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3D-gedruckte Schutzmaske verringert Corona-Ansteckungsrisiko

Redakteur: Kristin Rinortner

Der 3D-Druck-Spezialist FIT hat auf die Corona-Pandemie mit der Entwicklung eines speziellen Filterträgers für die breite Bevölkerung reagiert, der mit nahezu jedem Filtermaterial zu einer Notbehelfsmaske für den Mund-Nasen-Schutz kombiniert werden kann. Die Maske ist in zwei bis drei Tagen lieferbar.

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Mund-Nase-Maske: Die 3D-gedruckte Maske FiT bietet eine praktische Lösung für die aktuelle Bedarfslücke.
Mund-Nase-Maske: Die 3D-gedruckte Maske FiT bietet eine praktische Lösung für die aktuelle Bedarfslücke.
(Bild: FIT AG/Lisa Kirk)

Weltweit fehlt für Gesundheitssysteme und die Bevölkerung Schutzausrüstung vor dem Corona-Virus. Menschen, die in den Krankenhäusern um das Überleben von infizierten Patienten kämpfen, brauchen professionelle Schutzausrüstung. Gleichzeitig muss sich auch die Bevölkerung vor einer Infektion schützen, um die Infektionsrate zu senken und die Krankenhäuser zu entlasten.

Deshalb wird das Tragen von Schutzmasken immer wichtiger. So hat der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, zum Tragen von Schutzmasken aufgerufen. Das Robert Koch-Institut empfiehlt inzwischen, eine einfache Schutzmaske könne das Risiko verringern, eine andere Person durch Husten, Niesen oder Sprechen anzustecken.

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Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sieht auf lange Sicht einen Bedarf von Milliarden Masken und auch Kanzleramtschef Helge Braun hat die fehlende Produktion von Schutzmasken in Deutschland als Fehler bezeichnet. Das Problem: An vielen Stellen stehen keine Schutzmasken mehr zur Verfügung.

Einfache Maske für alle zum Selbstkostenpreis von 4,50 Euro

Jeder kann während der aktuellen Corona-Pandemie einen Beitrag leisten, um die Infektionsrate mit Covid-19 deutlich zu senken. Will man selbst andere Menschen gezielt vor einer Ansteckung schützen, hilft das Tragen von Gesichtsmasken. Der 3D-Druck-Spezialist FIT Additive Manufacturing Group hat mit FiT eine praktische Alternative entwickelt.

Der einfach zu montierende Masken-Bausatz macht die Maske mehrfach verwendbar, desinfizierbar und spülmaschinenfest. Er besteht aus zwei identischen Kunststoffkörbchen, zwischen die ein beliebiges Filtermaterial eingelegt werden kann. Als Filter eignen sich Papiertaschentücher, Baumwolltücher oder antimikrobielle Bezüge wie Kopfkissen, professionelles Vliesmaterial, aber auch drei Lagen Toilettenpapier.

Auf der Grundlage eines 3D-gedruckten Prototyps wurde ein Spritzgusswerkzeug mit dem Laserschmelz-Verfahren für den Filterbausatz gefertigt. Das Serienteil wird im Spritzguss-Verfahren hergestellt und besteht aus dem Kunststoff PE (Polyethylen) und kann online zum Selbstkostenpreis bestellt werden.

Geliefert werden zwei Filterträgerkörbchen und zwei Gummibänder. Das Filtermaterial ist nicht enthalten. Die Lieferzeit beträgt 2 bis 3 Werktage.

So funktioniert die Montage der Schutzmaske

Die richtige Passform des Filterträgerkörbchens kann auf das eigene Gesicht einfach abgestimmt werden. Zwischen die Filterträgerkörbchen (eines ist etwas größer) wird mittig das Filtermaterial eingelegt und an den Außenrändern umgeschlagen. Zum Befestigen am Kopf reichen elastische Gummibänder, die an den Haken des äußeren Körbchens befestigt und über den Kopf bzw. hinter die Ohren gezogen werden.

Der Filterträger ist leicht und robust. Sprechen, telefonieren etc. ist laut Hersteller gut möglich. Die Filterwirkung hängt von der Passform und dem eingelegtem Filtermaterial ab. Das Filtermaterial kann schnell ausgetauscht werden, ein regelmäßiger Austausch wird empfohlen. Die Maske ist nicht für medizinische Zwecke geeignet.

Kostenlose STL-Datei zum selber drucken

Der 3D-gedruckte Prototyp besteht aus PA12 und wird mit dem SLS-Verfahren hergestellt. Die STL-Datei wird kostenlos für diejenigen zur Verfügung gestellt, die über eine entsprechende SLS-Ausstattung verfügen.

„Uns ist vollkommen klar, dass unser Filterträger gesunde Menschen nicht vor einer Infektion schützen kann. Wir wollen damit lediglich den Fremdschutz verbessern, d.h. das Risiko reduzieren, dass infizierte Menschen durch Tröpfcheninfektion andere anstecken. Damit wollen wir zu einer Verlangsamung der Ansteckungsrate beitragen. Und nur darum geht es im Moment“, erklärt Carl Fruth, CEO bei FIT.

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