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400 Millionen Euro zur Förderung der Mikroelektronik-Entwicklung

Redakteur: Sebastian Gerstl

Die Bundesregierung hat erklärt, die Forschung im Bereich der Mikroelektronik in den Jahren 2021 bis 2024 verstärkt zu fördern. Mit 400 Millionen Euro soll ein entsprechendes Rahmenprogramm den „Erhalt und Ausbau von technologischer Souveränität in Deutschland und Europa“ sichern.

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Bundesforschungsministerin Anja Karliczek stellt das neue Rahmenprogramm zur Mikroelektronik vor. Zwischen 2021 und 2024 sollen 400 Millionen Euro in die Entwicklung von Mikroelektronik-Technologien in Deuscthland fließen.
Bundesforschungsministerin Anja Karliczek stellt das neue Rahmenprogramm zur Mikroelektronik vor. Zwischen 2021 und 2024 sollen 400 Millionen Euro in die Entwicklung von Mikroelektronik-Technologien in Deuscthland fließen.
(Bild: BMBF/Hans-Joachim Rickel)

Die Bundesregierung und das Bundesforschungsministerium (BMBF) haben am Mittwoch, dem 11. November 2020, ein neues Rahmen Rahmenprogramm für die Förderung der Mikroelektronik-Forschung in Deutschland bekannt gegeben. Das Projekt „Mikroelektronik: Vertrauenswürdig und nachhaltig“ schließt an das abgeschlossene Förderprogramm aus dem Jahr 2016 an. Um den „Erhalt und Ausbau von technologischer Souveränität in Deutschland und Europa sowie die damit verbundene Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit“ zu sichern, stellt die Bundesregierung erneut 400 Millionen Euro für das von 2021 bis 2024 laufende Programm zur Verfügung.

„Mikroelektronik aus eigener Kompetenz heraus verstehen, herstellen und weiterentwickeln“

„Mit leistungsfähiger Mikroelektronik können wir die Zukunft Deutschlands und Europas gestalten, sagte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek anlässlich der Ankündigung“. Durch das neue Rahmenprogramm zur Förderung der Mikroelektronik soll erreicht werden, Deutschland zu einem internationalen Treiber bei der Entwicklung und Fertigung nachhaltiger und vertrauenswürdiger Mikroelektronik auszubauen. „Deutschland und die Europäische Union müssen auch künftig in der Lage sein, Schlüsseltechnologien wie die Mikroelektronik aus eigener Kompetenz heraus zu verstehen, herzustellen und weiterzuentwickeln,“ fuhr Karliczek fort.

Dass BMBF betont, dass die Mikroelektronik in seinen Augen weiterhin eine besonders wichtige Stellung in zukünftigen Schlüsseltechnologien einnimmt. Das betrifft vor allem auch Industrie-Maschinen, den Automotive- und Autotrain-Markt, Kommunikationsnetze oder die Medizintechnik. In all diesen Branchen sehe die Bundesregierung Deutschland besonders stark aufgestellt. Die Förderung soll dazu dienen, die Innovationsfeder in diesen Feldern zu erhalten.

Das Geld soll daher insbesondere den Forschungsbemühungen nicht nur großer Betriebe, sondern auch kleiner und mittelständischer Unternehmen sowie Forschungsinstituten und Universitäten dienen. „Wir brauchen wissenschaftlich ausgebildete Fachkräfte, die die fortschrittlichsten Chips entwerfen können,“ betont Karliczek.

Besonderer Fokus auf KI-, HF- und Schaltungstechnologien

Das neue Rahmenprogramm Mikroelektronik ist darauf ausgerichtet, die technologischen Voraussetzungen für eine souveräne und nachhaltige Digitalisierung zu schaffen. Dazu gehören insbesondere der automatisierte Schaltungs- und Systementwurf, Spezialprozessoren etwa für Künstliche Intelligenz oder Hochfrequenzelektronik für Radar-Sensoren und zukünftige Funk-Kommunikationstechnologien.

Erforscht werden soll auch relativ neuartige Elektronik wie beispielsweise die Entwicklung Neuromorpher Chips. Die Forschungsthemen seien nach Angabe des BMBF so gewählt, dass sie volkswirtschaftlich und gesellschaftlich relevante Anwendungsfelder stärken sollen. Dazu zählen unter anderem Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren, Industrie 4.0 oder Smart Health.

Forschende aus Wissenschaft und Wirtschaft können sich ab 2021 auf Basis wettbewerblicher Ausschreibungen um Fördermittel bewerben.

Im Februar 2016 hatte die Deutsche Bundesregierung das Förderprogramm „Mikroelektronik aus Deutschland - Innovationstreiber der Digitalisierung“ beschlossen, das seinerzeit erste spezifische Elektronik-Forschungsprogramm der Bundesregierung. Damals waren schon einmal 400 Millionen Euro in die Erforschung von Entwicklungsmethoden und -Technologien für die Mikroelektronik geflossen. Unter anderem wurde mit den Geldern die Entwicklung der EUV-Lithographie gefördert, die als fortschrittliche Halbleiterfertigungstechnologie quasi ein europäisches Monopol in der Serienproduktion darstellt.

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