400 Gigabyte pro Sekunde – Supercomputer simuliert Radioteleskop

| Autor / Redakteur: dpa / Julia Schmidt

Der Supercomputer „Summit“ von IBM steht im „Oak Ridge National Laboratory“. Die USA haben sich 2018 die Krone im Wettstreit um die schnellsten Superrechner der Welt nach mehr als fünf Jahren von China zurückerobert.
Der Supercomputer „Summit“ von IBM steht im „Oak Ridge National Laboratory“. Die USA haben sich 2018 die Krone im Wettstreit um die schnellsten Superrechner der Welt nach mehr als fünf Jahren von China zurückerobert. (Bild: Carlos Jones/Oak Ridge National Laboratory, U.S. Department of Energy/dpa)

Das SKA ist ein Teleskop der Superlative. Auch was die künftig zu verarbeitenden Datenmengen angeht. Das zeigt ein Testlauf eindrucksvoll.

Mit dem leistungsfähigsten Supercomputer der Welt haben Forscher den gigantischen Datenstrom des geplanten Radioteleskop-Observatoriums SKA simuliert. Der Rechner namens „Summit“ (Gipfel) am Oak Ridge National Laboratory in den USA konnte dabei rund 400 Gigabyte pro Sekunde verarbeiten, das entspricht der Datenmenge von mehr als 1600 Stunden Video pro Sekunde, wie das Internationale Zentrum für Radioastronomie-Forschung (ICRAR) im australischen Perth mitteilte. Es sei das erste Mal, dass Radioastronomie-Daten in diesem Umfang verarbeitet worden seien.

Für das Square Kilometre Array SKA (Quadratkilometer-Feld) werden mehr als 130 000 Antennen auf der Südhalbkugel der Erde in Südafrika und Australien aufgebaut. Sie sollen sich zu einem virtuellen Riesenteleskop mit insgesamt einem Quadratkilometer Sammelfläche zusammenschalten lassen. Die dabei entstehende Datenflut lässt sich nur mit Supercomputern bändigen. Bisher hatte allerdings niemand praktisch getestet, ob sich diese Datenmenge verarbeiten lässt.

Den weltgrößten Supercomputer für einen erfolgreichen Testlauf

Für den Testlauf nutzten die Forscher mit „Summit“ den stärksten wissenschaftlichen Supercomputer der Welt. Er bringt es auf eine Spitzenleistung von 200 Billiarden Rechenschritten pro Sekunde. Der Supercomputer musste den Datenstrom des geplanten Superteleskops nicht nur verarbeiten, sondern auch selbst simulieren, anders ließen sich die Daten nicht bereitstellen.

„Der erfolgreiche Abschluss dieses Tests zeigt uns, dass wir in der Lage sein werden, die SKA-Datenflut zu händeln, wenn es im nächsten Jahrzehnt an den Start geht“, erklärte ICRAR-Forscher Andreas Wicenec. „Die Tatsache, dass wir den weltgrößten Supercomputer für den erfolgreichen Testlauf brauchten, zeigt allerdings, dass die Anforderungen von SKA an der vordersten Front dessen liegen, was heutige Supercomputer liefern können.“ Bereits in der ersten Ausbauphase wird das SKA einen Datenstrom von 550 Gigabyte pro Sekunde produzieren. (dpa)

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