Meilensteine der Elektronik

Alles Wissenswerte über EBV – von den Anfängen bis heute

| Redakteur: Margit Kuther

1979: bei der kleinsten Gewitterwolke hieß es – PC runterfahren

1979 hält der Computer Einzug bei EBV: Damals werden am Telefon noch einzelne Positionen ausgehandelt, Telex ist State-of-the-Art, Bestellungen werden mündlich erteilt, in einer Stehkartei festgehalten und schriftlich per Post bestätigt. Lieferzeit: eine Woche, falls das Bauteil auf Lager ist. Rechnungen werden auf der Schreibmaschine getippt. Mehr als 60.000 sind es 1978.

Die Buchungen sind manuell kaum mehr zu bewältigen und Fischer kauft für 300.000 Mark einen HP-300 mit einem Megabyte-Speicher. Die Software ist individuell auf die Unternehmensanforderungen zugeschnitten.

Typisch EBV, nie mit den Standardangeboten zufrieden, stets auf der Suche nach dem Optimum. Die neue Technik vereinfacht die Arbeit, hat aber auch ihre Tücken: Eine Datensicherung muss alle zwei Stunden erfolgen. Allein die dauert jedes Mal eine halbe Stunde.

Kleinste Stromschwankungen sorgen bereits für einen Computerabsturz. Bei jeder Gewitterwolke, die aufzieht, heißt es: raus aus dem System.

Doch die Devise lautet: „Keiner benutzt Kunden gegenüber den Computer als Ausrede für etwaige Verzögerungen.“

EBV, Pionier in puncto Supply Chain Management

Anfang der 1980er Jahre ist EBV Pionier für Qualitätssicherung und bietet erste Lösungen im Sinne eines Supply Chain Managements an: Es klingt heute nach Märchenstunde:

Bis in die 80er Jahre können Lagerarbeiter die Bauelemente noch mit bloßen Händen anfassen und in Haushaltstüten verpacken, ohne die Warenqualität zu mindern. Ganz anders heute: Klimatisierte Läger mit kontrollierter Luftfeuchtigkeit, leitfähiges Verpackungsmaterial und geerdete Gebrauchsgegenstände sind Pflicht.

Lieferqualität genießt bei EBV seit jeher oberste Priorität. Als erster Distributor zen­tralisiert EBV Lager, Logistik und Customer Service und führt als weltweit erstes Handelshaus ein Datacode-Management für alle Bauteile ein und verlangt das auch von Lieferanten. Ein korrektes „First-in, First-out“- System sorgt dafür, dass die Kunden keine überalterten Chips erhalten.

Positiver Nebeneffekt: Die Lagerarbeiter können kontrollieren, ob reklamierte Ware tatsächlich aus dem EBV-Bestand stammt. ESD-Schutz und Barcode folgen. Den Strichcode mit Angaben etwa zu Menge, Auftrags- und Artikelnummer etabliert EBV auf Wunsch von Hewlett-Packard und überträgt das System sofort auf alle Produktlinien.

Auch Matchcodes, die identische Produkte verschiedener Hersteller erfassen, verwendet EBV als einziger Distributor. All das spart Frachtkosten und Verpackungsmaterial in erheblichem Umfang.

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