Smart Metering

5 Tipps zur Auswahl von Smart Meter & Co.

| Redakteur: Thomas Kuther

Die drei getesteten Geräte: Links das Energiemessgerät von Wattcher, im Hintergrund Smart Meter von Discovergy nd rechts die Energieanzeige GEO Ensemble von Conrad
Die drei getesteten Geräte: Links das Energiemessgerät von Wattcher, im Hintergrund Smart Meter von Discovergy nd rechts die Energieanzeige GEO Ensemble von Conrad (Bild: co2online)

20 Haushalte aus Deutschland haben im Rahmen der vom Bundesumweltministerium geförderten Kampagne „Die Stromsparinitiative“ drei verschiedene Strommessgeräte in der Praxis getestet. Wir verraten Ihnen, was sie dabei herausgefunden haben.

Wer intelligente Stromzähler nutzen möchte, um Strom zu sparen, sollte die benötigten Funktionen und den geplanten Einsatzort vorher genau prüfen. Das ist das wichtigste Ergebnis eines Tests der Kampagne „Die Stromsparinitiative“. 20 Haushalte aus ganz Deutschland haben verschiedene Geräte im Alltag unter die Lupe genommen und berichten nun über ihre Erfahrungen mit Gebrauchsanleitung, Installation und Handhabung.

In Kooperation mit den Unternehmen Conrad, Discovergy und Wattcher wurde den Haushalten kostenlos je einer von drei unterschiedlichen intelligenten Stromzählern zur Verfügung gestellt: ein Smart Meter mit Internetanschluss, das den alten Stromzähler ersetzt und zwei Geräte, die die Daten des alten Stromzählers per Funk auf ein Display übertragen. Aus den Testberichten hat die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online als Koordinatorin der vom Bundesumweltministerium geförderten Kampagne eine Liste der wichtigsten Fragen zur Auswahl von Smart Meter & Co. entwickelt.

Welche Vorteile bietet ein intelligenter Stromzähler?

Smarte Stromzähler machen den Stromverbrauch sichtbar, indem sie laufend Zählerstände sammeln und auswerten. Das hilft beim Sparen und erleichtert die Suche nach Stromfressern. Vorteil gegenüber Messgeräten für die Steckdose: Auch Geräte ohne Netzstecker wie elektrische Durchlauferhitzer, Elektroherde und die Beleuchtung lassen sich damit prüfen. Durch die Auswertung per Display, Internet oder App haben die Verbraucher die Stromkosten jederzeit minutengenau im Blick. So gibt es keine überraschenden Nachzahlungen.

Mit Zubehör lassen sich auch Photovoltaik-Anlagen überwachen. Tester Marcus P. aus Gosen in Brandenburg: „Ich habe das Display in der Küche aufgestellt. Dadurch ist meine Familie merklich interessierter an unserem Stromverbrauch geworden. Ich hoffe, das trägt ein wenig dazu bei, Verschwendung eindämmen zu können.“

Eignet sich mein Stromzähler für Smart Metering?

Wichtigste Voraussetzung ist der Zugang zum Stromzähler. Geeignet sind sowohl analoge als auch digitale Zähler. Fällt die Wahl auf ein Smart Meter, sollte ein Internetanschluss oder eine Steckdose in der Nähe sein. Möglich ist auch das Setzen einer neuen Steckdose oder eine Verbindung per Mobilfunk. Bei den Test-Geräten mit Funkverbindung dürfen zwischen Sender am Stromzähler und Empfänger maximal 20 bis 40 m liegen.

Wie teuer ist ein Smart Meter?

Die einmaligen Kosten der getesteten Geräte liegen zwischen 100 und 220 €. Für den Smart Meter fallen ab dem zweiten Jahr zusätzlich 35 bis 95 € Grundgebühr pro Jahr an. Zum Vergleich: Spart ein durchschnittlicher Dreipersonenhaushalt mit elektrischer Warmwasserbereitung 10% Strom, sinken die jährlichen Stromkosten um 130 €. Tester Gert Brandt aus Strasburg: „Nach den 14 Tagen haben wir täglich rund eine Kilowattstunde eingespart durch bewussteren Umgang mit den Geräten. Das sind grob gerechnet schon 100 € Stromkosteneinsparung im Jahr.“

Soll Smart Metering dauerhaft genutzt werden oder nur vorübergehend?

Ein Smart Meter ersetzt den herkömmlichen Stromzähler – mit einer Mindestvertragslaufzeit von zwei Jahren (im Fall des Test-Geräts). Wird es nicht weiter verwendet, baut ein Elektriker wieder den alten Zähler ein. Bei intelligenten Zählern mit Funkverbindung bleibt dagegen der alte Zähler und es gibt keine Mindestvertragslaufzeit. Von den zwei getesteten Geräten mit Funktechnik kann das eine von Laien installiert und wieder entfernt werden. Bei anderen muss für das Installieren am analogen Zähler laut Anleitung eine Fachkraft ran, wie die Tester berichten.

Welches Zubehör brauche ich?

Das getestete Smart Meter kann ohne weitere Kosten mit dem Energiesparkonto von co2online verbunden werden. Das ermöglicht eine noch genauere Auswertung des Stromverbrauchs und die Nutzung der ebenfalls kostenlosen co2online-App „EnergieCheck“. Für die Geräte mit Funkverbindung ist kostenpflichtiges Zubehör erhältlich, das ebenfalls die Auswertung per Internet oder App ermöglicht. Für eines der Geräte im Test gibt es auch fernsteuerbare Messsteckdosen. Damit können einzelne Geräte überwacht und geschaltet werden.

Für alle drei intelligenten Stromzähler sind Erweiterungen für Photovoltaikanlagen erhältlich. So ist neben dem Stromverbrauch auch die Stromproduktion zu überwachen. Tester Günther S. aus Wiesbaden: „Besonders beeindruckt sind wir von der Visualisierung der Produktionsdaten: Einspeisung, Eigenverbrauch und Bezug. Es ist immer wieder spannend zu erkennen, welches Gerät wie viel Strom verbraucht.“

Die drei Testgeräte im Vergleich

  • Discovergy Stromzähler: Der Smart Meter von Discovergy schnitt mit 6,2 von 7n möglichen Punkten am besten ab. Es ersetzt den alten Stromzähler. Er speichert die Daten und bereitet sie übersichtlich auf. Am Computer oder an mobilen Endgeräten sieht der Stromkunde unter anderem die Leistung einzelner Geräte, den aktuellen Gesamtstromverbrauch oder die anfallenden Kosten. Zum Praxistest: Discovergy Stromzähler
  • Wattcher: Das Energiemessgerät Wattcher wird am vorhandenen Stromzähler installiert und erreichte im Praxistest 4,7 Punkte. Mit der mobilen Anzeigeeinheit kann der Nutzer an jeder Steckdose die momentane Leistungsaufnahme des Haushaltes ablesen und Änderungen durch das An- oder Abschalten von Verbrauchern unmittelbar nachvollziehen. Zum Praxistestest: Wattcher
  • Conrad GEO Ensemble: Die Energieanzeige GEO Ensemble von Conrad erhielt 4,4 Punkte. Es misst am vorhandenen Stromzähler die aktuelle Leistungsaufnahme und sendet die Daten an ein mobiles Anzeigegerät. Das Test-Paket enthält eine Ablese- und Sendeeinheit, ein Anzeigegerät mit Display, zwei Steckdosensensoren und Analyse-software. Zum Praxistest: Conrad GEO Ensemble

Über „Die Stromsparinitiative“ und co2online

„Die Stromsparinitiative“ wurde vom Bundesumweltministerium initiiert. Das Kampagnenbüro ist bei co2online angesiedelt. Ziel der Stromsparinitiative ist es, private Haushalte in Deutschland zu motivieren, ihre Stromsparpotenziale zu nutzen und damit auch Kosten zu sparen. So profitieren nicht nur Privathaushalte, auch für das Klima zahlen sich die Energieeinsparungen aus. Die gemeinnützige Beratungsgesellschaft co2online setzt sich für die Senkung des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes ein. Mit interaktiven Energiespar-Ratgebern, einem Energiesparkonto, Heizspiegeln und Heizgutachten motiviert sie den Einzelnen, mit aktivem Klimaschutz auch Geld zu sparen. Ein starkes Netzwerk mit Partnern aus Medien, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik unterstützt verschiedene Informationskampagnen. Die Handlungsimpulse, die die Kampagnen von co2online auslösen, tragen nachweislich zur CO2-Minderung bei.

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