Antenne ortet Signale von 200 MHz bis 2,7 GHz

| Redakteur: Hendrik Härter

Mit der ADFA kann der Messtechniker innerhalb von 1,2 Millisekunden peilen. Muss der Messtechniker auf den letzten Metern beispielsweise ein geortetes Gebäude betreten, übernimmt eine Handheld-Antenne die Peilung bis zum Ende.
Mit der ADFA kann der Messtechniker innerhalb von 1,2 Millisekunden peilen. Muss der Messtechniker auf den letzten Metern beispielsweise ein geortetes Gebäude betreten, übernimmt eine Handheld-Antenne die Peilung bis zum Ende. (Bild: Narda)

Die ADFA 1 besteht insgesamt aus neun Antennen-Elementen und ist zusammen mit einem Signalanalysator in der Lage, während der Peilung das Spektrum zu überwachen.

Die automatische Direction-Finding-Antenne (ADFA) liefert stabile Peilergebnisse und ist unempfindlich gegenüber Reflexionen. Zusammen mit dem Real-Time-Empfänger SignalShark kann der Anwender Signale im Frequenzbereich von 200 MHz bis 2,4 GHz automatisch orten.

Neben Mobilfunkanbietern und dem Militär richtet sie sich hauptsächlich an PMR- (Professional Mobile Radio bzw. Bündelfunk) und BOS-Funk-Betreiber (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben) mit sicherheitsrelevanten Applikationen wie die Polizei, Feuerwehr und Ambulanz, den Grenzschutz und Nachrichtendienste.

Die ADFA 1 besteht aus neun Antennen-Elementen und einer zusätzlichen zentralen omnidirektionalen Referenz-Antenne. Die neun Antennen-Elemente werden dabei gegen die zentrale Referenz-Antenne gemessen. Letztere kann Signale aus allen Richtungen empfangen und erlaubt es dem Messtechniker sogar über die Richtung des verfolgten Signals hinaus, während der Peilung breitbandig das Spektrum zu überwachen. Diese Möglichkeit kommt ihm dann zugute, wenn er einer Zielperson auf der Spur ist, die auf einem Kanal funkt und diesen plötzlich wechselt. Ohne Überwachung des Spektrums ist das Signal verschwunden und die Suche an dieser Stelle zu Ende. Mit der Information der Referenz-Antenne hingegen kann der Messtechniker dranbleiben, das Störsignal weiter beobachten und verfolgen.

Automatisch peilen mit einkanaligen Empfängern

Mit der Antenne lässt sich zudem die Elevation bestimmen, also aus welchem Höhenwinkel ein Signal kommt. Das ist besonders in urbanen Umgebungen bei der Peilung einzelner Stockwerke von Vorteil. Das Prinzip der automatischen Peilung beruht darauf, die Phasendifferenz eines Signals zwischen mehreren Antennen-Elementen zu messen. Doch sind mehrkanalige Systeme teuer. Die Peilung kann auch mit einem Kanal erfolgen. Dank eines ausgeklügelten Array aus Antennen, Phasenschiebern und komplexen Algorithmen ist das mit der ADFA 1 möglich. Hierzu wird der Phasenunterschied zwischen den Antennen-Elementen gemessen. Dabei gilt: je größer der Abstand der Antennen-Elemente, desto präziser und stabiler die Peilergebnisse. Sie wiegt 5,6 kg und hat einen Durchmesser von 480 mm.

Der Einsatz in der Praxis

In der Praxis wird die ADFA 1 mithilfe eines Magnetfußes auf dem Dach eines Pkw befestigt. Hierzu sind weder bauliche Veränderungen am Trägerfahrzeug, geschweige denn ein irreversibles Bohrloch im Blech vonnöten. Aufgrund ihrer hohen Unempfindlichkeit gegenüber dem Montageuntergrund kommt sie dabei ohne die sonst erforderlichen fahrzeugspezifischen Korrekturtabellen aus. Für weitere Applikationen kann die Antenne auch auf einem Stativ montiert und in stationären Einsätzen auf Störersuche gehen, die beispielsweise im militärischen Bereich anzusiedeln sind.

Das Geheimnis der stabilen Peilergebnisse liegt in der Kombination aus der großen Apertur, der Verwendung eines Referenz-Elements und der cleveren Verarbeitung der Peilergebnisse in der SignalShark-Software. Und letztendlich geht die hohe Messgeschwindigkeit mit ein. Je mehr Messergebnisse auf eine bestimmte Richtung, auf einen bestimmten Ort hindeuten, desto stabiler wird das Ergebnis. Das ist unterm Strich nichts anderes als Statistik. Um eine Signalquelle vor Ort auch auf den letzten Metern exakt zu orten, kommt eine zusätzliche Handheld-Antenne mit dem SignalShark zum Einsatz. Damit kann der Messtechniker etwa ein zuvor gepeiltes Gebäude zu Fuß betreten und final Etage und das betreffende Apartment bestimmen.

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