Steckverbindergehäuse 3000 Stunden im Salznebeltest durch Titanbeschichtung

Autor / Redakteur: Marc Thiedecke * / Kristin Rinortner

Seit über 70 Jahren werden Gehäuse für elektrotechnische Funktionselemente aus Aluminium hergestellt. Durch eine Titanschicht wird das Metall die ideale Wahl für extreme Anwendungen.

Firmen zum Thema

Bild 1: Um diese Nachfrage im Markt nach höheren Resistenzen von Aluminium zu beantworten, stellt ILME 2017 seine neue Gehäuseserie für schwere Steckverbinder E-Xtreme vor.
Bild 1: Um diese Nachfrage im Markt nach höheren Resistenzen von Aluminium zu beantworten, stellt ILME 2017 seine neue Gehäuseserie für schwere Steckverbinder E-Xtreme vor.
(Bild: Ilme, © windypics/Fotolia.com, T.W. van Urk/Shutterstock, Fulcanelli/Shutterstock, © Hadafee/Fotolia.com [M])

Bei der Gehäusefertigung der letzten Jahrzehnte ist Aluminium nicht mehr wegzudenken. Mit moderner Druckgusstechnologie lassen sich hohe Stückzahlen von Bauteilen kostengünstig reproduzieren. Zwar erfordert die Gewinnung des Rohmaterials und die Verarbeitung einen relativ hohen Energieeinsatz, allerdings ist Aluminium ohne Limit und ohne Qualitätseinbußen wieder verwertbar und somit das ideale Recyclingmaterial.

Es lassen sich dünne und dicke Wandungen herstellen, die Körper sind robust und schlagfest und können präzise bearbeitet werden, z.B. durch Hinzufügen von metrischen Gewinden. Durch die hohe elektrische Leitfähigkeit des Werkstoffs kann über die Gehäusewände Schutzleiterpotenzial übertragen werden und es eignet sich gut für die Schutzmaßnahme/Schutzerdung. Durch die metallische Schirmwirkung bieten Aluminiumgehäuse guten Schutz der im inneren liegenden Bauelemente vor elektromagnetischer Strahlung. Zusätzlich sind die Gehäuse sehr temperaturfest.

Diese Eigenschaften machen Aluminium zum idealen Werkstoff für viele Anwendungen. Obwohl Aluminium eine natürliche Oxidschicht ausbildet, die vor Korrosion schützt, beschäftigen sich die Hersteller mit der Frage, wie man die Korrosionsfestigkeit weiter steigern kann.

Zunächst arbeitet man hier mit der Qualität des Aluminiums selbst: je geringer die Reinheit des Rohmaterials, desto mehr metallische Verunreinigungen sind im Aluminium enthalten, beispielsweise Blei, Nickel, Zink oder Kupfer.

Sind diese Stoffe vorhanden, reagiert Aluminium mit ihnen unter dem Einfluss von Wasser und Salzen wie ein galvanisches Element oder eine Batterie. Dabei ist der Abstand der Materialien in der elektrochemischen Spannungsreihe für die Höhe des Potentialunterschiedes verantwortlich: Je größer der Unterschied, desto stärker ist die Korrosion.

Bei Aluminium entsteht üblicherweise eine weiße Oxidschicht. Ist also der Reinheitsgrad des Aluminiums höher, ist die Korrosionsneigung des Gehäuses geringer. Selbstverständlich sind höhere Stoffreinheiten auch aufwändiger und teurer im Herstellungsprozess.

(ID:44540466)