Die Geschichte eines Weltkonzerns

6 wegweisende Erfindungen von Siemens

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Erste elektrische Straßenbahn im Jahr 1881

Vor etwa 125 Jahren wurde die erste elektrische Eisenbahn, die Siemens für die Gewerbeausstellung in Berlin 1879 realisierte, entwickelt.
Vor etwa 125 Jahren wurde die erste elektrische Eisenbahn, die Siemens für die Gewerbeausstellung in Berlin 1879 realisierte, entwickelt.
( Siemens)

Pferdefuhrwerke prägten viele Jahrhunderte das Straßenbild in den Städten. Versuche, die Pferde durch Dampfloks zu ersetzen, scheiterten daran, dass die Bürger die Belästigung durch Dampf, Funkenflug und Lärm nicht tolerierten. Kein Wunder also, dass die von Siemens 1881 in Berlin-Lichterfelde eingeführte erste elektrische Straßenbahn weltweit zum Vorbild wurde.

Als Schwierigkeit erwies sich die Stromzuführung. Sie erfolgte anfangs durch die Mittelschiene, was nicht nur die Höhe der Spannung auf 180 V begrenzte, sondern auch Sicherheitsbedenken weckte. Der 1889 vom Siemens-Ingenieur Walter Reichel entwickelte Bügelstromabnehmer löste dieses Problem. Auch bei Untergrund- und Hochbahnen sowie Gruben- und Industrielokomotiven konnte sich der Elektroantrieb bis zur Jahrhundertwende durchsetzen. Bei den Fernbahnen schien zunächst noch keine Notwendigkeit gegeben, den gut funktionierenden Dampfbetrieb zu ersetzen. 1879 umfasste das deutsche Eisenbahnnetz bereits über 10 000 km, worauf sich Tausende von Dampfloks bewegten. Gut zehn Jahre später spornten die Erfolge der Elektrotraktion dann aber doch zu Überlegungen an, künftig auch Fernstrecken zu elektrifizieren.

Gleichstrom, bislang im Nahverkehr verwendet, war hierfür nicht geeignet. So wendete sich Siemens 1892 dem Wechselstromsystem zu, das gestattet, die Spannung in der Fahrleitung beliebig hoch zu wählen, um sie dann auf dem Fahrzeug durch Transformatoren auf den für den Motor günstigsten Wert umzuformen. Auf dem Fabrikgelände in Charlottenburg und der firmeneigenen Versuchsstrecke in Lichterfelde wurde zunächst Drehstrom getestet. 1903 erreichte ein Zug auf der Schnellbahnstrecke Marienfelde – Zossen bereits eine Rekordgeschwindigkeit von 210 km/h. Wegen der aufwändigen Stromzuführung über je drei Leitungen und Stromabnehmer setzte sich die Drehstromtechnik aber noch nicht durch. "Damals führten diese Experimente in eine Sackgasse", lautet das Urteil von Lubensky. Erst 1970 wurden die Arbeiten auf diesem Gebiet wieder aufgenommen.

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