AMD Threadripper 1950X: 16-Kern-Desktop-CPU setzt Spitzenmarke

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Ryzen Threadripper ist der stärkste Prozessor von AMD für den Highend-Desktop-Markt (HEDT). Im August 2017 erscheinen insgaesamt drei Ableger der Threadripper-Familie: 1900X, 1920X sowie das Spitzenmodell 1050X, das etwas mehr als 1000 Euro kostet und selbst Intels Spitzenmodelle us der Core i9 Prozessorfamilie übertreffen kann.
Ryzen Threadripper ist der stärkste Prozessor von AMD für den Highend-Desktop-Markt (HEDT). Im August 2017 erscheinen insgaesamt drei Ableger der Threadripper-Familie: 1900X, 1920X sowie das Spitzenmodell 1050X, das etwas mehr als 1000 Euro kostet und selbst Intels Spitzenmodelle us der Core i9 Prozessorfamilie übertreffen kann. (Bild: AMD)

Mit der Zen-Architektur, speziell den auf den Desktopmarkt zielenden Ryzen-Prozessoren, hat AMD in den letzten Monaten wieder eine Kampfansage gegen Intel geliefert. Mit der High-End-CPU Ryzen Threadripper 1950X liefert das Unternehmen nun einen Prozessor ab, der mit 16 Kernen, 32 Threads und 64 PCIe-3.0-Lanes sogar Intels Top-Linie Core i9 an Leistung übertrifft.

Der Threadripper-Launch stellt den vorläufigen Höhepunkt der vor einem Jahr gestarteten Zen-Architektur von AMD dar. Erstmals seit den alten Athlon-64-Tagen hat der Prozessorhersteller nun wieder eine CPU für den HEDT-Markt (High-End-Desktop) abgeliefert, die an Leistung selbst dem derzeitigen Intel-Spitzenmodell, die Core i9-7900X, das Wasser reichen kann. Prozessoren im HEDT-Segment richten sich an render-intensive Anwendungen wie Gaming-PCs, kleine Workstations oder Multimedia-Bearbeitung und -Encoding.

Auch in Sachen Preis misst sich der im 14nm-LPP-Verfahren gefertigte Threadripper 1950X (ca. 1040 Euro) mit dem Intel Core i9-7900X (ca. 1050 Euro). Doch schon bei der Zahl der Prozessorkerne macht sich ein deutlicher Unterschied bemerkbar: Die Threadripper-CPU besitzt 16 Kerne und 32 Threads; im Core i9-7900X schlummern dagegen nur 10 Kerne mit 20 Threads. Letztere verfügt dagegen über eine höhere Spitzentaktrate von bis zu 4,5 GHz im Turbo Boost 3.0 Modus. Die Threadripper 1950X von AMD kommt dagegen auf eine Grundtaktung von 3,4 GHz, mit bis zu 3,7 Ghz um Boost (16C) und bis zu 4,2 GHz im XFR (4C) Modus.

Der Threadripper 1950X benötigt ein Mainboard mit AMDs X399-Chipsatz und dem neuen Sockel LGA 4096 alias TR4, eine Abwandlung der für Server-CPUs verwendeten AMD-Sockel SP3. Der Prozessor läuft mit 180 W TDP ((Thermal Design Power), verfügt über 32MByte Level3-Cache und und unterstützt DDR4-2667 (SR) Arbeitsspeicher. Mit dem Sockel TR4 und einem Ryzen Threadripper sind beispielsweise zwei Grafikkarten an je 16 Lanes, zwei weitere an acht Lanes plus zwei NVMe-SSDs an je vier Lanes plus 10-Gigabit per PCIe Gen3 x4 möglich.

Wie AMD angibt eignet sich die CPU unter anderem dazu, parallel Videos zu Rendern und zu streamen, sowie aufwändige 3D-Renderaufgaben in annähernder Echtzeit zu berechnen, wie es im High-End-Gaming notwendig ist. Gerade in solchen parallelen multimedialastigen Anwendungen soll die CPU mit seiner hohen Zahl an Prozessorkernen überzeugen können, die so eine vernünftige gleichzeitige Auslastung erfahren: Einige Kerne übernehmen beispielsweise Rendering, andere Streaming, während der Rest weiterhin ohne Leistungseinbußen für Desktop- oder Webanwendungen wie Email oder den Webbrowser zur Verfügung steht.

In Benchmarktests auf Technikportalen wie Extremetech oder Golem.de konnte die neue High-End-CPU durchgängig überzeugen, was in CPUs, die auf AMDs letzter Prozessorarchitektur "Bulldozer" basierten, nicht die Regel war.

Neben dem bereits verfügbaren Spitzenmodell 1950X stellt AMD im August 2017 noch zwei weitere Bausteine der Ryzen-basierten Threadripper-Familie vor. Das ebenfalls bereits erhältliche Modell 1920X verfügt über 12 Kerne, die im Basismodus auf 3,5 GHz getaktet sind, und soll 830 Euro kosten. Der 1900X, der am 31. August erscheinen soll, verfügt über 8 Kerne mit einer Basistaktung von 3,8 GHz und nur 16 MByte an Level-3-Cache und besitzt einen angekündigten Preis von 550 US-$ (ca. 460 Euro).

Diagramm des Feature-Sets der Threadripper 1950X CPU in Kombination mit dem X399-Chipsatz.
Diagramm des Feature-Sets der Threadripper 1950X CPU in Kombination mit dem X399-Chipsatz. (Bild: AMD)

AMD hat damit erstmals seit den Zeiten der Athlon-64-Prozessorfamilie vor über zehn Jahren wieder im Highend-Bereich die Messlatte gegenüber dem Marktführer Intel etwas höher gelegt. Die Antwort des Konkurrenten dürfte allerdings nicht lange auf sich warten lassen. Intel hat erst vor kurzem erste Bausteine aus der 8. Generation der Core-Prozessorfamilie vorgestellt - bislang aber nur für den Netbook- und Laptop-Anwenderbereich. HEDT-Prozessoren sollen noch im Herbst 2017 folgen, allerdings ist noch unklar, ob diese bereits auf der 10nm-"Cannonlake"-Architektur basieren werden oder noch die "Zwischenlösung", die 14nm++ Architektur "Coffee Lake", nutzen werden.

Intel hat zudem in der Core i9X-Reihe für September sowohl einen 16-Kern-Prozessor als auch eine CPU mit 18 Kernen und 36 Threads auf Basis der Skylake-X-Architektur angekündigt. Allerdings soll die angekündigte Spitzenklasse-CPU i9-7980XE voraussichtlich einen Preis um die 2000 US-$ besitzen, was den 1950X weiterhin in Sachen Preis-Leistungs-Qualität überaus attraktiv erscheinen ließe.

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