45 Betriebssysteme für den Raspberry Pi

| Autor: Sebastian Gerstl

Für Security-Ansprüche: Kali und Alpine Linux

Das relativ junge Kali Linux ist speziell für sicherheitsrelevante Anwendungen interessant.
Das relativ junge Kali Linux ist speziell für sicherheitsrelevante Anwendungen interessant. (Bild: Kali Linux Desktop.png / Kali Linux Bureau, vie Wikimedia Commons / BY-SA 4.0)

Kali Linux ist eine vergleichsweise junge Linux-Distribution, um die sich aber schnell eine große Fangemeinde gebildet hat. Das 2013 erstmals veröffentlichte Betriebssystem basiert ursprünglich auf Debian und ist speziell auf Sicherheitstests und –anwendungen optimiert.

Kali Linux wurde schnell auf diverse Prozessorarchitekturen angepasst und unterstützt seit Version 1.0.9 (August 2014) auch den Raspberry Pi B+ und alle folgenden Modelle. Der derzeit aktuellste „Rolling Release“, Kali 2019.1 (Stand 04. März 2019), verwendet Kernel-Version 4.15 und lässt sich auch auf dem Raspberry Pi 2 und dem Raspberry Pi 3 installieren.

Zudem gibt es bereits explizit auf ARM-Chipsätze abgespeckte Kali Light Distributionen auf der Kali Linux Release Download Page. Je nach dem, wie umfangreich es sein soll, kann man sich so einfach ein für die jeweilige Zielplattform passendes vorgefertigtes Kali-Linux-Image herunterladen. Für den Betrieb auf dem Raspberry Pi sollte man allerdings schon eine microSD-Karte mit mindestens 4 GByte Speicherplatz bereithalten.

Ebenfalls vergleichsweise jung ist das Security-orientierte Alpine Linux . Das OS ist um die C-Standard-Bibliothek musl und das Programm busybox herum aufgebaut. Das macht die Distribution trotz Verwendung einer GUI sehr leichtgewichtig, so dass das vollständig installierte Betriebssystem von Grund auf nicht mehr als 130 MByte einnimmt. Der Kernel verwendet eine eigene proprietäre Variante von grsecurity/PaX , die speziell auf Hackerschutz und andere proaktive Securitymaßnahmen abzielt.

Seit Version 3.2.0 ist Alpine Linux auch offiziell auf den verschiedenen Varianten von Raspberry Pi 2 und 3 lauffähig. Die derzeit aktuellste, stabile Version (Stand 01. März 2019) ist Alpine 3.9.1, wobei einzelne Bibliotheken auch in neueren Versionen vorliegen.

Auch wenn das Betriebssystem selbst recht schlank daherkommt, sind Setup und Installation auf einer für Raspberry Pi geeigneten microSD-Karte doch eher komplex. Das hauseigene Wiki von Apline Linux stellt eine detaillierte Installationsanleitung für Raspberry Pi 2 und 3 bereit. Die Installation sei aber nur geübten Linux-Anwendern empfohlen.

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