Nachgefragt

9 Experten zum Thema Relais – Teil 2

| Autor / Redakteur: Ines Näther / Ines Stotz

Elektromechanik oder Elektronik? Entscheidend ist der Vorteil der bevorzugten Technik.
Elektromechanik oder Elektronik? Entscheidend ist der Vorteil der bevorzugten Technik. (Bild: Elesta)

Die funktionale Sicherheit besitzt mittlerweile in allen Industriezweigen einen hohen Stellenwert. Diesem Bedarf sind die Hersteller von elektromechanischen Relais und Halbleiter-Relais in gleichem Maß nachgekommen. Dadurch gibt es bei beiden Relaistypen entsprechend geeignete Komponenten, die auch weiterentwickelt werden. In unserem zweiten Artikel sind die wesentlichen Aspekte der Hersteller zusammengefasst.

Welchen Stellenwert hat das Relais in der Sicherheitstechnik? - Die aktuellen Standards zur funktionalen Sicherheit stellen höhere Anforderungen an sichere Schaltgerate. Welche Trends sind dabei auf dem Markt für Sicherheitsrelais zu erkennen? Ergänzen sich auch hier beide?

Jürgen Steinhäuser, Leiter Vertrieb und Marketing bei Elesta: „Heute geht es um die Frage, wie zuverlässig sind Bauelemente und damit eben auch Relais.“
Jürgen Steinhäuser, Leiter Vertrieb und Marketing bei Elesta: „Heute geht es um die Frage, wie zuverlässig sind Bauelemente und damit eben auch Relais.“ (Bild: Elesta)

Jürgen Steinhäuser, Leiter Vertrieb und Marketing bei Elesta: Bei der Sicherheitstechnik sind immer beide Seiten der Medaille zu sehen. Auf der einen Seite steht der Aspekt der Funktionalen Sicherheit, der u.a. durch die Schaltungsarchitektur und die verwendeten Bauelemente realisiert wird. Hierbei geht es um alle Aspekte die ‚Leib und Leben‘ gefährden können. Hier spielen Relais, insbesondere Relais mit zwangsgeführten Kontakten eine wichtige, in vielen Fällen sogar die entscheidende Rolle, da mit ihnen das geforderte Konstruktionsprinzip der Energietrennung, also das Ruhestromprinzip, auf verblüffend einfache Weise realisiert wird.

Auch umgangssprachlich als ‚Sicherheitsrelais‘ bezeichnet, verfügen sie über einen Mechanismus, der die gegenfunktionalen Kontakte so miteinander positioniert, dass nie ein Öffner und ein Schließer gleichzeitig geschlossen sein können. Dies ergibt einen Diagnosedeckungsgrad von nahezu 100 Prozent.

Mit dieser einfachen mechanischen Verlinkung und den zusätzlichen Konstruktionsmerkmalen, wie Kontaktkammern, wird dies nicht nur auf die mechanische Funktionalität sondern auch für die elektrische Sicherheit garantiert. Zusätzliche Überwachungselektroniken, die den Schaltzustand überwachen sind damit nicht notwendig. Diese Relais dienen als Koppelglieder zwischen Last und Logik.

Hinzu kommt, dass es am Markt heute fast für alle Anwendungen die passenden Sicherheitsrelais gibt. Lasten von wenigen mA bis hin zu 16 A können mit solchen Relais heute zuverlässig geschaltet werden.

Die andere Seite der Medaille ist die Systemverfügbarkeit. Funktionale Sicherheit wird vorausgesetzt und somit wird die Eignung des Relais sofern es über eine korrekte Approbation verfügt auch nicht hinterfragt. Vielmehr geht es heute um die Frage, wie zuverlässig sind Bauelemente und damit eben auch Relais. Mit welchen Ausfallraten muss im Gerät gerechnet werden. Hier hat das Relais Vorteile. Zum einen gibt es normativ definierte Vorgehensweisen mit der die Kennwerte B10d ermittelt werden, nach IEC 81810-2-1, und zum anderen sind Relais von ihrem Aufbau her prädestiniert auch härtere Einsatzbedingungen gut zu bewältigen.

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