7-Tesla-Magnetresonanztomograph von Siemens erhält CE-Zulassung

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

Mit dem 7-Tesla-MRT wird die medizinische Bildgebung auf eine neue Stufe gehoben: Das MRT gibt detaillierte Einblicke in den menschlichen Bewegungsapparat oder zeigt Prozesse im Gehirn. Auch die Forschung soll von dem Gerät profitieren.

Firmen zum Thema

Der 7-Tesla-Magnetresonanztomograph (MRT) Magnetom Terra von Siemens hat die CE-Zulassung erhalten.
Der 7-Tesla-Magnetresonanztomograph (MRT) Magnetom Terra von Siemens hat die CE-Zulassung erhalten.
(Bild: Siemens)

Für seinen 7-Tesla-Magnetresonanztomographen (MRT) Magnetom Terra hat Siemens Healthineers die CE-Zulassung erhalten: Magnetom Terra ist damit der erste klinisch zugelassene Ultrahochfeld-MRT überhaupt. Anwender aus Europa können das System für die routinemäßige klinische Anwendung bei neurologischen und muskuloskeletalen Untersuchungen einsetzen. Denn die CE-Kennzeichnung besagt, dass das Produkt allen EU-Anforderungen hinsichtlich Sicherheit, klinischem Nutzen und Umweltschutz entspricht.

Das MRT ermöglicht dank der sehr hohen räumlichen und spektralen Auflösung detailliertere Einblicke in den menschlichen Bewegungsapparat, zeigt präzise die metabolischen Prozesse im Gehirn und hilft zudem bei der Visualisierung neurologischer Krankheiten wie Alzheimer, Epilepsie und Multipler Sklerose (MS). Besonders deutlich werden die Vorteile der Ultrahochfeld-Bildgebung bei Gehirnuntersuchungen.

Epilepsie und Multiple Sklerose

Beispielsweise können Epilepsie-Patienten untersucht werden, bei denen die bessere Unterscheidung zwischen weißer und grauer Gehirnsubstanz neue diagnostische Möglichkeiten bietet, die bei niedrigeren Feldstärken kaum möglich wären. Auch Menschen mit MS können von den 7-Tesla-Befunden durch die bessere Sichtbarkeit von Läsionen in der grauen Gehirnsubstanz, die zu kognitiven Einschränkungen führen können, profitieren.

Aufgrund der Kombination von besserem Signal-Rausch-Verhältnis, stärkerem Gewebekontrast und höherer räumlicher Auflösung wird hier mit 7 Tesla sichtbar, was bei 3 Tesla nicht zu sehen ist. Mit der Dual-Mode-Funktionalität des Magnetom Terra lässt sich zwischen den klinischen Protokollen und verschiedenen Forschungsmethoden wechseln. Zukünftig wird die Erkundung des Stoffwechsels im Patienten eine große Rolle spielen. Das 7-Tesla-System könnte dann als einer Art MR-Mikroskop verstanden werden, das die Anatomie, die Funktion und den Metabolismus von Körpergewebe untersucht.

Für die Forschung besonders attraktiv ist die offene System-Architektur, die es den Anwendern ermöglicht, am Magnetom Terra eigene Entwicklungen zu nutzen und darauf aufzubauen.

(ID:44949099)