Qimonda Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt

Redakteur: Jan Vollmuth

Die Qimonda AG und die Qimonda Dresden OHG haben heute beim zuständigen Amtsgericht in München Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens mit dem Ziel gestellt, die Gesellschaften im Rahmen der bereits begonnenen Restrukturierung zu sanieren. Das Amtsgericht München wird nun einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellen.

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„Wir gehen davon aus, dass wir unseren Geschäftsbetrieb mit Unterstützung des vorläufigen Insolvenzverwalters sowie unserer Mitarbeiter im Sinne unseres Restrukturierungsprogramms fortführen können“, Kin Wah Loh, Vorstandsvorsitzender Qimonda
„Wir gehen davon aus, dass wir unseren Geschäftsbetrieb mit Unterstützung des vorläufigen Insolvenzverwalters sowie unserer Mitarbeiter im Sinne unseres Restrukturierungsprogramms fortführen können“, Kin Wah Loh, Vorstandsvorsitzender Qimonda
( Archiv: Vogel Business Media )

In einer ersten Mitteilung von Qimonda gibt der Vorstand des Unternehmens an, er sei bestrebt, wesentliche Unternehmensteile im Rahmen der Insolvenz zu sanieren. „Das deutsche Insolvenzrecht bietet die Chance, unseren bereits begonnenen Restrukturierungsprozess zu beschleunigen und das Unternehmen wieder auf eine solide Basis zu stellen “, sagte Kin Wah Loh, Vorstandsvorsitzender von Qimonda. Qimonda verfüge über ausgereifte Produkte und habe mit der Buried Wordline-Technologie eine viel versprechende Zukunftstechnologie am Markt eingeführt.

Der Hintergrund für den Insolvenzantrag sei letztlich der massive Preisversfall in der DRAM-Industrie in Kombination mit einem sich dramatisch verschlechterten Zugang zu Finanzierungen auf den Kapitalmärkten, die die finanzielle Position von Qimonda in den letzten Monaten verschlechtert haben. Ein Finanzierungspaket unter Beteiligung des Freistaates Sachsen, der Muttergesellschaft Infineon, eines führenden portugiesischen Kreditinstituts sowie weiterer Banken hatte trotz intensiver jedoch äußerst komplexer Verhandlungen sowie zugesagten Finanzierungshilfen von Kunden in den vergangenen Tagen und Wochen nicht rechtzeitig abgeschlossen werden können.

Außerdem habe sich zuletzt aufgrund der Verzögerung der Verhandlungen und den damit ausgebliebenen Investitionen in Produktivitätsverbesserungen sowie des Preisverfalls im Dezember Quartal ein erhöhter Finanzierungsbedarf für das laufende Geschäftsjahr ergeben.

Qimonda setzt auf gute Beziehungen zu Kunden und Lieferanten

Der vorläufige Insolvenzverwalter werde sich in den nächsten Tagen einen Überblick über die Situation bei Qimonda verschaffen. „Wir gehen davon aus, dass wir unseren Geschäftsbetrieb mit Unterstützung des vorläufigen Insolvenzverwalters sowie unserer Mitarbeiter im Sinne unseres Restrukturierungsprogramms fortführen können“, sagte Loh. „Dabei setzen wir insbesondere auf die guten Beziehungen zu unseren Kunden und Lieferanten, mit denen wir in den letzten Monaten gemeinsam die großen Fortschritte bei der Entwicklung unserer Buried Wordline Technologie erreicht haben.“

Bereits im Oktober habe Qimonda ein globales Restrukturierungs- und Kostensenkungsprogramm eingeleitet, um das Unternehmen neu zu positionieren. Im Fokus stehe dabei die Konzentration auf die Kernkompetenzen wie die innovative Buried-Wordline-Technologie sowie Infrastruktur- und Grafikprodukte.

Vorstand will die zur Neuausrichtung notwendigen finanziellen Mittel sicherstellen

Der Verkauf der Beteiligung an Inotera im November 2008 sei ein weiterer wichtiger Schritt gewesen, weil dadurch die Abhängigkeit vom PC-Markt und der damit verbundene Mittelabfluss reduziert werden kann. Die Schließung der 200-mm-Fertigung in Richmond, USA und der Backend-Fertigung für Komponenten und Module in Dresden laufen planmäßig.

Zusätzlich habe das Unternehmen seine Produktentwicklung in München und Xi‘an konsolidiert sowie die Mitarbeiterzahlen und Kosten in der Verwaltung reduziert.

Qimonda verfüge über eine richtungweisende und innovative Buried Wordline-Technologie, ein starkes Produktportfolio, insbesondere in den Bereichen Grafik und Infrastruktur sowie mehr als 20.000 Patente und Patentanmeldungen.

Der Qimonda Vorstand werde alles daran setzen, in Abstimmung mit dem vorläufigen Insolvenzverwalter die zur Neuausrichtung notwendigen finanziellen Mittel in Verhandlungen mit potenziellen Geldgebern und Investoren sicherzustellen. Auf Basis der technologischen Stärken von Qimonda sehe der Vorstand dafür gute Chancen.

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