Industrieverbände fordern schnellstmögliche Vergabe lokaler 5G-Frequenzen

| Redakteur: Sebastian Gerstl

Nach der am Freitag erfolgten Bekanntgabe der Unternehmen, die sich an der bundesweiten 5G-Frequenz-Auktion beteiligen wollen, fordern die vier größtemn Industrieverbände Deutschlands eine möglichst zügige Vergabe der für die Industrie zugesicherten lokalen Frequenzbereiche.
Nach der am Freitag erfolgten Bekanntgabe der Unternehmen, die sich an der bundesweiten 5G-Frequenz-Auktion beteiligen wollen, fordern die vier größtemn Industrieverbände Deutschlands eine möglichst zügige Vergabe der für die Industrie zugesicherten lokalen Frequenzbereiche. (Bild: gemeinfrei / CC0)

Die Vergabe lokaler Frequenzen im Bereich von 3,7 bis 3,8 GHz muss nun schnellstmöglich weiter von der Bundesnetzagentur vorangetrieben werden. Das fordern die Verbände VCI, VDA, VDMA und ZVEI in einer gemeinsamen Erklärung.

Am Freitagnachmittag lief die Anmeldefrist für die Firmen ab, um bei der Versteigerung der 5G-Frequenzen im Frühjahr mitzumachen. Die Bundesnetzagentur gab bekannt, dass statt der drei erwarteten großen Telekommunikationsanbieter tatsächlich vier Unternehmen an der Auktion in der zweiten Märzhälfte teilnehmen wollen. Bei den Antragstellern handelt es sich um die drei bisherigen Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica sowie um den aufstrebenden Mobilfunk-Discounter 1&1-Drillisch, der noch kein eigenes Netz hat.

Nach Bekanntgabe der Unternehmen, die sich an der bundesweiten 5G-Frequenz-Auktion beteiligen wollen, haben sich der Verband der Chemischen Industrie (VCI), der Verband der Automobilindustrie (VDA), der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) und der Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) in einer gemeinsamen Erklärung an die Bundesnetzagentur gewandt. Demnach fordern die vier größten Industrieverbände Deutschlands, dass die Vergabe lokaler Frequenzen innerhalb des an die Industrie zugesicherten 100-MHz-Blocks so schnell wie möglich vollzogen werden soll.

Deutschland soll „Leitmarkt und Leitanbieter industrieller 5G-Anwendungen“ werden

Im Mai 2018 hatte die Bundesnetzagentur angekündigt, innerhalb der Bereiche 3.700 MHz bis 3.800 MHz und 26 GHz Frequenzen für den 5G-Mobilfunk auch lokal an Interessenten aus Industrie und Wirtschaft zu vergeben. Diese Frequenzen sollen nicht versteigert, sondern auf Antrag zugeteilt werden.

Die Industrieverbände begrüßen in ihrer gemeinsamen Presseerklärung, dass vier statt der ursprünglich erwarteten drei Mobilfunkunternehmen an der bundesweiten 5G-Auktion teilnehmen werden. Das erhöhe den Wettbewerb und die Dynamik im Gesamtprozess. Dieser Umstand dürfe aber keinesfalls die Vergabe der lokalen Frequenzen beeinträchtigen. „Nur durch eine rasche Zuteilung dieser lokalen Frequenzen im zugesicherten Umfang kann Deutschland zum Leitmarkt und Leitanbieter industrieller 5G-Anwendungen werden“, heißt es in dem offenen Schreiben.

5G soll Daten mindestens 100 Mal schneller übertragen als die der aktuellen 4G-Netze und für sehr niedrige Reaktionszeiten sorgen. Automobil- und Elektronikkonzerne haben allerdings darauf gedrängt, einen zugesicherten Zugang zu einigen 5G-Frequenzbereichen wenigstens auf lokaler Ebene zu erhalten, der von den Telekommunikationsanbietern unabhängig ist. Diese seien für die Industrie notwendig, um bei industriellen Anwendungen nicht den Anschluss an den Weltmarkt zu verlieren. Auch Gemeinden und Vertreter der Land- und Forstwirtschaft wollten durch lokale und regionale Funknetze die Mobilfunkversorgung im ländlichen Raum verbessern.

Nach eigenen Angaben vertreten der VCI, der VDI, der VDMA und der ZVEI zusammen die Interessen von über drei Millionen Industriearbeitsplätzen.

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