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Virtuelle Realität 3D-Technologie revolutioniert Unterwasserarchäologie

Autor / Redakteur: Monika Zwettler / Sariana Kunze

Seit knapp 350 Jahren wartet es nun schon auf die Bergung: Jetzt untersuchen Wissenschaftler das 1664 gesunkene Flaggschiff Ludwig XIV „La Lune“ – und das in der virtuellen Realität mit bahnbrechenden Methoden und Techniken.

(Bild: Dassault)

Um das Artefakt des 1664 vor der französischen Küste gesunkenen Flaggschiffs Ludwig XIV. bergen zu können, mussten Archäologen sich lange gedulden. Denn das 1993 entdeckte Wrack der La Lune liegt 100 m unter der Meeresoberfläche und entzog sich aufgrund dieser Lage fast zwei Jahrzehnte lang der Erforschung. Dank erstmals eingesetzter innovativer Methoden und Techniken gelingt es den Experten um den renommierten Archäologen L`Hour jetzt, das Schiff genau zu untersuchen. Die Wissenschaftler setzen bei der Expedition u. a. auf Unterwasserroboter und die virtuelle 3D-Archäologie.

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Virtuelle Grabungsstätte

Das Wrack des vor knapp 350 Jahren vor Toulon gesunkenen Schiffs des Sonnenkönigs Ludwig XIV. wurde mittels der 3D-Aufnahmen einer speziellen Unterwasserkamera und dank der 3D-Experience-Technologie von Dassault Systèmes zu einer virtuellen 3D-Grabungsstätte. In dieser untersuchen die Wissenschaftler vom Land bzw. vom Forschungsschiff aus mit speziellen Virtual-Reality-Helmen und -Bedienelementen die zahlreichen Fundstücke der 100 Meter unter der Meeresoberfläche liegenden „La Lune“.

Die Bergung erproben

Ähnlich wie in einem Flugsimulator, arbeiten die Archäologen in der 3D-Welt mit den Artefakten, ohne diese oder deren Umgebung zu zerstören. Zudem ermöglicht die innovative Technologie dem Team um L´Hour, sich virtuell auf die Tauchgänge vorzubereiten und verschiedene Strategien zur Bergung der Fundobjekte zu erproben. Die Wissenschaftler hoffen, zahlreiche Kanonen sowie Keramikkrüge und Teller, Wasserflaschen und Musikinstrumente vom Meeresgrund an Land bringen zu können.

Tiefseeforschung auf neuen Wegen

Dieses archäologisch bedeutsame Tiefseeabenteuer trägt jedoch nicht nur dazu bei, die Geheimnisse der „La Lune“ zu enthüllen. Durch den Einsatz neuer Technologien und Methoden erweitert das Projekt die Möglichkeiten zukünftiger Tiefseeforschungen und dürfte damit als Meilenstein in die Geschichte der Unterwasserarchäologie eingehen. Mit Hilfe einer 3D-Browseranwendung auf der Website Operation Lune können auch Nicht-Archäologen das Wrack besuchen.

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