BASF Future Business Anfang 2007 startet industrielle Produktion von organischen Halbleitermaterialien

Redakteur: Claudia Malllok

Noch Anfang dieses Jahres will die BASF Future Business GmbH in Ludwigshafen mit der industriellen Produktion und Vermarktung von organischen Halbleitermaterialien (Polythiophenen)

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Dr. Peter Eckerle, Projektleiter bei der BASF Future Business GmbH, die mit der Produktion und Vermarktung organischer Halbleiter startet
Dr. Peter Eckerle, Projektleiter bei der BASF Future Business GmbH, die mit der Produktion und Vermarktung organischer Halbleiter startet
( Archiv: Vogel Business Media )

Noch Anfang dieses Jahres will die BASF Future Business GmbH in Ludwigshafen mit der industriellen Produktion und Vermarktung von organischen Halbleitermaterialien (Polythiophenen) starten. Hierzu hat die im Jahr 2001 gegründete 100%ige BASF-Tochter, die sich auf chemiebasierte neue Materialien, Technologien und Systemlösungen konzentriert, einen Lizenzvertrag sowie eine Forschungskooperation mit der US-amerikanischen Rieke Metals Inc. in Lincoln/Nebraska vereinbart.

Rieke gilt als ein weltweit führender Anbieter von organischen, halbleitenden Polymeren wie 3-Alkyl-Polythiophenen. Das Unternehmen bietet hochreaktive Metalle und spezielle metallorganische Verbindungen sowie weit über 10.000 organische Feinchemikalien an.

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Organische Halbleiter sind die Grundlage für die Fertigung von gedruckter Elektronik – kostengünstigen, hochflexiblen integrierten Schaltungen, die z.B. für flexible Displays (elektronisches Papier) oder RFID-Tags verwendet werden. Außerdem kommen organische Halbleiter in der Herstellung großflächiger Solarzellen zum Einsatz. Experten gehen davon aus, dass das Marktvolumen auf mehrere 100 kg in den kommenden Jahren ansteigt.

Produktionskapazitäten flexibel erhöhen

Für die Produktion der organischen Halbleiter wird der Chemieriese BASF bestehende Anlagen in Europa und/oder den USA nutzen. Die Produktionskapazität könne flexibel erhöht werden, um den wachsenden Bedarf zu decken. „Für viele Unternehmen ist es zunehmend wichtig, Halbleiter in größeren Mengen und zuverlässig hoher Qualität beziehen zu können“, erklärt Dr. Peter Eckerle, Projektleiter bei der BASF Future Business. Mit ihrer Chemiekompetenz und weltweiten Präsenz könne BASF einen wichtigen Beitrag dazu leisten, so Eckerle.

Polythiophene von außergewöhnlich hoher Qualität werden in einem von Rieke Metals entwickelten Syntheseprozess hergestellt. Die Qualität werde durch eine spezifische Kontrolle der Molekularmasse und -struktur des Polymers erreicht. BASF werde den Prozess hinsichtlich Produktivität und Reinheit in den Fertigungsanlagen weiter optimieren. Derzeit arbeiten viele Start-up-Unternehmen, aber auch etablierte Großunternehmen aus der Druck- und Elektronikbranche weltweit an der Kommerzialisierung erster Generationen von Produkten auf der Basis gedruckter Elektronik. Mit der Markteinführung von Anwendungen wie Solarzellen oder flexiblen Displays wird in den nächsten zwei Jahren gerechnet. Der Markt für Produkte, in denen organische Halbleiter zum Einsatz kommen, wird nach Prognosen des britischen Marktforschungsunternehmens IDTechEx von heute etwa 3 Mrd. € auf über 30 Mrd. € im Jahr 2015 ansteigen.

Die erste Ausgabe des Magazin „Organic Electronic“ der OE-A

Über den untenstehenden Link finden Sie die erste Ausgabe des Magazin „Organic Electronic“ in englischer Sprache als PDF herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft Organic Electronics Association im VDMA. Das Magazin berichtet u.a. über den Stand der Entwicklung von organischer Elektronik. Zudem geben Experten darin Prognosen über die Entwicklung des Marktes ab. Das Download ist kostenlos.

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