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Komplettlösungen in der Industrie 4.0 ABB übernimmt B&R

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Der Schweizer Elektrotechnik-Konzern ABB übernimmt das auf Industrieautomatisierung spezialisierte österreichische Unternehmen Bernecker & Rainer (B&R). Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

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Der Schweizer Automatisierungsspezialist ABB übernimmt den österreichischen Mitwettbewerber B&R. In einem klaren Bekenntnis zu B&Rs genereller Wachstumsstrategie hat ABB ein mittelfristiges Umsatzziel von 1 Milliarde US-$ ausgerufen. Die Akquise soll bis Sommer 2017 abgeschlossen werden.
Der Schweizer Automatisierungsspezialist ABB übernimmt den österreichischen Mitwettbewerber B&R. In einem klaren Bekenntnis zu B&Rs genereller Wachstumsstrategie hat ABB ein mittelfristiges Umsatzziel von 1 Milliarde US-$ ausgerufen. Die Akquise soll bis Sommer 2017 abgeschlossen werden.
(Bild: ABB)

ABB hat heute die Übernahme von B&R, dem größten unabhängigen Anbieter mit Fokus auf produkt- und softwarebasierten offenen Lösungen für die Maschinen- und Fabrikautomation weltweit, angekündigt. Das 1979 von Erwin Bernecker und Josef Rainer gegründete Unternehmen B&R mit Sitz in Eggelsberg, Österreich, ist im alleinigen Besitz der beiden Gründer. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 3.000 Mitarbeiter, darunter ungefähr 1.000 Forschung & Entwicklungs- und Anwendungsingenieure. B&R ist in 70 Ländern aktiv und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von mehr als 600 Millionen US-Dollar (2015/16) im 20 Milliarden US-Dollar großen Marktsegment für Maschinen- und Fabrikautomation.

Mit der Kombination will ABB zu einem umfassenden Komplettlösungsanbieter in der Industrieautomatisierung werden: Die Transaktion bringt die innovativen Produkte, Lösungen und Software für moderne Maschinen- und Fabrikautomation von B&R mit ABBs führendem Angebot in der Robotik, Prozessautomation, Digitalisierung und Elektrifizierung zusammen. Damit sei man nun ideal aufgestellt für den Umbruch des Marktes in der Industrie 4.0, teilte das Unternehmen mit.

Zudem stärkt ABB mit der Akquise sein Digitalangebot substanziell: Die Kombination bringt ABBs Portfolio an Digitallösungen, ABB Ability, mit B&Rs Anwendungs- und Softwareplattformen, seiner großen installierten Basis, dem erweiterten Kundenzugang und den maßgeschneiderten Automationslösungen zusammen.

„B&R ist eine Perle in der Welt der Maschinen- und Fabrikautomation. Die Kombination von B&R und ABB bietet eine einmalige Chance für unsere beiden Unternehmen. Diese Transaktion ist ein wahrer Meilenstein für ABB, da B&R die historische Lücke in ABBs Automationsangebot schliesst. Wir passen perfekt zusammen: Künftig werden wir das einzige Unternehmen sein, das seinen Industrieautomationskunden das gesamte Spektrum an Technologie- und Softwarelösungen rund um Mess- und Steuerungssysteme, Antriebe, Robotik, Digitalisierung sowie Elektrifizierung anbietet“, sagte Ulrich Spiesshofer, CEO von ABB. „Mit dieser Übernahme setzen wir unsere Next-Level-Strategie weiterhin konsequent um. Mit unserem dann einzigartigen Digitalangebot und unserer installierten Basis mit mehr als 70 Millionen verbundenen Geräten, 70.000 Steuerungssystemen und jetzt mehr als 3 Millionen automatisierten Maschinen und 27.000 Fabrikinstallationen ermöglichen wir es unseren Kunden weltweit, die enormen Chancen der Vierten Industriellen Revolution zu ergreifen.“

Nach Abschluss der Transaktion wird B&R als globale Geschäftseinheit „Maschinen- und Fabrikautomation“ unter der Leitung des B&R-Geschäftsführers Hans Wimmer innerhalb der ABB-Division Industrieautomation fortbestehen. Die beiden Gründer von B&R, Erwin Bernecker und Josef Rainer, sollen dabei das Unternehmen in der Integrationsphase beratend begleiten und so Kontinuität gewährleisten.

Mit dieser Akquisition wird das Schweizer Unternehmen ABB nun auch zum größten Unternehmen im Bereich der Industrieautomation in Österreich. ABB wird die Übernahme vollständig mit Barmitteln finanzieren. Die Transaktion wird sich voraussichtlich bereits im ersten Jahr positiv auf den operativen Gewinn je Aktie auswirken. Die erwarteten Synergien liegen bei rund 8 Prozent des B&R-Umsatzes im vierten Jahr nach Abschluss der Transaktion. Dieser unterliegt den üblichen regulatorischen Genehmigungen und erfolgt voraussichtlich im Sommer 2017.

(ID:44615693)