STRaND-1 Android-Smartphone steuert Nanosatellit durchs All

Redakteur: Peter Koller

Ein winziger Satellit namens STRaND-1 wird Großbritannien noch in diesem Monat zum Weltraumpionier machen: Als erstes Weltraumfahrzeug wird STRanD-1 von einem Smartphone als Hauptrechner kontrolliert.

Ein computergeneriertes Bild des fertigen Satelliten STRaND-1
Ein computergeneriertes Bild des fertigen Satelliten STRaND-1
(SSTL)

STRaND-1 ist Großbritanniens erster Cubesat. CubeSat ist ein von der California Polytechnic State University initiiertes internationales Programm, das es Universitäten, Hochschulen und privaten Unternehmen ermöglicht, kostengünstige Miniatursatelliten (Pico- oder Nanosatelliten) in eine Umlaufbahn zu bringen.

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Das allein war dem Surrey Space Center der University of Surrey (SSC) und dem Unternehmen Surrey Satellite Technology Limited (SSTL) aber nicht genug an Herausforderung. Deshalb haben sie ihren Satelliten STRaND-1 (Surrey Training, Research and Nanosatellite Demonstrator) um ein Google-Smartphone vom Typ Nexus One mit Android-Betriebssystem herumkonstruiert.

STRaND-1-Chefwissenschaftler Chris Bridges erläutert die Absicht dahinter: "Aktuelle Smartphones enthalten eine Fülle von Komponenten – Sensoren, Videokameras, GPS-Systeme und WiFi-Transmitter – die technologisch sehr hoch entwickelt sind, dabei aber nur einen Bruchteil der Größe und Kosten klassischer Satelliten-Komponenten ausmachen."

STRaND-1 wurde von den beteiligten Ingenieuren in der Rekordzeit von nur drei Monaten gebaut – vornehmlich in deren Freizeit. Am 25. Februar soll der Satellit von Sriharikota in Indien an Bord eines Polar Satellite Lauch Vehicle (PSLV) der ISRO (Indian Space Research Organisation) in All starten – als sogenannte Sekundär-Nutzlast, denn STRaND-1 ist nur 4,3 kg schwer und hat eine Kantenlänge vor etwa 30 Zentimetern.

Zu Beginn der Mission wird zunächst noch ein spezieller Cubesat-Computer auf Linux-Basis den Satelliten kontrollieren und das Android-Smartphone lediglich Daten erfassen, mithilfe einiger extra dafür entwickelter Apps. In Phase zwei wird jedoch die Kontrolle des Raumfahrzeugs weitestgehend auf das Google Nexus übergehen.

Chefingenieur Bridges: "Noch nie wurde ein Smartphone als Kontrollrechner eines Satelliten verwendet. Wir haben das Telefon zum Test Hitze und Kälte, Vakuum und Strahlung ausgesetzt. Ob es wirklich funktioniert, werden wir aber erst im All sehen. Mit STRaND-1 können wird das ohne großes Risiko ausprobieren"

Die Mission kann unter twitter.com/SurreyNanosats im Internet verfolgt werden.

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