Suchen

Energiewende und neue Richtlinien Aktuelle Anforderungen in der Antriebstechnik

| Redakteur: Gerd Kucera

Aktuelle Wandlungsprozesse in Ökonomie und Gesellschaft lassen die elektrische Antriebstechnik nicht außen vor. Zeitgemäße Antriebslösungen diskutierten Experten auf dem Praxisforum Elektrische Antriebstechnik.

Firmen zum Thema

Vorstellung: In Kurzportraits skizzierten Firmenvertreter neue Techniken und Demonstatoren, die sie in der begleitenden Ausstellung präsentierten.
Vorstellung: In Kurzportraits skizzierten Firmenvertreter neue Techniken und Demonstatoren, die sie in der begleitenden Ausstellung präsentierten.
(Bild: Stefan Bausewein)

Gesetzliche Vorgaben zur Energiewende und intensivere Betrachtungen der Lebenszykluskosten erzwingen in der Antriebstechnik sparsamere Lösungskonzepte. Nicht selten übersteigen die Energiekosten die Investition einer Antriebslösung. Die Ökodesign-Richtlinie, Mitte 2011 in Kraft getreten, bestimmte zunächst, dass alle neuen Elektromotoren mindestens der Effizienzklasse IE2 entsprechen mussten. Ab 2016 sahen die Bestimmungen für Maschinen und Anlagen vor, dass Motoren mit Nennleistungen von 7,5 bis 375 kW mindestens der Effizienzklasse IE3 entsprechen mussten.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 22 Bildern

Seit dem 1. Januar 2017 gilt diese Verordnung auch für den Leistungsbereich von 0,75 bis 7,5 kW. IE2-Motoren dürfen zwar noch als Alternative genutzt werden, aber nur in Verbindung mit elektronischer Drehzahlregelung. Seit Januar 2017 gilt diese Vorschrift auch für Elektromotoren ab 0,75 kW. Nicht zuletzt benötigt die unter Druck geratene Elektromobilität sparsame und kompakte Elektroantriebe.

So gibt es facettenreiche technische Herausforderungen, mit denen sich Entwickler von Motorregelungen zu beschäftigen haben. Prof. Dr-Ing. Manfred Schrödl, Vorstand des Instituts Energiesysteme und Elektrische Antriebe (ESEA) an der TU Wien, beschreibt in diesem Zusammenhang:

„Es gibt wichtige externe Faktoren, die an Antriebe gestellt werden. Etwa die immer stärkere Vernetzung von Antrieben, die die Kommunikationstechnik herausfordert. Zudem bestimmen interne neue Themen die Ingenieurpraxis, beispielsweise hart schaltende Umrichter mit neuartigen Bauelementen aus Siliziumkarbid. Oder die sorgfältige EMV-Auslegungen von Umrichtern mit ihren Auswirkungen auf das Isolationssystem der elektrischen Maschine.“

TU Wien präsentiert neuartigen Elektroantrieb

Schrödel und sein Team sind dafür bekannt, sich abzeichnende Trends frühzeitig zu begleiten und durch unkonventionelle Methoden verbesserte Lösungsansätze zur Verfügung zu stellen. Jüngstes Beispiel ist sein Planetenmotor. Für ihn nutzt Schrödl einen kombinierten Aufbau einer Getriebe-Motor-Einheit, bei dem der Elektromotor in ein verteiltes System mit mehreren synchron laufenden, vorzugsweise permanentmagneterregten Rotoren und die Übersetzung als Planetengetriebe ausgeführt sind.

Die Leistungselektronik lässt sich an der getriebeabgewandten Stirnseite des Planetenmotors integrieren. Das Klemmenverhalten des Planetenmotors entspricht einer klassischen dreisträngigen Drehstrommaschine, die von einem konventionellen Umrichter betrieben wird.

(ID:44633836)