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Airbus will 15.000 Stellen streichen - mehr als 5000 in Deutschland

Autor / Redakteur: dpa / Sebastian Gerstl

Kaum eine Branche ist von Corona so hart getroffen worden wie die Luftfahrtbranche. Dem Flugzeugbauer Airbus geht es dabei besonders an den Kragen. Wie düster es aussieht, offenbart nun ein drastischer Stellenabbau. Besonders Deutschland trifft es hart.

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Der Flugzeugbauer Airbus will wegen der Luftfahrt-Krise weltweit 15 000 Stellen streichen - über 5000 davon allein in Deutschland. Hinzu kommt noch ein Stellenabbau bei Tochterunternehmungen.
Der Flugzeugbauer Airbus will wegen der Luftfahrt-Krise weltweit 15 000 Stellen streichen - über 5000 davon allein in Deutschland. Hinzu kommt noch ein Stellenabbau bei Tochterunternehmungen.
(Bild: Remy Gabalda/AFP/dpa)

Der Flugzeugbauer Airbus will wegen der Luftfahrt-Krise weltweit 15 000 Stellen streichen. Allein in Deutschland sollen etwa 5100 Stellen betroffen sein, teilte der Flugzeugbauer mit Schaltzentrale im französischen Toulouse mit. „Die Branche befindet sich in einer beispiellosen Krise“, hieß es in einer Mitteilung. Es werde erwartet, dass sich der Luftverkehr nicht vor 2023 erholen werde und möglicherweise erst 2025 wieder auf dem Niveau von vor Corona sein werde.

Zusätzliche Stellenstreichungen auch bei Tochterunternehmen

Airbus beschäftigt in Deutschland nach eigenen Angaben rund 46.000 Mitarbeiter an fast 30 Standorten - etwa in Hamburg-Finkenwerder, Stade oder Bremen. In der Verkehrsflugzeugsparte arbeiten demnach mehr als 28.000 Menschen. Die Gewerkschaft IG Metall moniert, dass Deutschland von dem Stellenabbau überproportional betroffen sei, da zu den nun angekündigten 5100 Streichungen noch der bereits angekündigte Abbau von 900 Stellen bei Premium Aerotec in Augsburg hinzukommt.

Neben den angekündigten 5100 Jobs in Deuscthland will Airbus 5000 Stellen in Frankreich, 900 in Spanien, 1700 in Großbritannien und 1300 an weiteren weltweiten Standorten streichen. Die Einzelheiten dieses Plans müssten noch mit den Sozialpartnern abgestimmt werden. Betriebsbedingte Kündigungen könnten nicht ausgeschlossen werden, hieß es weiter. „Die Aufteilung der Zahlen auf die Länder reflektiert, wie stark die Geschäftsteile von Covid-19 betroffen sind“, erklärte Airbus-Chef Guillaume Faury.

Bei Airbus schrillen schon länger die Alarmglocken. Der Konzern hatte bereits zuvor angekündigt, für zwei Jahre seine Produktion und seine Auslieferungen um 40 Prozent kürzen. Faury hatte dabei Kündigungen nicht grundsätzlich ausgeschlossen, zumal sich durch eine zweite Corona-Welle die erhoffte Belebung wieder verschlimmern könnte. In Deutschland beschäftigt Airbus Zehntausende Mitarbeiter und hat zahlreiche Standorte - etwa in Hamburg-Finkenwerder oder Bremen.

Die Luftfahrt ist in einer beispiellosen Krise

Faury hatte zuvor zugesichert, wegen der Drosselung des Geschäftes keine Endmontagelinie zu schließen. Alle Modelle würden weiter produziert, aber in langsamerem Tempo. Von der meistverkauften Baureihe A320 sollen nur noch 40 Maschinen pro Monat gefertigt werden. Derzeit sind viele fertige Flugzeuge geparkt. Die Airlines nehmen sie wegen des Einbruchs im Markt durch die Corona-Krise zunächst nicht ab. Wenn die Nachfrage nach dem Jahr 2022 wieder anziehe, dürften davon nach Einschätzung Faurys zuerst Kurz- und Mittelstreckenjets wie die Airbus-Typen A220 und A320neo profitieren. Bei den Großraumjets wie dem Airbus A330neo und dem Airbus A350 werde es voraussichtlich länger dauern. So erwarten Fluggesellschaften, dass die Nachfrage nach Langstreckenflügen auch nach einer Lockerung der weltweiten Reisebeschränkungen noch lange gedämpft bleibt.

Der Franzose Faury hatte die Beschäftigten bereits mehrmals auf harte Zeiten eingestimmt und von einer existenzbedrohenden Krise gesprochen. Eigentlich sollten die nächsten Schritte erst im Juli angekündigt werden. Die Gewerkschaft IG Metall etwa hatte bereits Alarm geschlagen und vor einem Kahlschlag gewarnt. Sie schlug vor, die wenige Arbeit auf mehrere Köpfe zu verteilen - eine „kollektive Arbeitszeitverkürzung“ nach dem Vorbild von VW.

Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus ist wie die gesamte Luftfahrtbranche wegen der Covid-19-Pandemie in eine schwere Krise geraten. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte vor einigen Wochen ein 15 Milliarden Euro schweres Rettungspaket für die Luftfahrtindustrie angekündigt. In Frankreich arbeiten allein bei Airbus mit Schaltzentrale in Toulouse knapp 50 000 Menschen.

Altmaier warnt vor Benachteiligung deutscher Standorte

Angesichts der Stellenstreichungen beim Flugzeugbauer Airbus hat Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) vor einer Benachteiligung deutscher Standorte gewarnt. Altmaier machte am Mittwoch in Berlin deutlich, die Bundesregierung gehe davon aus, dass bei der Umstrukturierung des europäischen Flugzeugbauers kein Land bevorzugt und kein Land benachteiligt werde.

Altmaier sagte, Airbus befinde sich wie andere Unternehmen wegen der Folgen der Corona-Pandemie in einer schwierigen Umstrukturierungsphase. Wie die Lufthansa sei Airbus vor der Beginn der Krise ein wettbewerbsfähiges Unternehmen mit einer starken Positionierung auf dem Weltmarkt gewesen.

Die Bundesregierung habe ein Interesse daran, dass beide Unternehmen die Krise unbeschadet überstehen. Für die Lufthansa war ein milliardenschweres staatliches Rettungspaket beschlossen worden. Altmaier verwies auch auf Pläne der Koalition, moderne, emissionsarme und geräuscharme Flugzeuge mit einer Milliarde Euro zu fördern. (dpa)

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