Hochtechnologie des Altertums

7 rätselhafte antike Technikwunder – Wahrheit oder Mythos?

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Die Dampfmaschine der Antike

Schemazeichnung der von Heron erfundenen Aeolipile (zu Deutsch: Aeolusball. Aeolus war ein Windgott der Antike).
Schemazeichnung der von Heron erfundenen Aeolipile (zu Deutsch: Aeolusball. Aeolus war ein Windgott der Antike).
(Bild: Wikimedia, gemeinfrei / CC0 )

Die Erfindung der Dampfmaschine durch James Watt wird von Historikern als Beginn des Industriezeitalters angesehen. Tatsächlich erfand der griechische Forscher Heron von Alexandria eine Vorrichtung, die als entfernter Vorfahr der Dampfmaschine gelten kann. Die sogenannte Aeolipile, auch Heronsball genannt, basiert auf der Ausdehnungskraft des Wasserdampfes und der Rückstoßkraft.

Heron lebte wahrscheinlich im ersten Jahrhundert nach Christus. Seine Aeolipile besteht im Wesentlichen aus einem Wasserkessel, der von unten her erhitzt wird und über Röhren mit einer drehbar gelagerten Metallkugel verbunden ist. Die Kugel ist hohl und verfügt über mehrere Öffnungen, die als Austrittsdüsen dienen.

Das Prinzip ist sehr einfach: Das im Kessel erhitzte Wasser steigt als Dampf über die Röhren in die Metallkugel, in der sich Dampfdruck aufbaut. Der Dampf entweicht durch die Austrittsdüsen nach außen und versetzt damit die Kugel in eine Drehbewegung.

Damit hatte Heron erkannt und bewiesen, dass durch die Kraft des Dampfdrucks mechanische Arbeit verrichtet werden kann. Herons Erfindung wurde jedoch von seinen Zeitgenossen lediglich als Kuriosität angesehen. Da in der Antike kein Mangel an billigen Arbeitskräften herrschte – es gab ja Sklaven – wurde das wirtschaftliche Potenzial der Erfindung nicht erkannt.

Verdikt: Wahr

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