Mega-Chip-Deal AMD kauft Xilinx: Grünes Licht für Übernahme

Von Michael Eckstein

Nachdem zuletzt zwei länderübergreifende Mega-Übernahmen in der Chip-Branche gescheitert sind, scheint die inneramerikanische Akquisition von FPGA-Spezialist Xilinx durch Intel-Konkurrent AMD zu klappen. Übermorgen verstreicht die letzte Einspruchsfrist, dann dürften die Sektkorken knallen.

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Für rund 35 Milliarden US-$ wird Prozessor- und GPU-Herstellers AMD FPGA-Hersteller Xilinx übernehmen. Durch die Fusion wird eine neue Größe besonders im HPC-Markt entstehen – und Marktführer Intel gehörig unter Druck setzen.
Für rund 35 Milliarden US-$ wird Prozessor- und GPU-Herstellers AMD FPGA-Hersteller Xilinx übernehmen. Durch die Fusion wird eine neue Größe besonders im HPC-Markt entstehen – und Marktführer Intel gehörig unter Druck setzen.
(Bild: AMD)

AMD hat einen Run: Die Geschäfte vom Embedded- bis zum Server-Business laufen prächtig, nun steht auch die mit 35 Milliarden US-Dollar teuerste Übernahme der Firmengeschichte kurz vor dem erfolgreichen Abschluss. Eine der letzten Hürden war Chinas staatliche Behörde für Marktregulierung – und die hat der Akquisition nun zugestimmt. Unter der Bedingung, dass AMD keine Kopplung von Xilinx-Produkten mit AMD-Produkten erzwingt. Das hat AMD In einer Ad-hoc-Mitteilung gegenüber der United States Securities and Exchange Commission (SEC) bekannt gegeben.

Letzte Instanz ist nun noch die US-amerikanische Federal Trade Commission (FTC) und das Department of Justice (DOJ). Beide haben noch bis zum 9. Februar Zeit, auf die erneuerte Mitteilung zu reagieren. Bislang haben die Behörden keine Einsprüche erhoben, somit ist es sehr wahrscheinlich, dass es dabei bleibt und das Prozedere lediglich eine technische Formalität ist. Bereits im letzten Jahr hatten auch die Brüsseler Kartellwächter und die britische Wettbewerbs- und Marktaufsichtsbehörde (CMA) der Übernahme grünes Licht erteilt.

Erfolgreicher Deal nach geplatzten Großübernahmen

Zuletzt waren große laufende Firmenübernahmen geplatzt: So konnte der taiwanesische Wafer-Fabrikant Globalwafers den deutschen Konkurrenten Siltronic nicht kaufen, da die deutsche Wettbewerbsaufsichtsbehörde eine finale Frist hat verstreichen lassen. Nur wenige Tage zuvor wurde bekannt, dass wohl auch Nvidia nach langem Verhandeln seine Ambitionen aufgibt, Prozessor-IP-Spezialist ARM zu übernehmen. Zu groß waren die Widerstände mehrere Kartellwächter.

Nun also AMD. Durch die Übernahme erweitert der Konzern seine Geschäftssfelder: Xilinx entwickelt programmierbare Logikchips, die unter anderem in 5G-Basisstationen, autonom fahrenden Autos, KI-Beschleunigern, in der Raumfahrt und der Waffenindustrie zum Einsatz kommen. Da AMD mit seinen Computing-Lösungen verstärkt in Rechenzentren vordringt, dürften vor allem die KI-Chips, FPGA-Beschleunigerkarten und die so genannte „Adaptive Compute Acceleration Platform“ (ACAP) interessant sein.

Druck auf Server-Primus Intel wächst

Damit könnte der neue Eigner sein Server- und Semi-Custom-Geschäft ausweiten – und den Druck auf den bisherigen Branchenprimus Intel deutlich erhöhen. Der hatte 2015 mit der Übernahme des FPGA-Spezialisten Altera einen ganz ähnlichen Weg eingeschlagen. Auch das Packaging-Knowhow für Multichip-Prozessoren könnte AMD gut für seine CPU- und GPU-Sparten einsetzen. Zumal das Thema Highend-Packaging zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Xilinx konnte seinen Umsatz im 3. Quartal auf rund 1 Milliarde US-Dollar steigern – ein Rekord für das Unternehmen und ein Plus von 26% gegenüber dem Vergleichszeitraum im Vorjahr. Es konnte einen GAAP-Gewinn von 1,19 US-Dollar pro Aktie ausweisen. Das kombinierte Unternehmen wird künftig rund 13.000 Ingenieure beschäftigen und jährliche etwa 2,7 Milliarden US-Dollar in die Forschung- und Entwicklung stecken. Nach der Fusion von AMD und Xilinx werden die AMD-Aktionäre voraussichtlich etwa 74% der Aktien des Gesamtunternehmens halten, die bisherigen Xilinx-Aktionäre ca. 26% der Aktien.

FPGA-Conference Europe

Einsatzgebiete für programmierbare Logikschaltung sind so vielfältig wie die verfügbaren Lösungen, mit denen sie sich entwickeln lassen. Ob FPGA, GPU oder Adaptive-Computing-SoC: Jede Technologie hat ihre Berechtigung – ist aber auch erklärungsbedürftig.

Die FPGA Conference Europe - als europaweit wichtigste Plattform für hersteller- und technologieunabhängigen und applikationsübergreifenden Austausch zwischen Experten und Entwicklern - gibt Embedded-Entwicklern Orientierung und praktische Hilfestellungen.

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