45 Betriebssysteme für den Raspberry Pi

| Autor: Sebastian Gerstl

Speziell für Embedded Devices wie beispielsweise Router gedacht: Das linuxbasierte OpenWRT
Speziell für Embedded Devices wie beispielsweise Router gedacht: Das linuxbasierte OpenWRT (Bild: Screenshot)

Seit der Einführung von Linux haben sich zahlreiche verschiedene Distributionen des freien Betriebssystems entwickelt, die verschiedene Geschmäcker bedienen und unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich bringen. Im Gegensatz zu den zuvor genannten Systemen sind diese zwar nicht so weit verbreitet, haben aber bereits für bestimmte Anwender und Gebiete ihre Nischen gefunden.

OpenWRT für Embedded-Projekte mit Schwerpunkt auf Wireless-Betrieb

Eine der interessanteren Linux-Portierungen für das Raspberry Pi ist hier OpenWRT, ein offenes, Linux-basiertes Betriebssystem für Embedded Computing. OpenWRT wurde ursprünglich speziell für den Einsatz von Routern aufgebaut, ist inzwischen aber auch für andere Einsatzgebiete mit dem Schwerpunkt auf Wireless-Betrieb optimiert. OpenWRT ist ein offenes, von einer aktiven Community getriebenes Projekt und legt großen Wert auf hohe Flexibilität und einfache Gestaltungsmöglichkeiten für Embedded Devices.

OctoPi: Raspberry-Pi-Betriebssystem zur Steuerung von 3D-Druckern

Wer einen 3D-Drucker verwendet und eine schlanke Alternative zum Desktop-PC sucht sollte einen Blick auf das Raspberry-Pi-OS OctoPi werfen. Dabei handelt es sich um eine explizit auf die Bedürfnisse der bewährten, kostenlosen 3D-Drucker-Host-Software OctoPrint zugeschnittene Linuxdistribution.

Nutzer eines 3D-Drucker können somit via OctoPi beispielsweise über eine Internetverbindung den aktuellen Status ihres 3D-Druck-Projektes live auch aus der Ferne mitverfolgen und schnurlos kontrollieren. Octo Pi läuft auf nahezu allen Raspberry-Pi-Modellen, aus Performance-Gründen wird aber die Verwendung eines Raspberry Pi 3B oder 3B+ nahegelegt.

Max2Play: OS-Lizenzen nach Maß – aber kostenpflichtig

Eine Lösung zur schnellen Umsetzung spezifischer Anwendungen stellt das kommerziell auftretende Max2Play dar. Ursprünglich für den Einplatinenrechner Odroid konzipiert, ist dieses System nun auch für Raspberry Pi 2 und 3 verfügbar. Hinter dem Konzept steckt eine abgewandelte Raspbian-Distribution, die dem NOOBS-Installer der Raspberry Pi Foundation ähnelt. Über eine browserbasierte Anwenderoberfläche sollen Nutzer selbst ohne tiefergehende Linux-Kenntnisse unkompliziert, auch parallel, mehrere als Plug-Ins bezeichnete Applikationen wie Mediacenter oder Hausautomatisierung-Software einrichten und konfigurieren können.

Die Idee von Max2Play ist solide und der Umgang, solange man sich nur mit den Basiseinstellungen befasst, recht einfach geraten. So ganz ohne Linux-Vorkenntnisse, wie der Hersteller verspricht, kommt man allerdings aktuell bei dem OS nicht aus, wenn es etwa um die Konfiguration von USB-Geräten geht. Zudem sind bestimmte „Premium“-Anwendungen erst gegen eine Lizenzgebühr verfügbar. Wer allerdings nach bestimmten Komplettlösungen für das Raspberry Pi sucht, ohne groß selbst basteln zu müssen, kann einmal einen Blick auf das vorhandene Max2Play-Angebot und seine aktuell 40 verschiedenen erhältlichen Plugins werfen. Wer lieber ausgiebig selbst Hand anlegt, greift eher zu einem anderen spezialisierten OS oder gleich zum zuvor erwähnten Arch Linux.

Apropos Arch Linux: Wer seinen eigenen kleinen dedizierten Mailserver auf einem Raspberry Pi betreiben wollte, konnte früher zu der beliebten, Arch-Linux-basierten Linux-Distribution arkOS greifen. Dieses Betriebssystem wird allerdings bereits seit längerer Zeit nicht mehr gepflegt. Die zugehörige Webseite wurde im April 2017 eingestellt. Der zugehörige SourceCode ist allerdings weiterhin für Interessierte auf dem arkOS GitHub-Repository abrufbar.

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