Power over Ethernet 90 Watt über ein 100-m-Ethernetkabel

Autor / Redakteur: Alison Steer* / Lea Drechsel

Die Plug-and-Play-Technik LTPoE++ versorgt mehrere Stromwandler mit bis zu 90 W über ein CAT-5e-Ethernetkabel. Der Controller klassifiziert die Geräte als "Powered Device" und bedient sie entsprechend ihres Bedarfs.

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90-W-vierdraht-LTPoE++ mit 2,2 A bei 41 V ohne Lüfterkühlung.
90-W-vierdraht-LTPoE++ mit 2,2 A bei 41 V ohne Lüfterkühlung.
(Bild: Linear Technology)

Die IEEE802.3af-PoE-Spezifikation für Power-over-Ethernet begrenzt die an die versorgten Geräte, auch Powered Device, kurz PD, genannt, gelieferte Leistung auf 13 W. Dies begrenzt den Umfang an Anwendungen auf Geräte wie IP-Telefone und einfache Überwachungskameras.

Im Jahr 2009 erhöhte die IEEE802.3at-Spezifikation die verfügbare Leistung auf 25,5 W. Dies war jedoch immer noch nicht genug, um den Hunger nach Leistung der steigenden Zahl von PoE-Applikationen zu stillen. Picozellen, Zugangspunkte für die drahtlose Kommunikation, LED-Signage und wichtig für den russischen Markt: beheizte Schwenk-/Neige-/Zoom-Überwachungskameras (pan-tilt-zoom (PTZ)) für den Außenbereich, sorgen für erhöhten Leistungsbedarf.

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Linear Technology publizierte den proprietären Standard namens LTPoE++, der die PoE- und PoE+-Spezifikationen auf 90 W gelieferte Leistung erweiterte, dabei aber 100% kompatibel zu den IEEE-PoE-Standards blieb. LTPoE++ bietet eine Plug-and-Play-Lösung, die die Engineeringkomplexität des die Leistung liefernden Power Sourcing Equipment (PSE) und der versorgten Geräte/Powered Devices (PD) deutlich reduziert.

Der Vorteil von LTPoE++ gegenüber anderen die Leistung erhöhenden Topologien ist, dass nur jeweils ein PSE und ein PD nötig sind, um bis zu 90 W über ein Vierdraht-CAT-5e-Kabel zu übertragen, was zu signifikanten Einsparungen bezüglich Platz, Kosten und Entwicklungszeit führt. Dabei sind vier unterschiedliche Leistungspegel verfügbar: 38,7 W, 52,7 W, 70 W und 90 W.

Power Devices durch Signaturwiderstand erkennen

Bevor einem PSE erlaubt wird, Leistung an die Leitung anzulegen, muss es mit einer leistungsbegrenzten Tastspitze nach einem von IEEE vorgeschriebenen Signaturwiderstand suchen. Um als gültige Signatur betrachtet zu werden, muss sich das PD wie ein Widerstand von 25 kΩ ± 5% verhalten, parallel geschaltet mit einer Kapazität von 120 nF oder weniger.

Das PSE muss wiederum einen etwas größeren Bereich von 19 bis 26,5 kΩ akzeptieren, um parasitäre Reihen- und Parallelwiderstände im System zu berücksichtigen (Bild 2). Das PSE muss Widerstände unter 15 oder über 33 kΩ sowie Kapazitäten mit > 10 µF an den Anschlüssen zurückweisen.

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