Aktuelle Handelsgespräche zwischen USA und China offiziell beendet

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Die Bildkombo aus Archivbildern zeigt den chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping (l) sowie US-Präsident Donald Trump. Im Handelskrieg zwischen den USA und China haben beide Seiten die Gespräche wieder aufgenommen.
Die Bildkombo aus Archivbildern zeigt den chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping (l) sowie US-Präsident Donald Trump. Im Handelskrieg zwischen den USA und China haben beide Seiten die Gespräche wieder aufgenommen. (Bild: Maurizio Gambarini, Evan Vucci/AP/dpa)

Der Handelskrieg der USA mit China sorgt für große Unsicherheiten in der Weltwirtschaft. So gibt sich US-Präsident Trump betont zuversichtlich. Eine Eskalation hätte auch spürbare Auswirkungen auf Deutschland.

Update, 9. Januar 10:00

Nach drei Tagen haben die USA und China die Gespräche über eine Beendigung ihres Handelskonflikts beendet. Konkrete Einzelheiten über den Verlauf wurden zunächst nicht bekannt. „Wenn es gute Ergebnisse gibt, wäre es nicht nur gut für China und die USA. Es wären auch gute Nachrichten für die Weltwirtschaft“, sagte der chinesische Außenamtssprecher Lu Kang lediglich vor Journalisten.

Update, 9. Januar 8:30:

Die USA und China haben ihre Gespräche über eine Beendigung ihres Handelskrieges überraschend verlängert. Ein US-Regierungsbeamter bestätigte am Mittwoch, dass die Verhandlungen in Peking am Morgen fortgesetzt worden seien. Beide Seiten hatten eigentlich nur zwei Tage verhandeln wollen, dann aber überraschend beschlossen, die Gespräche auszuweiten. Zuvor hatte bereits US-Präsident Donald Trump verkündet, die Verhandlungen liefen „sehr gut“.

Die Unterhändler ringen in Peking um eine Lösung in dem seit Monaten andauernden Handelskrieg, der auch die Finanzmärkte beunruhigt. Der Verlauf der Gespräche hat den Anlegern allerdings etwas neuen Mut gegeben. Die USA beklagen Markthürden, Produktpiraterie, zwangsweisen Technologietransfer und staatliche Subventionen in China.

Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hatten sich am 1. Dezember nach Abschluss des Gipfels der Wirtschaftsmächte (G20) in Buenos Aires auf einen 90-tägigen „Waffenstillstand“ geeinigt.

Ursprüngliche Nachricht vom 8.Januar 2019:

Hinter verschlossenen Türen haben die USA und China versucht, ihre Handelsstreitigkeiten zu lösen. Zum Ende zweitägiger Gespräche übten sich die Unterhändler am Dienstag in Peking zunächst in Stillschweigen, ob die beiden größten Volkswirtschaft einem Ende ihres Handelskrieges näher gekommen sind. Dafür gab sich US-Präsident Donald Trump demonstrativ optimistisch: „Die Gespräche mit China laufen gut!“, schrieb er über den Kurznachrichtendienst Twitter.

Auch deutsche Unternehmen sind besorgt

Der seit Monaten andauernde Handelskrieg sorgt für zusätzliche Unsicherheiten an den Finanzmärkten über die Konjunkturentwicklung in den USA, China und weltweit. Die Sorgen werden durch den Stillstand der US-Regierung noch verstärkt. Auch deutsche Unternehmen sind besorgt, dass eine weitere Verschärfung der US-Handelspolitik die deutsche Wirtschaft in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Als Exportnation könne Deutschland schwer getroffen werden, warnte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) in einer Studie. Bei einer Zuspitzung aller Handelsstreitigkeiten der USA mit China, der EU und den anderen vier wichtigsten US-Handelspartnern mit Zusatzzöllen in Höhe von 25 Prozent und Vergeltungsmaßnahmen könnte das deutsche Bruttoinlandsprodukt preisbereinigt in den nächsten fünf Jahren „schlimmstenfalls“ um etwa 3,8 Prozent schrumpfen.

Mehr als 40 Prozent von 1111 befragten deutschen Unternehmen erwarteten einen Rückgang der Beschäftigung und Produktion in Deutschland, wenn es zu einer weiteren Verschärfung der Handelskonflikte komme, berichtete das Institut. „Die deutsche Wirtschaft ist sehr anfällig für die handelspolitischen Entscheidungen weltweit“, sagte IW-Ökonomin Galina Kolev.

Ein Durchbruch war nicht erwartet worden

Ein Durchbruch war bei den Gesprächen in Peking ohnehin nicht erwartet worden. Vielmehr sollten die Unterhändler den Weg für weitere Verhandlungen ebnen. Die USA beklagen vor allem mangelnden Marktzugang, zwangsweisen Technologietransfer, Produktpiraterie und staatliche Subventionen in China. Trump und Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping hatten sich am 1. Dezember nach Abschluss des Gipfels der großen Wirtschaftsmächte (G20) in Buenos Aires auf einen 90-tägigen „Waffenstillstand“ geeinigt.

Die USA fordern chinesisches Entgegenkommen und hatten eine Frist bis 1. März gesetzt. Bis dahin wird eine angekündigte weitere Erhöhung der US-Sonderabgaben auf chinesische Importe im Wert von 200 Milliarden Dollar von derzeit 10 auf 25 Prozent ausgesetzt. Gibt es keine Einigung, droht eine Eskalation. Zur US-Delegation, die vom US-Vizehandelsbeauftragten Jeffrey Gerrish angeführt wurde, gehörten auch Vertreter des Finanz-, Handels-, Energie- und Landwirtschaftsministeriums sowie des Weißen Hauses.

Es wird erwartet, dass Chinas Chefunterhändler, Vizepremier Liu He, vielleicht in den nächsten Wochen mit dem US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer weiter verhandeln wird. Auch könnte Trump auf dem Weltwirtschaftsforum vom 22. bis 25. Januar im Schweizer Davos mit Chinas Vizepräsident Wang Qishan zusammentreffen. Der enge Vertraute von Chinas Staats- und Parteichef gilt als erfahrener Krisenmanager und Wirtschaftsexperte. (dpa)

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