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5G und Cloud: Marvell übernimmt Inphi für 10 Mrd. US-$

Redakteur: Sebastian Gerstl

Die Konsolidierung des Chipmarkts schreitet 2020 weiter voran: Die Marvell Technology Group hat angekündigt, den Mitbewerber Inphi Corporation für 10 Mrd. US-$ zu übernehmen. Marvell möchte durch sein Netzwerk-Technologie-Geschäft, speziell mit Blick auf 5G und Cloud-Computing, weiter ausbauen.

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Hauptsitz der Inphi Corporation im kalifornischen Santa Clara. Der Halbleiterkonzern Marvell übernimmt den auf Hochgeschwindigkeitsnetzwerke und optische Subsysteme spezialisierten Chiphersteller für 10 Mrd. US-$. Marvell möchte mit der Akquise vor allem sein Standbein in den aufstrebenden 5G- und Cloud-Märkten ausbauen.
Hauptsitz der Inphi Corporation im kalifornischen Santa Clara. Der Halbleiterkonzern Marvell übernimmt den auf Hochgeschwindigkeitsnetzwerke und optische Subsysteme spezialisierten Chiphersteller für 10 Mrd. US-$. Marvell möchte mit der Akquise vor allem sein Standbein in den aufstrebenden 5G- und Cloud-Märkten ausbauen.
(Bild: gemeinfrei / CC0 )

Die Marvell Technology Group bestätigte am Donnerstag, dass sie die Inphi Corporation erwerben werde. Die Übernahme im Wert von 10 Mrd. US-$ soll im Rahmen einer Bargeld- und Aktientransaktion erfolgen.

Die im kalifornischen Santa Clara beheimatete Inphi Corporation stellt Hochgeschwindigkeits-Analog- und Mix-Signal-Komponenten sowie optische Subsysteme her. Mit der Ankündigung der Übernahme gab Marvell-CEO Matt Murphy an, insbesondere „das Wachstum des Unternehmens im Bereich Cloud- und 5G-Infrastruktur beschleunigen“ zu wollen. Marvell schätzt, dass das kombinierte Unternehmen „ein US-Halbleiter-Kraftpaket mit einem Unternehmenswert von etwa 40 Milliarden US-$“ schaffen werde.

Eine weitere Konsolidierung mit Blick auf den Rechenzentrumsmarkt

Inphi bietet eine „high-speed data interconnect platform“, eine Plattform zur Datenzusammenführung, die sich speziell an die gesteigerten Bedingungen und Anforderungen nach höherer Bandbreite und geringem Stromverbrauch für Cloud-Rechenzentren und globale Netzwerke richtet. Das Hochgeschwindigkeits-Elektrooptik-Portfolio von Inphi biete die Konnektivitätsstruktur für Cloud-Rechenzentren und kabelgebundene und drahtlose Carrier-Netzwerke, und ergänze sich somit mit Marvells bestehendem Angebot wie dem Physical-Layer-Portfolio für Unternehmens- und zukünftige bordeigene Netzwerke.

Durch die Kombination des Speicher-, Netzwerk-, Prozessor- und Sicherheitsportfolios von Marvell mit Inphis Verbindungsplattform für Elektro-Optik werde insbesondere das kombinierte Unternehmen für End-to-End-Lösungen in der Dateninfrastruktur positioniert. „Die Technologien von Inphi sind das Herzstück von Cloud-Rechenzentrumsnetzwerken und sie bauen ihre Führungsposition mit innovativen neuen Produkten weiter aus, darunter optische 400G-Rechenzentrumsverbindungsmodule, die ihre einzigartigen Silizium-Photonik- und DSP-Technologien nutzen“, sagt Murphy. „Wir glauben, dass die wachsende Präsenz von Inphi bei Cloud-Kunden auch zu zusätzlichen Möglichkeiten für Marvells DPU- und ASIC-Portfolio führen wird.“

2020 ist ein sehr wechselreiches Jahr für die Chipindustrie. Mehrere führende Halbleiterunternehmen schließen sich zusammen; nach 2015 macht sich 2020 daran, zum größten Konsolidierungsjahr der Halbleitergeschichte zu werden. Erst vor wenigen Tagen gab AMD die Übernahme von Xilinx für 35 Milliarden Dollar bekannt. Vergangenen Monat erklärte Nvidia, Prozessorhersteller ARM für 40 Milliarden Dollar zu übernehmen. Und im Juli erwarb Analog Devices den Mitbewerber Maxim Integrated für 21 Mrd. US-$. Zusammengenommen mit dem Marvell-Inphi-Deal belaufen allein diese vier Transaktionen auf einen Gesamtwert von 101 Mrd. US-$.

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