Aktuator-Anwendungen 8-Bit-MCU und LIN-SBC in einem Gehäuse

Redakteur: Holger Heller

Atmel hat sein LIN-IC-Angebot um die Multichip-Module ATA6602 und ATA6603 erweitert, die für Kfz-Aktuator-Anwendungen in der Komfort-Elektronik (z.B. Fensterheber, Spiegel- oder Sitzeinstellung) sowie in der Antriebselektronik vorgesehen sind.

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( Archiv: Vogel Business Media )

Die Bausteine sind als Multichip-Module aufgebaut, bei denen ein 8-Bit-AVR-Mikrocontroller von Atmel mit einem LIN-System-Basis-Chip (LIN-SBC) in einem einzigen Gehäuse ohne interne Verbindungen kombiniert sind (SiP – System in Package). Damit ergibt sich laut Atmel ein hoher Integrationsgrad bei gleichzeitig hoher Transparenz und Flexibilität: Der ATA6602 und der ATA6603 bestehen aus MCU, Spannungsregler sowie LIN-Transceiver und Watchdog und decken die Grundfunktionalität eines LIN-Knotens ab.

„Neben dem geringen Platzbedarf, der schnelleren Markteinführung aufgrund des einfachen Systemdesigns und der geringen Beschaffungs-, Logistik- und Montagekosten eigenen sich der ATA6602 und ATA6603 wegen ihrer geringen Abmessungen auch für Sensor-Knoten-Schaltungen wie Bedienfelder, Luftqualitäts-, Regen- oder Sonnensensoren“, erklärte Haakon Skar, Director Product Marketing AVR Products Center, bei Atmel.

Der ATA6602 enthält die ATmega88-MCU mit 8 KByte Flash-Speicher, der ATA6603 den ATmega168 mit 16 KByte Flash. Die Bausteine werden im eigenen BCDMOS-Prozess hergestellt, der für hohe Spannungen und für den Betrieb in rauen Umgebungen geeignet ist. Durch den „Silent“-Modus bietet der LIN-SBC eine niedrige Stromaufnahme von 40 µA bei aktiviertem Spannungsregler. „Der LIN-Basis-Chip bietet außerdem noch eine hohe EMV und Unempfindlichkeit gegen elektrostatische Entladungen, verschiedene Schutzfunktionen und einen großen Ein-/Ausgangsspannungsbereich (-40 bis 60 V) für den LIN-Bus-Pin-Anschluss, was sich für den Einsatz in LKW-Anwendungen rechnet“, so Skar.

Umfangreicher Tool-Support durch Atmel und IAR Systems

Durch die AVR-MCUs in den beiden Modulen, bei denen alle Anschlüsse nach außen geführt sind, können in der Entwicklungsphase die Standard-AVR-Werkzeuge von Atmel verwendet werden. Dazu gehören u.a. die integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) AVR Studio zum Schreiben von AVR-Anwendungen und zur Fehlerbeseitigung. Das Tool enthält einen Assembler sowie einen Simulator und unterstützt die Integration des als Freeware erhältlichen Compilers GCC. Es kann kostenlos mit der u.g. InfoClick-Nummer dieses Beitrags über www.elektronikpraxis.de heruntergeladen werden.

Zum On-Chip-Debuggen kann der AVR JTAGICE mkII benutzt werden, ein Entwicklungs- und Debugwerkzeug, das den Schaltungsentwickler unterstützt, mithilfe des debugWIRE Interface beim ATA6602 und ATA6603 eine Fehlerbeseitigung auf dem Chip durchzuführen, wobei nur eine einzige Leitung als Debug-Interface benutzt wird. Ein LIN-Protokoll-Handler ist ebenfalls erhältlich. Zusätzlich steht eine kostenlose LIN-Software-Bibliothek für die C-Compiler GCC und IAR zur Verfügung.

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