Lichtwellenleiter Amphenol kauft LWL-Sachsenkabel

Redakteur: Kristin Rinortner

Amphenol ist nach einem Rekordjahr seit Ende 2020 weltweit auf Einkaufstour. Im Februar 2021 hat das Unternehmen mit LWL-Sachsenkabel einen führenden deutschen Hersteller von Faseroptik-Verkabelungssystemen übernommen. Das dürfte den europäischen Marktanteil stärken.

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Übernahme durch Amphenol: Der langjährige Firmen- und Fertigungsstandort von Sachsenkabel in Gornsdorf bleibt erhalten.
Übernahme durch Amphenol: Der langjährige Firmen- und Fertigungsstandort von Sachsenkabel in Gornsdorf bleibt erhalten.
(Bild: LWL-Sachsenkabel)

Die LWL-Sachsenkabel GmbH aus Gornsdorf im Erzgebirge, einer der führenden deutschen Hersteller von LWL-Verkabelungssystemen, wurde mit Wirkung vom 23. Februar 2021 von Amphenol mit Sitz in Wallingford / USA übernommen. Damit ist das sächsische Unternehmen in den Besitz eines der größten internationalen Anbieter von Steckverbindern, HF-Technik, Sensoren und Spezialkabeln übergegangen.

Die Zusammenführung bringt laut Geschäftsführung von Sachsenkabel vielfältige Kooperationsmöglichkeiten und Synergieeffekte bei Lichtwellenleitern. Zudem erwarten die Sachsen den Ausbau ihres breit gefächerten Portfolios in den Bereichen Telekommunikation und Breitbandnetze sowie Rechenzentren, Industrie und Broadcast. Vom weltweiten Zugang zu Märkten, Kunden und globalen Lieferketten der Amerikaner verspricht man sich ebenfalls Vorteile.

Die Übernahme von Sachsenkabel sei durch Amphenol initiiert worden, heißt es aus der Geschäftsführung. Die Bedingungen der Transaktion wurden nicht bekannt gegeben. Amphenol dürfte mit dem Kauf seinen Marktanteil im wachstumsstarken und zukunftsträchtigen Bereich Lichtwellenleiter weiter ausbauen und die Präsenz auf dem europäischen Markt verstärken wollen.

Kundenspezifische Infrastrukturlösungen weiter im Fokus

Sachsenkabel blickt auf 30 Jahre Erfahrung in der Planung, Entwicklung und Fertigung zukunftsweisender und kundenspezifischer Infrastrukturlösungen zurück.

Für Kunden und Geschäftspartner ergeben sich aus der Übernahme keinerlei Veränderungen, erklärt das Management von Sachsenkabel. Der Unternehmensname bleibe ebenso wie das Team um Silvia Duus am Produktionsstandort im sächsischen Gornsdorf unverändert bestehen.

So ordnen wir die Übernahme ein

Amphenol hat im Dezember 2020 bereits den amerikanischen Anbieter von Testsystemen und Präzisionssensoren MTS Systems für 1,7 Mrd. US-Dollar übernommen. Im Januar 2021 wurden der amerikanische Hersteller von hochzuverlässigen Steckverbindern Positronic Industries und der polnische Kabelkonfektionär El-Cab erworben.

Das lässt zwei Schlüsse zu: Zum einen will sich Amphenol stark in Zukunftsmärkten wie Industrial IoT und 5G-Kommunikation engagieren. Zum anderen will man durch die Akquisitionen vor allem auf dem europäischen Markt wachsen und es wird nicht die letzte Übernahme gewesen sein.

Die Kriegskasse ist jedenfalls nach einem Rekordumsatz von Plus 5% im Corona-Jahr 2020 gut gefüllt. Insbesondere das 4. Quartal 2020 trug mit einem Wachstum von 13% in den Bereichen mobile Geräte, IT-Datenkommunikation und Industrie wesentlich zum Ergebnis bei.

Man kann nur hoffen, dass die Übernahme sich nicht in den Ausverkauf deutschen und europäischen Hochtechnologie-Knowhows wie es bei der Halbleitertechnik jüngst offenbar wurde, einreiht.

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