Alphabet investiert in neue Plattform für intelligente Anwendungen

| Redakteur: Michael Eckstein

KI-on-a-Chip: Etliche Start-ups entwickeln innovative Chip-Lösungen, die auf Anwendungen für maschinelles Lernen spezialisiert sind.
KI-on-a-Chip: Etliche Start-ups entwickeln innovative Chip-Lösungen, die auf Anwendungen für maschinelles Lernen spezialisiert sind. (Bild: clipdealer)

Google-Mutter Alphabet investiert erstmals massiv in ein Start-Up, das spezielle Prozessoren für Künstliche-Intelligenz-Anwendungen entwickelt.

56 Millionen Dollar Wagniskapital in der ersten Finanzierungsrunde: Wer noch daran zweifelt, dass das Thema Künstliche Intelligenz in Zukunft eine sehr bedeutende Rolle spielen wird, wird durch den Erfolg des kalifornischen Start-ups Sambanova eines Besseren belehrt. Damit steht Sambanova in einer Reihe mit Start-ups wie Cerebras Systems und Wave Computing, Graphcore und anderen jungen Unternehmen, die Chip-Lösungen für maschinelles Lernen entwickeln. Diesem Markt für sagen Auguren ein starkes Wachstum voraus.

Angeführt von GV (vormals Google Ventures) und Walden International haben auch die Venture-Capital-Firmen Redline Capital und Atlantic Bridge Ventures in Sambanova investiert. Das erst im letzten Jahr von zwei Professoren der Standford University sowie dem früheren Leiter der Prozessorenentwicklung von Oracle/Sun Microsystems gegründete Unternehmen stützt seine Technologie primär auf die Erkenntnisse der beiden Uni-Professoren, die sie im Zuge eines von der DARPA geförderten Forschungsprojekts gewonnen haben.

Einheitliche Plattform für unterschiedliche KI-Anwendungen

Einer der beiden, Kunle Olukotun, ist überzeugt, dass die von Sambanova entwickelten Algorithmen für maschinelles Lernen und Software-definierte Hardware die Performance und Fähigkeiten intelligenter Anwendungen „dramatisch“ verbessern werden. Der jetzige Chief Technology Officer erklärt: „Die Sambanova-Technologie ist sehr flexibel. Auf ihrer Basis können wir eine einheitliche Plattform aufbauen, die Business Intelligence, maschinelles Lernen ebenso wie komplexe Daten-Analysen unterstützt.“ Olukotun ist Experte für Multi-Core-basiertes Rechnen und einer der aktuellen Preisträger des „Harry H. Goode Memorial Award“ der IEEE Computer-Society. Er hat federführend die Niagara-Prozessorarchitektur entwickelt.

Der zweite im Bunde, Chris Ré, ist Spezialist für die Theorie von Datenbanken. Nach eigenen Angaben sind auch seine Arbeiten durch Auszeichnungen gewürdigt worden, darunter ein MacArthur Genius Award. Kein Wunder, dass Ré und Olukotun auch für ihre gemeinsame Arbeit über konvergente Analysen bereits Auszeichnungen erhalten haben.

Breites Spektrum möglicher Anwendungen

Rodrigo Liang, der dritte Mitgründer, war zuvor Vice President of Processor Development bei Oracle. Der jetzige CEO von Chief Executive Officer von Sambanova berichtet, dass sich bei der Vorstellung der Sambanova-Technologie bei unterschiedlichen Unternehmen aus verschiedenen Branchen erstaunliche viele Anwendungsmöglichkeiten aufgetan hätten, „vom Rechenzentrum bis zum Edge“.

Chairman von Sambanova ist der CEO von EDA-Anbieter Cadence Design, der gleichzeitig auch Chairman von Walden International ist – und ein Veteran der Halbleiterindustrie. Seiner Meinung hat sich in Sambanova ein Team von Experten zusammengefunden, das in der Lage ist, KI-Applikationen, ML-Algorithmen, parallelisierte Software, Hardware-Architekturen und die Umsetzung in Silizium-Chipdesigns zu optimieren und in eine neue Plattform für intelligente Anwendungen umzusetzen.

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