Alternative zur herkömmlichen EMV-Kabelverschraubung

| Redakteur: Kristin Rinortner

Kabeleinführung: Die EMV-KVT-DS zeichnet sich durch eine kratzfeste Oberfläche aus und schirmt schirm- und feldgebundene Strörungen ab.
Kabeleinführung: Die EMV-KVT-DS zeichnet sich durch eine kratzfeste Oberfläche aus und schirmt schirm- und feldgebundene Strörungen ab. (Bild: icotek)

Eine elektromagnetisch feste, störsichere Kabeleinführung kann in der Prozesstechnik Lösungen für die Abwehr schirm- und feldgebundener Störungen bieten.

In der Prozesstechnik wird für MSR-Einrichtungen eine immer höhere Immunität gegen Störungen gefordert. Schirm- und feldgebundene Störungen lassen sich in diesem Bereich mit speziellen Kabelverschraubungen ableiten. Schirmgebundene Störungen werden dabei von der Störquelle direkt über den Kabelschirm von Versorgungs- oder Signalleitungen zur Störsenke übertragen. Die Erdung des Kabelschirms spielt in diesem Fall eine bedeutende Rolle.

Alle kapazitiven und induktiven Beeinflussungen elektrischer bzw. magnetischer Felder werden als feldgebundene Störungen bezeichnet. Diese werden beispielsweise als elektromagnetisches Feld eines Kabels als Störquelle auf die Störsenke übertragen und dort von einem als Antenne fungierenden Leiter empfangen. Derartige Störfelder werden mit einer Abschirmung „abgewehrt“. Abhilfe schafft bei beiden Störungsarten die Kombination aus einer großflächigen Kontaktierung des Kabelschirms zur Ableitung der Störungen auf eine leitfähige Gehäusewand sowie eine gleichzeitige Abschirmung der Störfelder, sodass sie nicht ins Gehäuseinnere reichen.

Die Firma icotek hat mit der Kabelverschraubung EMV-KVT-DS eine Möglichkeit zur Schirmung bei derartigen Aufgabenstellungen entwickelt. Die teilbare Kabelverschraubung EMV-KVT-DS basiert auf der Kabelverschraubung KVT des Herstellers und ist eigenen Angaben zufolge eine wirtschaftliche Alternative zu herkömmlichen EMV-Kabelverschraubungen.

Erstmalig zwei Tüllen in der EMV-Kabelverschraubung

Der wesentliche Unterschied zu anderen Produkten auf dem Markt besteht in der Teilbarkeit des gesamten Systems. Die Verschraubung selbst sowie die notwendigen Kabeltüllen sind so aufgebaut, dass Leitungen mit Steckverbindern problemlos (ohne Ab- und Anlöten der Steckverbinder) eingeführt werden können. Die Herstellergarantie der konfektionierten Leitungen bleibt somit erhalten. Der metallisierte Verschraubungskörper der Kabelverschraubung ist hochleitfähig ausgeführt und bietet zugleich die Schutzart IP54.

Die geöffnete Verschraubung wird mit zwei Tüllen bestückt. Die EMV-KT (schwarz, Bild  2) ist eine hochleitfähige Kabeltülle zur Kontaktierung des Kabelschirms über die vollen 360°. So werden leitungsgebundene Störungen sicher abgeleitet. Dazu wird das Kabel abisoliert und der sensible Kabelschirm freigelegt. Die Kontaktierung erfolgt auf die hochleitfähige Tülle und dann auf den leitfähigen, metallisierten Verschraubungskörper. Die Kabeltülle dient zur Zugentlastung und Abdichtung der Kabelverschraubung.

Die elektromagnetische Abdichtung des Systems erfolgt über den Kabelaußenmantel. Der metallisierte Verschraubungskorpus hält feldgebundene Störungen aus dem Gehäuseinneren fern. Die Kontaktierung zum Gehäuse erfolgt mittels einer sogenannten EMV-Gegenmutter. Der Lack an der Gehäuserückseite wird automatisch beim Verschrauben „freigekratzt“ und muss nicht gesondert entfernt werden.

Die Kontermutter besteht aus vernickeltem Messing. Die Kabelverschraubung ist mit dem me­trischen Gewinde M32x1.5 ausgestattet. Die Gewindelänge beträgt 14 mm. Die Produkte sind halogen- bzw. silikonfrei und für einen Temperaturbereich von –40 bis 90 °C zugelassen.

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