Analogtechnik für die Gesundheitsvorsorge der Zukunft

| Autor / Redakteur: Christoph Kämmerer * / Kristin Rinortner

(Bild: .)

Diagnostische Funktionen in Wearables machen Sportuhren zu einem medizinischen Gerät. Die neue Technik in Wearables wird in diesem Artikel detailliert am Beispiel der Pulsmessung erläutert.

Gesundheit ist ein grundlegendes Thema unserer Gesellschaft, welches durch steigende Lebenserwartung und technologische Entwicklungen ganz neuen Herausforderungen begegnen muss. Während durchaus bahnbrechende Entwicklungen in der medizinischen Behandlung und Pharmazie zu verzeichnen sind, ist doch eines am besten – überhaupt nicht krank zu werden.

Kein Wunder, dass heute der Fokus auch auf Präventivmaßnahmen und Früherkennung liegt. Und das lohnt sich. Nehmen wir das Beispiel Krebs. 96 Prozent der Brustkrebserkrankungen können geheilt werden, erkennt man sie in den ersten Monaten, während bereits nach einem Jahr Verzögerung eine Sterberate von 24 Prozent zu beklagen ist.

Doch nicht nur von der gesundheitstechnischen Perspektive amortisiert sich Prävention, sondern auch von einem Kostenstandpunkt aus. Jährlich werden Millionen von den Krankenkassen für Behandlungen gezahlt. Eine durchschnittliche Krebsbehandlung ist mit 20000 Euro niedrig geschätzt, während Präventionsmethoden wie Computertomografie um die 100 Euro pro Scan kosten.

Analog Devices hat dieses Potential erkannt und ist bereits seit mehreren Jahren in die Entwicklung von medizinischer Ausrüstung wie Computertomografen oder auch EKG-Geräten für Krankenhäuser involviert. Zwar sind diese Instrumente für genaue Diagnose unentbehrlich und technologisch Stand der Technik, jedoch sind sie auch immobil und teuer. Während diese Geräte weiterhin einen wichtigen Teil im Gesundheitswesen bilden werden, ist eine möglichst genaue und häufige Überprüfung der Patientengesundheit jedoch essentiell für eine effektive Früherkennung.

Gesundheit lässt sich durch Vitalparameter beschreiben. Die Kontrolle dieser Parameter im Alltag ist nur mit mobilen, tragbaren Geräten möglich. Das Einbetten von diagnostischen Funktionen in derartige Geräte hat mit der Entwicklung von Sportuhren angefangen und ist nun auf dem Weg zu einem medizinischen Gerät.

Bei der Gesundheitsvorsorge unterteilt Analog Devices die sogenannte „Patient Journey“ in sechs Teilbereiche. („Die Reise des Patienten“ beschreibt, wie ein Patient eine Krankheit erlebt.)

  • Lebensweise und Wohlbefinden,
  • Vorchronische Erkrankungen,
  • Chronische Erkrankungen,
  • Intensivbehandlung,
  • Nachstationäre Behandlung und
  • Altenpflege.

Im Folgenden wird die Anwendung der Vitalparametermessung in den jeweiligen Teilbereichen diskutiert und anschließend die zugrundeliegende Elektronik erläutert.

Lebensweise und Wohlbefinden: Lifestyle und Wellness sind mit Abstand am weitesten entwickelt bei Wearables. Hier existieren, wie bereits angedeutet, kommerziell erhältliche Produkte wie Smartwatches, Fitness-Armbänder oder Sportuhren. Hauptsächlich werden hier Bewegung und Puls gemessen. Diese Informationen können für Trainingspläne und die Trainingsüberwachung oder für Erinnerungen benutzt werden.

Vorchronische Erkrankungen: Unter dem Begriff „vorchronische Leiden“ fassen Mediziner Personen zusammen, die besonders gefährdet sind. Diese Gefährdung kann entweder durch Veranlagung und Vererbung oder durch bestehende klinische Konditionen, beispielsweise Adipositas (Fettleibigkeit), verursacht sein. In diesen Fällen gilt es, Vitalparameter wie Körperimpedanz (Messung von Fettgehalten), Pulsfrequenz, Herzfrequenz oder Blutsauerstoff zu messen, um einem pathologischen Bild entgegen zu wirken.

Chronische Erkrankungen: Bei Patienten mit chronischen Erkrankungen ist zwar keine Veränderung des klinischen Zustands zu erwarten, dennoch ist eine tägliche Messung der Vitalparameter nützlich, um überraschende Schwankungen zu detektieren oder die tägliche Dosierung anzupassen. Der heilige Gral ist dabei natürlich die nicht-invasive Blutzuckermessung – ein intensiv erforschtes, jedoch bisher unerreichtes Ziel.

Intensivbehandlung: Im Gegensatz zu chronischen Erkrankungen zieht sich eine Intensivbehandlung nur über eine begrenzte, für das Krankenhaus jedoch sehr kostenintensive Zeitspanne hin. Eine ständige, möglichst vollständige Überwachung ist immens wichtig. Nicht nur, um eine schnelle Diagnose zu erstellen und so zeitnah die passende Behandlung zu beginnen, sondern auch, um einen kritischen Kollaps frühzeitig zu erkennen.

Nachstationäre Behandlung: Wie bereits erwähnt, ist eine stationäre Behandlung teuer. Ein möglichst kurzer Aufenthalt im Krankenhaus liegt auch im Sinne des Patienten. Nachdem die akuten Behandlungen und Untersuchungen beendet sind, sollten Kranke so schnell wie möglich entlassen werden, damit sie im familiären Umfeld genesen. Um jedoch die Patienten weiterhin zu überwachen und so kritische Situationen und damit Rückeinweisungen zu verhindern, sollte man die Bioparameter im Auge behalten.

Altenpflege: Ältere Patienten sind eine Herausforderung. Nicht nur weil medizinisch kritische Situationen entstehen können, sondern auch, weil im Notfall schnell gehandelt werden muss. So wäre beispielsweise ein Beschleunigungssensor hilfreich, der eine fallende Person erkennt. Eine derartige nicht einschränkende Maßnahme würde älteren Menschen ein selbständigeres, aber auch gleichzeitig gesicherteres Leben ermöglichen.

Inhalt des Artikels:

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44851431 / Analog)