Hochleistungsrechner Amazon arbeitet an seinen eigenen Quantencomputer

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Nach IBM und Google arbeitet jetzt auch Amazon an seinem eigenen Quantencomputer. Viel hat das Unternehmen noch nicht verraten, doch scheint ein eigener Quantencomputer lukrativ zu sein.

Quantencomputer: IBM hatte im Juni zusammen mit der Fraunhofer-Gesellschaft den ersten europäischen Quantencomputer mit 27 Qbits vorgestellt. Jetzt will auch Amazon einen eigenen Quantencomputer bauen.
Quantencomputer: IBM hatte im Juni zusammen mit der Fraunhofer-Gesellschaft den ersten europäischen Quantencomputer mit 27 Qbits vorgestellt. Jetzt will auch Amazon einen eigenen Quantencomputer bauen.
(Bild: Fraunhofer)

Mitte Juni hatten die Fraunhofer Gesellschaft und IBM den ersten Quantencomputer in Europa vorgestellt. Bereits im Jahr 2019 hatte Tech-Riese Google behauptet, die Quantenüberlegenheit erreicht zu haben. Gelten die Quantencomputer doch als eine verheißungsvolle Zukunftstechnik, mit der sich komplizierte Berechnungen über Qubits lösen lassen. Jetzt arbeitet nach einem Bericht des „Handelsblatts“ auch Amazon an einem eigenen Quantencomputer.

Bereits im Januar dieses Jahres hatte Amazon nach Experten für sein „Center for Quantum Computing“ gesucht. „Wir haben ein internes Projekt, einen eigenen Quantencomputer zu bauen, Software und Algorithmen dafür zu entwickeln“, sagt Oskar Painter, Chef des Quantenhardware-Teams bei Amazon Web Services (AWS), gegenüber dem Handelsblatt. Bisher hatte Amazon Web Services (AWS) auf externe Anbieter gesetzt. Jetzt will der Online-Händler und Cloud-Service-Anbieter direkt in die Quantencomputer-Technik einsteigen.

Quantencomputer werden interessant

Die herkömmlichen von-Neumann-Rechner stoßen bald an ihre physikalischen Grenzen. Platinen und CPU lassen sich nicht unendlich verkleinern, um mehr Performance auf weniger Fläche unterzubringen. Deshalb sind Forschung und Industrie an der Entwicklung von neuen Hochleistungsrechnern interessiert. Der von IBM vorgestellte Quantencomputer IBM Quantum System One erzielt eine Rechenleistung von 27 Qubits.

Anders als ein von-Neumann-Rechner, der mit den binären Zuständen 0 und 1 arbeitet, rechnet ein Quantencomputer mit den erwähnten Qubits. Sie können nicht nur die beiden logischen Zustände 0 und 1 annehmen, sondern auch viele Zustände dazwischen. Mit beispielsweise 300 Qubits lässt sich theoretisch die Zahl 3200 darstellen.

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