Arbeitssicherheit

Absaug- und Filtertechnik für reine Luft und saubere Prozesse

| Autor / Redakteur: Stefan Meißner * / Dr. Anna-Lena Gutberlet

Adsorption gasförmiger Luftschadstoffe

Gas- oder dampfförmige Stoffe sowie Gerüche können in Aktivkohle oder anderen Sorbentien gespeichert werden. Aktivkohle wird aus organischen Stoffen (z.B. Torf oder Nussschalen) hergestellt und bieten eine adsorptionsfähige Oberfläche bis zu 1.700 m²/g. Dadurch ergeben sich ein sehr hoher Abscheidegrad und eine enorme Speicherkapazität, was in äußerst hohen Standzeiten resultiert.

Bei höheren Konzentrationen wären auch Verbrennungsprozesse sinnvoll, lohnen sich energetisch aber erst dann richtig, wenn der Verbrennungsprozess stabil ist und ohne eigene Energiezufuhr laufen kann. Eine Zwischenstufe sind katalytische Prozesse, die aber stets einen gleichbleibenden Schadstoffmix erfordern. Unterm Strich sind Sorbentien flexibler einsetzbar, bedürfen allerdings eine genaue Befolgung der organisatorischen Maßnahmen bzw. der Wechselintervalle.

Erfassung der Schadstoffe

Reinigungsgrad im Verhältnis zum Erfassungsgrad
Reinigungsgrad im Verhältnis zum Erfassungsgrad (Bild: VDMA)

Das richtige Erfassungselement hat entscheidenden Einfluss auf die Filterleistung und somit die Effizienz des kompletten Absaug- und Filtersystems. Denn die Höhe des Erfassungsgrades bildet die Grundlage für die nachträglich stattfindende möglichst hochgradige Filtration, was schlussendlich im Wirkungsgrad der Gesamtanlage und daher den Schadstoffresten in der rückgeführten Luft resultiert.

Auch der Ort der Erfassung spielt eine wichtige Rolle. Laut einer Faustregel erfordert der doppelte Abstand zwischen Emissionsquelle und dem Erfassungselement die mindestens vierfache Ansaugleistung des Absaugsystems.

Gesetzliche Vorgaben

Im April 2014 hat der Ausschuss für Gefahrstoffe (AGS) den neuen Allgemeinen Staubgrenzwert für granulare biobeständige Stäube der A-Fraktion (lungengängig) auf 1,25 mg/m³ heruntergesetzt. Festgelegt wurde der neue Arbeitsplatzgrenzwert in der TRGS (Technische Regel für Gefahrstoffe) 900 bezogen auf eine mittlere Dichte von 2,5 g/cm³.

Die Technische Anleitung zur Reinhaltung der Luft (TA Luft) der Bundesregierung regelt Emissions- und Immissionsgrenzwerte. Sie gibt unter anderem vor, dass sich der Gesamtstaub, inkl. Feinstaub auf eine maximale Massenkonzentration von 20 mg/m³ belaufen darf. Dies gilt allerdings nicht für gesundheitlich unbedenkliche Stäube und auch nicht für KMR-Stoffe (karzinogen, mutagen, reproduktionstoxisch). Hier liegen die oberen Grenzwerte je nach Klasseneinteilung (I, II oder III) teils weit unter diesem Wert .

Wer nicht absaugt und filtert, schadet sich selbst

Absaug- und Filteranlagen haben heute in vielen Unternehmen ihren festen Platz – sei es an Handarbeitsplätzen, in automatisierten oder teilautomatisierten Fertigungen.

Arbeits- und Gesundheitsschutz in produzierenden Unternehmen haben demnach in den letzten Jahrzehnten an Bedeutung gewonnen. Zurecht, denn die Auswirkungen luftgetragener Schadstoffen auf Mitarbeiter, Maschinen, Produkte sind Bestandteil indirekter Aktivitäten, die entscheidenden Einfluss auf die Wertschöpfungskette haben.

Die Instandhaltung von Produktionsmitteln und -räumen, die Fehlerfreiheit durch Produktqualität und -funktionalität sowie Arbeitsschutzmaßnahmen generieren teilweise hohe Kosten. Diese zu minimieren sollte der Anspruch eines jeden Unternehmens sein, das qualitativ hochwertige Güter produziert. Die geeignete Absaug- und Filteranlage hilft dabei.

* Stefan Meißner leitet die Unternehmenskommunikation bei der ULT AG in Löbau

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Die Hinweise sind sehr wichtig für sicheren Arbeitsplatz, es gibt aber noch eine Kleinigkeit die...  lesen
posted am 27.04.2016 um 09:54 von Unregistriert


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