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Bildung für Alle Aktion „Stifte stiften“ hilft unprogrammatisch

Redakteur: Gerd Kucera

Während wir die Computerisierung von Kinderzimmern diskutieren, sind Millionen Kinder in armen Ländern von Bildung ausgeschlossen, weil sie nicht einmal einen Bleistift haben. Eine Privatinitiative springt ein.

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Bildung schafft Zukunft: Schon ein kleiner Stift öffnet große Welten.
Bildung schafft Zukunft: Schon ein kleiner Stift öffnet große Welten.
(Bild: Initiative Stifte stiften)

Auf dem Weltbildungsforum 2000 in Dakar hatten sich 164 Länder verpflichtet, bis 2015 sechs Bildungsziele zu erreichen. Und zwar innerhalb der EFA (Education For All), einem weltweiten Aktionsprogramm für Bildung unter Federführung der UNESCO. Die sechs EFA-Bildungsziele lauten:

  •   Ausbau der frühkindlichen Bildung.
  •   Abgeschlossene Grundschulbildung für alle Kinder.
  •   Absicherung der Lernbedürfnisse von Jugendlichen.
  •   Halbierung der Analphabetenrate unter Erwachsenen.
  •   Überwindung von Geschlechterdisparitäten.
  •   Verbesserung der Bildungsqualität.

Das Programm zeigte freilich viel zu wenig Durchschlagskraft. Zwei Drittel der Weltgemeinschaft haben die sechs Bildungsziele, zu denen sie sich im Jahr 2000 verpflichtet haben, verfehlt. Lediglich in der Hälfte der Länder erhalten alle Kinder eine Grundschulbildung. Immerhin kann der aktuelle UNESCO-Weltbildungsbericht vermelden, dass im Vergleich zu 1999 heute rund 50 Millionen mehr Kinder in die Schule gehen.

„Die Welt hat große Fortschritte hin zu Bildung für alle gemacht“, meint die UNESCO-Generaldirektorin Irina Bokova, „Millionen mehr Kinder besuchen eine Schule, als es nach Trends der 1990er Jahre der Fall wäre.“ „Doch“, muss auch sie zugeben, „sind wir weit davon entfernt, unsere Ziele erfüllt zu haben. Die Weltgemeinschaft braucht spezifische, mit ausreichenden finanziellen Mitteln vorangebrachte Strategien, welche den Schwerpunkt auf die Ärmsten – insbesondere Mädchen – legen, die Bildungsqualität verbessern und die Analphabetenrate reduzieren.“

In 52% der Länder werde das Ziel der universellen Grundschulbildung erreicht, so der Bericht. Dies bedeute, dass aber immer noch 100 Millionen Kinder weltweit die Grundschule nicht abschließen. Da man sich zu wenig um Kinder in schwierigen Lebensumständen kümmere, sei die Wahrscheinlichkeit, die Grundschule abzuschließen, unter den Ärmsten global fünfmal geringer als unter den Reichsten. Ein Drittel aller Kinder, die weltweit nicht zur Schule gehen, lebt in konfliktreichen Regionen.

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Nur einem Viertel der Länder ist es gelungen, in den 15 Jahren des Aktionsprogramms die Analphabetenrate unter Erwachsenen um 50% zu senken. Zwar fiel sie unter Erwachsenen in diesem Zeitraum von 18% auf 14%. Dieser Fortschritt sei aber fast vollständig darauf zurückzuführen, dass besser gebildete junge Menschen das Erwachsenenalter erreichten. Nach wie vor sind fast zwei Drittel der Analphabeten Frauen. In Subsahara-Afrika etwa kann jede zweite Frau nicht lesen und schreiben.

Die Schüler-Lehrer-Relation verbesserte sich zwischen 1990 und 2012 in 121 von 146 erfassten Ländern. Allerdings werden immer noch vier Millionen zusätzliche Lehrer benötigt, um alle Kinder zu unterrichten.

Seit 2000 haben viele Regierungen ihre Bildungsausgaben erhöht, 38 Länder um mindestens 1% ihres Bruttonationaleinkommens. Dennoch bleibt das Finanzierungsloch von jährlich 22 Mrd.-US-$ das größte Hindernis, um die grundlegenden Bildungsziele zu erreichen.

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