5G-Startup greift Intel und Qualcomm an

| Redakteur: Michael Eckstein

Das BeamX-Frontend von Movandi soll den Aufbau von 5G-Mobilfunknetzen beschleunigen
Das BeamX-Frontend von Movandi soll den Aufbau von 5G-Mobilfunknetzen beschleunigen (Bild: Movandi / CC0)

Geschwister-Power: Movandi, ein von Maryam Rofougaran und ihrem Bruder Reza 2016 gegründetes Startup, will mit seinem All-in-One-5G-Frontend-Modul etablierte Mobilfunktechnik-Ausrüster aufmischen.

Auf dem Mobile World Congress MWC Americas zeigt Movandi sein Mikrowellenmodul für zukünftige 5G-Netzwerke. BeamX ist ein skalierbares Hochfrequenz-Frontendmodul, das vom Antennen-Array bis zur Basisbandschnittstelle sämtliche erforderlichen 5G-Kernkomponenten enthält. Es soll den Aufbau von 5G-Netzen deutlich beschleunigen.

Basis des Frontend-Moduls ist ein selbst entwickeltes HF-IC, das sich im preisgünstigen CMOS-Prozess fertigen lässt. Weitere Komponenten sind phasengesteuerte Antennen-Arrays mit hoher Richtwirkung sowie Beamforming-Techniken inklusive der Kontrollalgorithmen. Das konfigurierbare System arbeitet mit verschiedenen Basisband-/Modem-SoC-Lösungen zusammen.

Nach Angaben des Startups soll BeamX eine bis zu 5 dB bessere Leistungsübertragungsbilanz als Konkurrenzprodukte erreichen. Gleichzeitig soll es mit bis zu 30 Prozent geringerer Sendeleistung auskommen – ein wichtiger Punkt, da die Ableitung von Wärme ein kritischer Aspekt beim Aufbau von Mikrowellen-Antennen-Arrays ist. Joe Madden, Principal Analyst bei Marktbeobachter Mobile Experts, sieht in der Energieeffizienz eine große Stärke von Movandi gegenüber Intel und Qualcomm, die sich seinen Aussagen nach auf eine möglichst preisgünstige Implementierung fokussieren.

Auf BeamX basierende Produkte sollen bei Sichtverbindungen Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 5 GBit/s erreichen – und gleichzeitig die Reichweite erhöhen, verspricht Movandi. Damit adressiert das Unternehmen den aufstrebenden 5G-Mobilfunkmarkt und zielt mit BeamX speziell auf 28- und 39-GHz-Systeme wie Basisstationen und Empfänger. Auch Gigabit-Verbindungen für den Innenbereich, drahtlose Festnetzzugänge (Fixed Wireless Access, FWA) sowie Satellitennetzwerke hat Movandi im Visier.

Noch vor Ende des Jahres will Movandi Module mit 8 und 16 Antennen für 28-GHz-Netze als Sample ausliefern. Anfang nächsten Jahres sollen dann die 39-GHz-Versionen folgen. Dass Movandi die Technik beherrscht, hat das Unternehmen Ende 2016 mit einem BeamX-Prototypen gezeigt, der ein 64-Antennen-Array verwendet.

Das Gründer-Duo hatte Ende der 1990er Jahre beim Startup Innovent HF-CMOS-Chips für Bluetooth entwickelt. 2000 kaufte Broadcom das Unternehmen. Hier entwickelten Maryam und Reza Rofougaran WLAN- und Mobilfunk-Chips und machten 2008 erste Erfahrungen mit Millimeter-Mikrowellen-Designs bei der Entwicklung von 60-GHz-Wireless-Chips. Nach der Übernahme von Broadcom durch Avago 2016 gründeten sie Movandi.

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