Standardeinstellungen haben, bietet die BioAid-App sechs vorgegebene Profile, die zudem jeweils vier Regler für die Feinjustierung bieten. Das soll es Nutzern erlauben, durch Ausprobieren auch ohne professionellen Hörtest für sie persönlich optimale Einstellungen zu finden - und gleichzeitig die Hemmschwelle für die Nutzung senken.

Damit will das Team beispielsweise Menschen ansprechen, die zwar einen beginnenden Hörverlust bemerken, aber noch nicht auf klassische Hörhilfen zurückgreifen wollen. Auch junge Schwerhörige soll die Lösung ansprechen.

"In der Praxis empfehlen wir die Verwendung von Ohrsteckern mit Inline-Mikrofon. Das erlaubt es, das Handy in der Tasche zu lassen und vermeidet viele Probleme", erklärt Meddis.

Gleichzeitig ist die App auch darauf ausgelegt, ein möglichst gutes Hörerlebnis zu bieten. Statt wie herkömmliche Hörgeräte einfach alle Geräusche zu verstärken, ist der BioAid-Algorithmus darauf ausgelegt, ähnlich wie das Ohr selbst Lärm oder plötzliche laute Geräusche zu dämpfen. Für die Verwendung ist es daher optimal, wenn die genutzten Ohrstecker auch schalldämpfend fungieren, damit der Nutzer wirklich nur das hört, was die App vorgefiltert hat.

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