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45 Betriebssysteme für den Raspberry Pi

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Das Standardsystem: Raspberry Pi OS (und abgespeckte Varianten)

Die Standarddistribution: Von Beginn an ist das Debian-basierte Raspbian das empfohlene Einsteiger-Betriebssystem für alle Varianten des Raspberry Pi. Für Fortgeschrittene oder Experimentierfreudige existiert allerdins noch eine breite Anzahl an Alternativen.
Die Standarddistribution: Von Beginn an ist das Debian-basierte Raspbian das empfohlene Einsteiger-Betriebssystem für alle Varianten des Raspberry Pi. Für Fortgeschrittene oder Experimentierfreudige existiert allerdins noch eine breite Anzahl an Alternativen.
(Bild: Raspberry Pi Foundation / Screenshot)

Mit Abstand am weitesten verbreitet ist das Debian-basierte Raspberry Pi OS, ehemals unter dem Namen Raspbian bekannt. Dies hat mehrere Gründe: Zum einen handelt es sich beim Raspberry Pi OS um das Betriebssystem, das offiziell von der Raspberry Pi Foundation unterstützt wird, was es effektiv zur Standarddistribution macht. Zum anderen wurde es von Beginn an auf das direkte Zusammenspiel mit der Raspberry Pi Hardware hin optimiert. Zudem ist Debian eine sehr einsteigerfreundliche Linux-Distribution mit einer fensterbasierten GUI, die es selbst Einsteigern leicht macht, sich an den Umgang mit der kleinen Platine schnell zu gewöhnen. Seit der Verfügbarkeit des Raspberry Pi 4B mit 8GByte RAM existiert Raspberry Pi OS auch in einer 64-Bit-Version, die direkt auf dem Debian arm64-Kernel aufsetzt. Die ebenfalls verfügbare 32-Bit-Variante stützt sich weiterhin auf den Kernel des seit 2012 etablierten Open-Source-Projekts Raspbian.

Dieses Zusammenspiel sorgt für eine große öffentliche Aufmerksamkeit und eine aktive Community, die die Distributionen pflegt und kontinuierlich weiterentwickelt. Zudem existiert für dieses Betriebssystem bereits von Anbeginn an eine große Anzahl an Bildungs- und Lerntools für Programmierung oder Entwicklung, die sich sowohl an Anfänger als auch an fortgeschrittene Nutzer richten. All dies hat das Raspberry Pi OS fest als Standard-Betriebssystem für Raspberry-Pi-Anwendungen etabliert. Die frühen Raspbian-Versionen basierten auf dem dritten Debian-Kernel, genannt „Wheezy“. Der zum Zeitpunkt dieses Artikels aktuellste Raspberry-Pi-OS-Standard den Debian-Kernel-Version 4.19 (Debian „Buster“) und kann auf der Webseite der Raspberry-Pi-Foundation in zwei grundlegend unterschiedlichen Varianten bezogen werden (Aktuelle Version vom 27. Mai 2020). Für Einsteiger empfiehlt sich das umfangreiche Gesamtpaket von Raspberry Pi OS Buster inklusive Desktop und einem umfangreichen Softwarepaket.

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Seit dem Umstieg auf Kernelversion 4 ist das Betriebssystem im Vergleich zu früher eine Spur Einsteigerfreundlicher geraten: Statt in dem Terminal startet das Raspberry Pi OS nun standardmäßig direkt in die grafische Nutzeroberfläche. Neben einer verbesserten Performance bekam das OS zudem einige zusätzliche Komfortfunktionen spendiert, etwa ein integriertes LibreOffice, grafische Konfigurationsmenüs oder ein Auswurfknopf zum sicheren Entfernen von USB-Geräten direkt auf dem Desktop. Version 4.09 brachte seinerzeit schon neben zusätzlichen Gerätetreibern eine wesentliche Optimierung von Performance und Security mit sich. Der Sprung von 4.09 auf Kernel-Version 4.14 führt in erster Linie Unterstützung für neuere Peripheriegeräte ein. Das November-2018-Update führte zudem Hardware-Beschleunigung für Videos unter Nutzung des VLC Media Players sowie verbesserte Debugging-Funktionen für Python-Programmierung ein.

Erfahrenere Nutzer werden zu schätzen wissen,dass Linux-Kernel 4.14 für das Raspberry Pi OS nun via apt ausgeliefert wird. Der Übergang von Linux 4.09 auf 4.14 bedeutete auch, dass mehr vom Raspberry Pi-Kernelcode vorgelagert wurde, so dass Entwickler und Packet-Maintainer sich weniger Sorgen um eigene Patches machen müssen. Update 4.19 bietet nicht nur Neuerungen wie den Bildschirmleser Orca, Scratch-Blöcke und Pixelverdopplung, sondern auch Korrekturen früherer Updates.

Da sich das Raspberry Pi OS, ebenso wie das Raspbian-Projekt, in erster Linie an Einsteiger richtet, besitzt das Betriebssystem standardgemäß einige Features, die für zielgerichtete Anwendungen unnötig sind. Die in der vollen Version mit Softwarepaket integrierte grafische Programmierumgebung Scratch 3.0 eignet sich beispielsweise dazu, mit Hilfe von Blöcken und Modulen an die Programmierung herangeführt zu werden – bestens geeignet für Kinder und Neueinsteiger, für erfahrene Anwender allerdings unnötig. Auch das enthaltene Programmpaket Mathematica eignet sich zwar hervorragend für mathematisch-naturwissenschaftliche Anwendungen, wird aber im durchschnittlichen Rechneralltag eher weniger benötigt.

Raspbian-Varianten

Neben der 32-Bit-Version von Raspberry Pi OS gibt es noch zahlreiche weitere, meist Communitygestützte Betriebssystemvarianten, die auf dem Raspbian-Kernel aufsetzen, die allerdings ihr eigenes userland mit sich bringen.

Seit 2016 gibt es bereits auf der offiziellen Seite zum Raspberry Pi OS zu jeder neuen „vollwertigen" Distribution auch eine Raspberry Pi OS Lite Version. Die aktuelle Downloadversion (Stand 13. Februar 2020) hat in den letzten beiden Jahren aber wieder etwas zugenommen und kommt auf 434 MByte (2018 noch 351 MByte) im archivierten Zustand. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um die Standarddistribution Stretch, die um Elemente die die grafische Benutzeroberfläche LXDE, das Grafiksystem X.org, alle GUI-basierten Programme sowie die Java-Pakete reduziert wurde. Das sorgt für deutlich schnellere Bootzeiten und räumt viel Arbeitsspeicher für maßgeschneiderte Anwendungen frei.

Damit eignet sich diese Rasbian-Variante für Server-basierte Anwendungen sowie einige Embedded-Applikationen. Da Raspbian Lite konsequent mit jeder neuen „vollen“ Raspbian-Distribution ebenfalls aktualisiert wird, hat diese abgespeckte Debian-basierte OS-Variante den im März 2016 zuletzt aktualisierten Community-Ableger Minibian abgelöst.

In der Community gab es in den vergangenen Monaten bereits klagen, dass diese abgespeckte Variante allerdings wieder dabei sei, zuviel unnützes Gewicht mit sich zu schleppen. Wem Raspbian Lite noch immer zu ungelenk ist, sollte daher einen Blick auf die deutlich schlankere Alternative DietPi werfen. Im Gegensatz zu Minibian wird das für mehrere SBC-Plattformen verfügbare DietPi auch weiterhin aktiv gepflegt – das jüngste Image (DietPi 6.30) wurde zuletzt am 10. Mai 2020 aktualisiert (Stand 20. Mai 2020).

Bei Diet Pi handelt es sich nicht explizit um ein abgespecktes Raspbian. Das OS setzt allerdings ebenfalls auf dem Debian „Buster“ Kernel 4.19 auf. Anders als Miniban oder Raspbian Lite verwendet DietPi eine grafische Benutzeroberfläche und legt Wert auf eine leichte Anwendbarkeit. Dennoch ist es wesentlich leichtgewichtiger – das archivierte Downloadpaket kommt auf gerade mal schlanke 90 MByte – und damit auch performanter als Raspbian, da standardmäßig RAM-Verbrauch als auch CPU-Belastung geringer sind.

DietPi unterstützt neben dem Raspberry Pi auch andere Single Board Computer mit speziell auf sie zugeschnittenen Versionen, darunter etwa das Asus Tinker Board, den Banana Pi oder das Odroid .

Wer Linux-Distributionen wie Ubuntu oder eine klassische Windows-Optik gewohnt ist, wird sich im Raspberry Pi OS schnell zurechtfinden. Wer eher die Bedienung eines Apple Mac Systems bevorzugt, kann alternativ auch zuTwisterOS greifen, dass wie die 32-Bit-Variante des Raspberry Pi OS ebenfalls auf dem Raspbian-Kernel aufsetzt.

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Bei TwisterOS (zuvor unter den Namen iRaspbian und Raspbian-X bekannt) handelt es sich zwar nur um eine Nutzeroberfläache, die über das Basis-Raspbian übergestülpt wird. Die Optik samt der Mac-typischen Menüführung erinnert an die Betriebssysteme der MacOS X-Reihe. Unter der Haube läuft allerdings weiterhin das linuxbasierte Standard-OS. (Stand: 29. Mai 2020.)

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