5G-Tests an Chipsets und Endgeräten unter extremen Temperaturen

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Hendrik Härter

HF-Entwickler von Chipsetzs oder mobilen Endgeräten können jetzt die Antennencharakteristik zwischen -20 und 85 °C bestimmen. Ebenfalls möglich: klimatisierte HF-OTA-Tests in einer Klimakammer.

Firmen zum Thema

Die Option R&S ATS-TEMP besteht aus einem halbkugelförmigen Radom und wird in die Messkammer R&S ATS1000 integriert.
Die Option R&S ATS-TEMP besteht aus einem halbkugelförmigen Radom und wird in die Messkammer R&S ATS1000 integriert.
(Bild: Rohde & Schwarz)

Mit einer speziellen Lösung ist es Entwicklern von Rohde & Schwarz gelungen, die Antennencharakteristik bei Temperaturen von -20 bis 85 °C zu bestimmen. Die Analyse thermischer Einflüsse auf die Leistungs- und Funktionsfähigkeit von Chipsets und Endgeräten für Anwendungen bei 5G ist entscheidend, da ein Aufheizen oder Abkühlen von Geräten die Performance der HF-Komponenten und somit die Strahlungscharakteristik beeinträchtigen kann.

Der Einsatz des R&S ATS1000 Antennentestsystems in Kombination mit der Option R&S ATS-TEMP erlaubt nach Angaben von Rohde & Schwarz erstmals die Analyse von Temperatureffekten zusammen mit den Over-the-Air- (OTA-)Tests wie Total Radiated Power (TRP), Antennengewinn, Wirkungsgrad und Strahlungscharakteristik in einem Testdurchlauf. Das Testverfahren zusammen mit der Option ist eine Grundlage, um Produkte und Systeme rund um 5G testen, wie Chipset- und Endgerätehersteller oder Entwickler von Antennensystemen.

3D-Messung bei extremen Temperaturen

R&S ATS-TEMP wird in die Messkammer R&S ATS1000 integriert. In der Messkammer lassen sich aktive und passive Antennen sowie Transceiver untersuchen. Ermöglicht wird damit eine schnelle und präzise 3D-Messung bei extremen Temperaturen. Die Messanordnung bietet hervorragende Wiederholgenauigkeit und Winkelauflösung. Die Option R&S ATS-TEMP besteht aus einem halbkugelförmigen Radom aus Rohacell, das eine ähnliche dielektrische Konstante besitzt wie Luft. Das Radom beeinflusst die Strahlungsmessung am Messobjekt nur minimal (Amplitudenabweichung < 0.2 dB bei 28 GHz). Da die Testumgebung erhebliche Temperaturänderungen zulässt, waren Vorkehrungen notwendig, um Kondensation zu verhindern.

Benötigen Entwickler einen heißen oder gekühlten Luftstrom, ist ein passendes Klimagerät eines Drittanbieters notwendig.

(ID:45705094)